Kurznachrichten

Vandalismus - Zerstörung! Hier Kelheim . . .

Ein Wort bringt Gedeihen über ein Land, ein Wort bringt Zerstörung über ein Land.
 "Toleranz"  


Wenn Zerstörung über das Haus kommt, fängt sie bei der Schwelle an. 

Nur noch der Sockel der historischen Friedhofslaterne steht. Dekan Hans Maier, Bauhofarbeiter Adam Klyszcz und ein Passant stehen vor den Bruchstücken des Denkmals. Foto: Bachmeier-Fausten

War es wieder eine Bande von hasserfüllten jugendlichen Migranten oder linkem Pöbel?  
Welche Adjektive fallen Ihnen zu den Vandalen ein?

 Wenn Zerstörung über das Haus kommt, fängt sie bei der Schwelle an. 

Noch immer beschäftigt eine Tat von Vandalen, die am Wochenende die historische Friedhofslaterne zerstörten, die Öffentlichkeit. „Von großer Empörung und Verärgerung in der Bevölkerung gegenüber den Tätern“ berichtet Dekan Stadtpfarrer Hans Maier. Auf dem Kirchplatz in der Kelheimer Altstadt ist das Denkmal, das vor der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt stand, umgeworfen worden. 

Nur noch der Steinsockel ist stehengeblieben. „Ich bedauere zu tiefst, dass das Denkmal zerstört wurde und bin empört, welche Gewaltbereitschaft Menschen haben“, so amtierender Bürgermeister Christian Prasch.


Im Bereich des Kirchplatzes befand sich ca. 1000 nach Chr. ein Friedhof, der 1855 stillgelegt wurde. Die Gräber wurden eingeebnet. Die Totengebeine setzte man in einem gemeinsamen Grab bei. Darüber wurde die gotische Laternensäule errichtet. Gegenüber vom Ostchor sind Reste der alten Stadtmauer zu sehen.


Den Schaden hatte, wie berichtet, Bauhofmitarbeiter Adam Klyszcz am Samstag in der Früh entdeckt. Dekan Hans Maier hat am Samstag Anzeige erstattet. Vermutlich waren es mehrere Täter, so Christian Winkler, Sprecher der Polizeiinspektion Kelheim. Laut Polizeihauptkommissar Winkler sind einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, die „ausgewertet werden“. „Die Ermittlungen laufen.“ Weitere Hinweise nimmt die Polizeiinspektion (PI) Kelheim unter der Telefonnummer (0 94 41) 50420 entgegen. 

Die Polizei geht davon aus, dass die Tat am Samstag etwa um 2 Uhr verübt wurde. Das Metallkreuz, das am Samstagnachmittag vom Dekan vermisst worden war, ist an einem sicheren Ort. Nach Auskunft von Polizeihauptkommissar Winkler ist dieses im Laufe des Samstagvormittags sichergestellt worden. Der Grund: die Spurensicherung. Das Metallkreuz werde wieder zurückgegeben, so der Kelheimer Polizeisprecher.


Schaden ist nicht versichert

Kopfzerbrechen bereitet Dekan Maier wohl, wie eine Restaurierung des Steinmals in Form einer Laterne, oder wenn dies nicht mehr möglich ist, die Anfertigung einer Kopie finanziert werden können. „Ich möchte zwar, dass man wieder etwas hinstellt, aber die Kirchenstiftung kann das finanziell nicht leisten“, sagte er. Am Dienstag berichtete der Stadtpfarrer, dass bei der Gebäudeversicherung der Diözese „Vandalismus nicht eingeschlossen ist“. 

Der Dekan hat auch bereits mit Reinhold Niedermeier bei der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Kelheim Kontakt aufgekommen. Dieser versuche wegen der Schadensbegutachtung einen Sachverständigen nach Kelheim zu holen, „um einen Zuschuss beim Landesamt für Denkmalpflege beantragen zu können“, sagte der Dekan. Am Dienstag plante er auch, sich mit einem Steinmetz zu treffen, der ein Gutachten erstellen soll, ob das Denkmal wieder hergestellt werden kann und zu welchen Kosten.


Auf die Frage, ob eine Videoüberwachung des Kirchplatzes in Erwägung gezogen wird, antwortete Dekan Maier: „Da müsste zuerst einmal die rechtliche Frage geklärt sein. Das ginge nicht ohne die Stadt, die hat seit der Umgestaltung des Platzes vor über 25 Jahren die Verkehrssicherungspflicht übernommen.“ Wie der Geistliche sagte, würde eine Videoüberwachung alleine ohne Auswertung nichts nutzen. