Und die Verräter öffneten des Nachts die Tore der Stadt

 
Fürchtet und verachtet lieber den Verräter, der die Tore der Stadt in der Nacht öffnet und aus faulem Munde von den Vorteilen der Fremdherrschaft spricht!


Die Perser hatten sich 490 vor Christus aus Kleinasien auf den Weg nach Griechenland gemacht. Vor den Mauern der großartigen Stadt Eretria hielten sie, um ihre gigantische Armee bedrohlich vor ihr aufzubauen. Und sie warfen sich gegen die Stadtmauern und sechs Tage lang hielten die Verteidiger stand. Sie hielten sich gegen die gewaltige und erdrückende feindliche Übermacht. 

Mit Schild, Speer und Bogen wehrten die Kämpfer von Eretria den persischen Ansturm ab und bald schien es, als würden sich die Feinde der Stadt an ihren Mauern ermüden und dort verbluten. Niemals, so schien sicher, konnte eine so vortreffliche Zivilisation und große Stadt von feindlichen Völkern genommen werden. Und das hätten sie auch niemals vermocht. Niemals wären die Mauern und Wehranlagen und Verteidiger der Stadt von einer feindlichen Armee bezwungen worden.

Und die Stadt Eretria wäre nicht gefallen.

Doch sie ist gefallen. Die Perser eroberten die Stadt, schlachteten und versklavten die Bevölkerung und brannten alles bis auf die Grundmauern nieder. Eine Gruppe von höhergestellten Personen, Adligen und Besitzenden der Stadt, hatte schon im Vorfeld für die bedingungslose Kapitulation Eretrias argumentiert. 

Man solle sich den Persern doch ergeben, sie über die Landesgrenzen lassen, die Athener Verstärkungen zurück schicken und die Mauern unbesetzt lassen. Und als die Stadtmauern belagert wurden und die tapfereren Männer diese zu besetzen suchten, schimpften die Adligen und Besitzenden dieses Schlages auf die Verteidiger. „Dadurch wird alles nur viel schlimmer! 

Wenn wir uns wehren, werden sie gnadenlos sein!“ Lieber wollten sie die ganze Stadt aufgeben, um im Namen der Perser weiter als ihre Stadthalter regieren und besitzen zu dürfen. Sie kümmerten sich nicht um die Idole der Bewohner von Eretria, ihre Tempel, Götter, Schreine und Sakramente. Sie scherten sich nicht um das Leben ihrer Mitmenschen, da es sich genauso mit persischen Fischern handeln lässt und es keinen griechischen Pöbel bräuchte. Jeder Pöbel würde es tun. Auch ein persischer Pöbel.

Und als die Soldaten von Eretria für ihr Volk am Stadttor und auf dem Wehrgang ihr Leben hingaben, versteckten sich die Noblen der Stadt. Sechs Tage lang warteten sie, ehe sie in der Dunkelheit der Nacht zum Stadttor schlichen und es für die wartende Armee der Perser öffneten. 

So meuchelten die beiden Männer (Euphorbus und Philagrus), die aus dem gleichen Volk und aus der gleichen Stadt wie ihre Mitbürger kamen, eben diese kaltblütig.  Der Todesstoß für die Stadt kam nicht von außen, sondern aus dem Innern. Die harte Schale einer Frucht nützt nichts, wenn das Innere verfault ist und beim ersten Drücken die Schale so nachgeben muss.

Fürchtet nicht die fremde Armee vor den Mauern, die es aus eigener Kraft nicht über diese Mauern schaffen würde, solange diese wehrhaft sind. Fürchtet und verachtet lieber den Verräter, der die Tore der Stadt in der Nacht öffnet und aus faulem Munde von den Vorteilen der Fremdherrschaft spricht!

Beliebte Posts aus diesem Blog

Asylbewerber missbraucht Buben in Kelheim

Psychiater: “Gutmenschen sind klinisch geisteskrank”

Was wir zum 3. Weltkrieg nicht wissen sollen & wie wir darauf reagieren müssen.