Bald geht der Krieg los – und wir sind mittendrin…


Es scheint ein Wettlauf mit der Zeit zu sein: Wann beginnt ein Nato-Ukraine-Krieg gegen Russland? Es sieht nicht günstig aus für friedliche Zeiten. Doch was wissen wir im Westen eigentlich über den „Ukraine-Konflikt“ und seine Ursachen? 

von Eva Herman

Weitgehend das, was uns die Medien Tag für Tag verabreichen: Als bestehende „Tatsachen“ wären da der „Diktator“ Putin, die „Krim-Annexion“, die Kämpfe der „pro-russischen Rebellen“. Aber wieso hören und lesen wir kaum von Begriffen wie „Neurussland“? Oder von dem eigentlichen Kriegsgrund: Der Abwendung der BRICS-Staaten von der Federal-Reserve-Leitwährung?


Derzeit überschlagen sich die Ereignisse: Mehr als tausend russische Soldaten seien auf ukrainischem Boden aktiv, behauptet die Nato. Der ukrainische Milliarden-Schokoladen-Präsident Poroschenko klagt, das russische Militär sei im Osten der Ukraine einmarschiert. Das wird vom OSZE-Vertreter Russlands in Wien bestritten. Bundeskanzlerin Merkel verlautbart, Russlands Vorgehen in der Ukraine dürfe „nicht folgenlos“ bleiben. Sofort wird eine Dringlichkeitssitzung des UN-Weltsicherheitsrats einberufen, der Russland scharf kritisiert. Die EU will über weitere Sanktionen beraten. So beginnen Kriege …


Das Damoklesschwert über dem Geschick Europas senkt sich, die Ereignisse werden beschleunigt. Wer gestern noch verlacht wurde wegen geäußerter Kriegsbefürchtung, erhält heute volle Zustimmung. Ja, es könnte wirklich bald Krieg geben zwischen dem Westen und Russland.


Zum Westen gehören die USA, die Ukraine und Europa, also auch Deutschland. Wenn dieser Krieg Wirklichkeit wird, dann ist es bei uns mit den ruhigen Zeiten vorbei. All das, was unsere Vorfahren mühselig nach zwei Weltkriegen wieder aufbauten, wird in kurzer Zeit zunichte gemacht. Viele Menschen können sich das noch nicht vorstellen: Zerbombte Häuser, zerstörte Infrastrukturen, kein fließendes Wasser mehr, kaum Strom. Und so weiter. Krieg bedeutet viele Tote und Verletzte, Leid und Tränen, die Verluste werden vor keiner Familie halt machen.




Worum geht es in diesem Krieg? Ja, wir haben es, trotz zahlreicher Nebelbomben unserer Mainstream-Medien, doch schon hin und wieder gehört: Der Westen will sich die Ukraine unter den Nagel reißen. Wegen der Rohstoffe, sagen investigative Journalisten. Wegen der russischen Abwendung vom Petro-Dollar, sagen Kenner. Wegen der wogenden Getreidefelder, sagen die Älteren, weil man die Ukraine früher immer als Kornkammer Europas bezeichnete. 


Das ist sie auch, beziehungsweise sie war es. In letzter Zeit ist dort nicht mehr so viel los, heißt es, denn viele Männer, vor allem aus dem Osten und Süden der Ukraine, seien nun im Krieg. Ja, liebe Leute, dort herrscht Krieg! Tausende Tote hat die Ukraine inzwischen zu verzeichnen, die Zahl der Verletzten geht in die Hunderttausende. Die Flüchtlinge werden mit über einer Million beziffert, die bereits in Russland angekommen sein sollen. Sie kommen meist aus Neurussland.

Neurussland? Wo liegt das? Was ist das? Warum erfahren wir in den Mainstream-Medien so wenig über Neurussland? Zwar wird das Gebiet Donbass und Umgebung genannt, doch was steckt in Wahrheit hinter den erbitterten Kämpfen in dieser Region?


Die ukrainische Armee, die weitgehend vom Westen und den Rechtsextremen orchestriert wird, kämpft gegen die „pro-russischen Separatisten“, heißt es. Man müsste aber sagen, gegen die Armee Neurusslands. Erst vor kurzem hat sich „Noworossija“ als Staat gegründet, durch einen selbsternannten Ministerrat. Bei einer Pressekonferenz wurden die Ansichten und Werte der Menschen dort der Welt vorgestellt. 


