„Wir wollen…, wir fordern…“ – Güstrower Asylanten stellen Wunschliste zusammen

„Wir wollen Frieden und Glück“, so der Aufruf zur „Flüchtlingskundgebung“ am vergangenen Sonnabend in Güstrow. Etwa 150 Asylbewerber und Sympathisanten folgten dem schwammigen Appell und versammelten sich am frühen Nachmittag auf dem Güstrower Marktplatz. 

 „Flüchtlingskundgebung für Flüchtlingsrechte und gegen Rassismus“, gab die Initiative „Rassisten stoppen – Solidarität mit Flüchtlingen“ die Stoßrichtung vor. Auch die Unterstützerliste war randvoll mit linken bis linksextremen Parteien, Verbänden und Organisationen. So unterzeichnete neben den Jusos Rostock, dem Güstrower Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen und diversen Vertretern der Partei DIE LINKE auch die VVN-BdA/Landesvereinigung Mecklenburg-Vorpommern (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) den Aufruf.

Wie dem Aufruf zu entnehmen war, handelte es sich bei den eigentlichen Veranstaltern um „eine Gruppe Güstrower Flüchtlinge“, welche „nicht länger am Rand stehen wollen“, während über sie und ihre Situation geredet wird. Man wolle „mitreden und die Situation der Flüchtlinge in Güstrow aus“ eigener „Sicht schildern und mithelfen, diese zu verbessern.“ Demnach scheinen geregelte Mahlzeiten, reichlich Taschengeld und ein Dach über dem Kopf nicht auszureichen, um unseren Asylbewerbern ein wenig Dankbarkeit zu entlocken. 

Im Gegenteil, die Güstrower Asylanten scheinen sich hier recht unwohl zu fühlen. So sorgt der Umstand, dass völkisch orientierte Inländer ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen und die Anti-Überfremdungsproteste kontinuierlich auf die Straße tragen, für reichlich Unbehagen. „Immer wieder gibt es Demonstrationen neonazistischer Gruppen und Parteien gegen uns“, echauffiert man sich da etwa im Aufruf. Rassismus sei ohnehin Alltag in Güstrow, „immer wieder werden wir auf der Straße und in Geschäften rassistisch beschimpft oder sogar bedroht“, geben die „Güstrower Flüchtlinge“ weiter bekannt. Und selbst bei Behördengängen werde man respektlos behandelt, machen die Herren Asylanten ihrem Ärger Luft.

„Das alles führt dazu, dass viele von uns sich in Güstrow nicht glücklich und sicher fühlen“, bringen die Güstrower Asylbewerber ihr Unwohlsein auf den Punkt. Na dann, gute Heimreise – möchte man an dieser Stelle beinahe wünschen. Allerdings haben unsere Zuwanderer ganz anderes im Sinn, so formuliert man dreiste Forderungen, um den persönlichen Lebensstandard auf Kosten der Mehrheitsbevölkerung zu heben. „Wir wollen Deutsch lernen, eine Ausbildung machen oder eine Arbeit finden“, beharrt man im Aufruf. Jedoch lassen es „die Gesetze und die vielen Einschränkungen im Alltag“ derzeit nicht zu, beklagt man sich weiter. 

Viele würden „krank durch die fehlende Privatsphäre, die ungewisse Perspektive und Aufgabenlosigkeit sowie die oft traumatischen Erfahrungen in unserer Heimat und auf der Flucht“, drückt man den Finger zur Unterstützung ein wenig auf die Tränendrüse. Dass man nicht mal im Traum an eine eventuelle Heimreise denkt, wird im Aufruf ebenfalls unterstrichen. So heißt es wörtlich: „Um hier anzukommen und unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten, haben wir folgende Forderungen aufgestellt“.

Die zusammengetragene Wunschliste hat’s dann auch in sich. So fordert man von der Stadt Güstrow „ein klares Bekenntnis (…) zu den Flüchtlingen, Internetzugang in allen Heimen, mehr Platz pro Person in den Heimen, mehr Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen, mehr professionelle und bezahlte Dolmetscher und Dolmetscherinnen“ sowie langfristig eine Unterbringung von Asylbewerbern in Wohnungen statt in Heimen. 

Doch damit nicht genug, von der Bundesregierung und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fordert man unter anderem die Abschaffung des „Dublin-Systems“, besseren „Zugang zu Arbeit/Ausbildung/Praktika, eine gleichwertige medizinische Versorgung, Deutschkurse für alle vom ersten Tag an“ und, um sicherzugehen, dass man keine bösen Überraschungen erlebt, „keine Abschiebungen – ob innerhalb der EU oder in unsere Herkunftsländer“. Selbstverständlich sollte auch einem „einfachere(n) und schnellere(n) Familiennachzug“ nichts im Weg stehen. Alles in allem ein ordentlicher Batzen Wohlfühl-Forderungen, welchen die Güstrower Asylanten mit freundlicher Unterstützung diverser Überfremdungsbegeisterter hier vortragen.

Auch die Schweriner Volkszeitung (SVZ) wirft sich für jene Anliegen in die Bresche, so konfrontierte sie den 2. stellvertretenden Landrat, Rainer Boldt, mit den Forderungen unserer Asylbewerber. Dieser winkte jedoch größtenteils ab. „Internetzugänge müssen abgelehnt werden, da die Frage der rechtlichen Haftung nicht geklärt ist. Wenn es einen Missbrauch gibt, muss der Kreis haften. Dieses Risiko werden wir nicht eingehen“, erklärte Boldt gegenüber der SVZ und ließ somit den ersten Luftballon platzen. 

Vom Landkreis finanzierte Internetzugänge können somit vorerst von der Wunschliste gestrichen werden. Auch die sechs Quadratmeter Wohnraum, welche jedem Asylbewerber per Gemeinschaftsunterkunftordnung in Mecklenburg-Vorpommern zustehen, lassen sich so ohne weiteres nicht erhöhen. Boldt verweist hier auf das Landesrecht. „Da können wir nichts machen. Es gibt ja noch Gemeinschaftsräume und Kinderspielzimmer“, versucht Boldt die Asylanten und ihre Unterstützer bei Laune zu halten. Zwar hält er den Betreuungsschlüssel des Landes, wonach zehn Asylbewerber eine Stunde täglich durch einen Sozialarbeiter betreut werden, für zu gering und verspricht, sich in Gesprächen mit dem Land für eine „Verbesserung“ einzusetzen. 

Die Forderung nach einer „Unterbringung in Wohnungen statt in Heimen“ möchte er dann jedoch nicht unterschreiben, so sei bereits „knapp die Hälfte der Flüchtlinge (…) dezentral untergebracht.“ Dennoch könne auf zentrale Heime nicht verzichtet werden, gibt der stellvertretende Landrat der SVZ zu verstehen.

Na so ein Pech aber auch. Da poliert man so fleißig die Rassismuskeule, mimt den Angefeindeten und dreht sein „Flüchtlingstrauma“ durch die Gebetsmühle. Und dann erklärt einem der stellvertretende Landrat was von Gesetzen, Landesrecht und fehlenden Wohnkapazitäten. Khalid Mohammednur, „ein Sprecher der Flüchtlinge in Güstrow“, gibt sich laut Pressemitteilung trotzdem zufrieden. „Wir sind froh darüber, dass wir selbst über unsere Situation in Güstrow öffentlich sprechen konnten“, erklärt der Eritreer, um anschließend noch ein wenig mit der Rassismuskeule zu wedeln. So erlebe man „beinahe täglich Rassismus, Anfeindungen und Ablehnung“, jammert der Khalid im Nachruf zur Kundgebung weiter.


Unterdessen erreicht die verfehlte Asylpolitik auch im Landkreis Rostock immer häufiger kleine und kleinste Ortschaften. Nach Krakow am See und Jördenstorf werden nun die Einwohner der 900-Seelen-Gemeinde Lüssow (Mecklenburg) mit exotischen Nachbarn beglückt, was einfordernden Asylanten wie Khalid Mohammednur rosige Aussichten bescheren dürfte. So fließt ungebremst mehr Gewicht in die Waagschale der Zuwanderer und schon in absehbarer Zeit könnte die Waage zu ihren Gunsten kippen. Bei einer Einwohnerversammlung am 26. 05. 2015 wurden die Lüssower Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt. Demnach werden zwei Aufgänge eines Wohnblocks mit insgesamt 16 Wohneinheiten für die Unterbringung von Asylbewerbern vom Landkreis angemietet.

Unter dem Motto „Heimat schützen – Überfremdungswahn stoppen!“ versammelten sich Güstrower Aktivisten im Vorfeld der Veranstaltung zu einer stationären Kundgebung. So konnte direkt vor dem Lüssower Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum, in welchem die Einwohnerversammlung stattfand, durch das Verteilen von Handzetteln und einem kurzen Redebeitrag auf die Überfremdungsproblematik aufmerksam gemacht werden.

Einladung zur Einwohnerversammlung in Lüssow (Mecklenburg)


Anti-Überfremdungsmahnwache in Lüssow (Mecklenburg)









Quelle: Der Staatsstreich
„Wir wollen…, wir fordern…“ – Güstrower Asylanten stellen Wunschliste zusammen „Wir wollen…, wir fordern…“ – Güstrower Asylanten stellen Wunschliste zusammen Reviewed by Jura on Juni 04, 2015 Rating: 5

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