Kurznachrichten

Bildung an deutschen Gymnasien?

Wieviel gibt’s davon noch in dem Land, das zu Reichszeiten einmal führend war? Wer meinte, daß es nach Inclusion auf der nach unten offenen Bertelsmann-Skala nicht mehr schlimmer kommen könnte, sieht sich bitter enttäuscht. Der letzte Schrei der Niveauzerstörer heißt “Präsentationsprüfung”. Sie ist in manchen deutschen Gauen schon Pflichtfach, wie in Hamburg, in anderen noch wählbar. Für die leistungsschwachen Abiturienten ist es d e r Rettungsanker gegen das absolute Desaster und wird demzufolge für solche Mangelhaft-Fächer wie Mathematik gewählt. 

Es geht nur noch um die ausgefeilte mediale Darstellung eines Lernstoffs und nicht mehr um die eigentliche Beherrschung und das Verständnis desselben, also eine gelungene Power-Point-Präsentation. Genau diese ist Schwerpunkt der Benotung. Und schließlich hatte der Prüfling daheim zwischen zwei und vier Wochen Zeit, unter Zuhilfenahme aller möglichen, sogar profesionellen Hilfe – je nach Geldbeutel – eine gelungene Show zu arrangieren.

Das schöne Integral bringt’s nunmehr – nicht seine Berechnung!
 
Es ist wohl das perfekte Gegenteil des Faustischen Hexeneinmaleins’. Statt “aus eins mach zehn” nun aus “fünf mach drei” oder aus “vier mach zwei”, holst gute Noten dir herbei. Warum überhaupt noch Abiturprüfungen? Sollte es da nicht einfach ausreichen, nach 12 bzw. 13 Jahren Schulbank-Absitzen feierlich sein Reifezeugnis überreicht zu bekommen. Mit Noten aus der Lostrommel, die die Schüler vorher selbst beschicken? Das würde allen Beteiligten so viel Streß ersparen und freiere Menschen heranwachsen lassen! Apropos freiere Gesinnung:


Jürgen Mannke zurückgetreten!
 
Der Vorsitzende des Philologenverbandes S-A hat nunmehr doch sein Amt niedergelegt. Als Direx des traditionsreichen Weißenfelser Goethe-Gymnasiums hatte er ein rechtes Wort zur rechten Zeit in der Verbandszeitschrift geschrieben, in Wahrnehmung seiner Fürsorgepflicht insbesondere für die Mädchen, angesichts des Zustroms junger exotischer Männer mit durchaus sehr robusten und andersartigen Wertvorstellungen. Allerdings werden aufrechte rechte Worte heutzutage meist von den medialen und politischen Gesinnungswächtern sofort in die rechte Ecke gestellt mit entsprechend hereinbrechendem Shitstorm – wie das neudeutsch bezeichnet wird. Alle Kotaus und Bereuungungen halfen nicht – der Mann hatte seine Schuldigkeit getan. Es bleibt abzuwarten, ob er noch länger als Direx fungieren darf. Immerhin, der Schülerrat hat sich hinter ihn gestellt – Weißenfels darf stolz auf diese Jugend sein!


Aber wie prägt solches Geschehen die jungen Menschen?
 
Was nehmen sie mit für’s Leben? Was lernen wir daraus – heißt es bei der Buchbesprechung. Männerstolz vor Königsthronen – wie es in Schillers “Ode an die Freude” heißt – sicher nicht. Wurde die nicht gerade europäisch ganz groß inszeniert? Die Wirklichkeit sieht anders aus: hart und brutal. Duck dich weg, halt dein Maul, paß dich an und sing im Chor der Claqueure. Dann wirst’e was. D i e bundesdeutsche Maxime. Freiheitlich demokratische Grundordnung? 


Schöner Schein der Besatzer-Installateure. Man hat zwar die Freiheit seine Meinung zu sagen, muß dann aber die ganz unfreiheitlichen Folgen tragen. Kulturmarxistisches Verständnis von Toleranz – das des Tollhauses. Was wurden doch immer die früheren Deutschen beschimpft, daß sie Untertanen gewesen wären! Und die Deutschen heute???

Äußerlich und materiell stehen Bildungssystem und Goethe-Gymnasium heute viel glänzender da – innerlich sind sie verrotteter als vor fünfzig Jahren in der DDR! Und dieses verluderte Deutsch ist ganz oben angekommen. Nicht nur die Frontschwadroneure des teuren öffentlichen Fernsehens, nein, sogar die der schreibenden Zunft – wie eine FAZ-Redakteurin dieser Tage früh im DLF – bedienen sich ganz selbstverständlich eines kindlichen Satzbaues wie “…, weil, wir machen das…”. Zur Reife als Duckmäuser dann die infantile, möglichst anglophile Sprache? Ach, wie hieß das doch so schön “Vorwärts immer, rückwärts nimmer!”




Quelle: Hans Püschel