Der Verteidigungsminister der Donezker Nationalen Republik betont, dass sie jetzt erbittert gegen die eindringende, Putsch-Regierung der US-Marionetten kämpften. Die Neurussen hatten vor Monaten um Föderalisierung gebeten, denn sie wollten auf keinen Fall, wie Kiew, zu Europa gehören. Doch sie erhielten diese Chance nicht. Danach erbaten sie ein Referendum: Abgelehnt!


Nun, sagt der Vorsitzende des Ministerrats, Alexander Sachartschenko, „müssen wir eben kämpfen, wenn es sein muss, bis zum letzten Blutstropfen!“ Sie hätten versucht, auf friedliche Weise die Unabhängigkeit von der zunehmend westlich beeinflussten Ukraine zu realisieren. Darüber haben unsere Westmedien so gut wie nie berichtet! Nun ist dort Krieg, „Kiew hat es nicht anders gewollt“. 


„Was ist unser Makel?“, fragt Sachartschenko, „warum bekämpft ihr uns, was haben wir falsch gemacht? Dass wir darum gebeten haben, unabhängig zu sein? Dass wir so leben wollen, wie es uns gefällt? Worin besteht unsere Schuld: Weil wir Schiefergas haben und man uns deswegen vom Angesicht der Erde fegen will?“

Während die Neurussen nun verzweifelt um ihre Kultur, um ihre Identität, ihre (russischen) Traditionen, um ihr Land kämpfen, findet über ihren Köpfen allerdings eine ganz andere Auseinandersetzung statt: Der russische Präsident Wladimir Putin lässt sich nicht mehr von der US-Regierung auf der Nase herumtanzen, die seit Jahren, gegen jede Vereinbarung, die Nato-Osterweiterung vorantreibt, in Rumänien, Bulgarien, Tschechien und Polen Raketenschilde aufgebaut und sie gegen Russland gerichtet hat.


Nun hat Putin sich mit den BRICS-Staaten zusammengetan und eine Bank gegründet, die der Federal-Reserve-Währung ordentlich Beine macht. Auch wird Russland künftig seine Öl- und Gasexporte nicht mehr in US-Dollar, sondern in Rubel abrechnen, ließ Moskau verlautbaren. Der russische Energie-Riese Gazprom hat dort allein Förderrechte von über 230 Millionen Tonnen Erdöl und 270 Milliarden Kubikmeter Erdgas.


Wer sich je mit der anglo-amerikanischen Administration anlegte, wer es wagte, dem Dollar eine Alternative gegenüberstellen zu wollen, der hat dies stets bitter bezahlt, denken wir an das Schicksal Iraks, an Saddam Hussein, der im Angesicht der Weltöffentlichkeit gehenkt wurde, nachdem man ihm die inzwischen längst widerlegte Lüge über Massenvernichtungswaffen angehext hatte. 


Denken wir auch an das einst blühende, aufstrebende Libyen unter Muammar al Gaddafi, der nicht nur Massen von Sklaven zu selbstbestimmten Bürgern machte, der nicht nur ein Wüstenbewässerungssystem entwickeln ließ, welches nahezu den gesamten arabischen Raum fruchtbar machen sollte, sondern der auch mit dem Gold-Dinar dem blutigen Dollar zu Leibe rücken wollte. Sein Schicksal endete ähnlich wie das Saddams. Beide Länder wurden völlig destabilisiert, ihre reichen Ölvorkommen unter Europäern und US-Firmen „brüderlich“ aufgeteilt.



Was wird aus Russland? Aus Neurussland? Aus der Ukraine? Was wird aus Europa? Es muss das Schlimmste befürchtet werden. Die Kriegstrommeln werden lauter, das westliche Kriegsbündnis sammelt sich, die Positionen werden verteilt: Norwegen hat ein 450-Mann starkes Panzerbataillon zu zweimonatigen „Übungen“ an die Grenze zwischen Lettland und Russland entsandt. Die Nato stellt jetzt eine rasche Eingreiftruppe auf, unter dem Oberkommando der Briten: Zehntausend Mann werden aus dem Baltikum und den Niederlanden entsandt. Das ist erst der Anfang. Jetzt geht der Krieg los. Und wir sind mittendrin!
Bald geht der Krieg los – und wir sind mittendrin… Bald geht der Krieg los – und wir sind mittendrin… Reviewed by Jura on August 16, 2015 Rating: 5

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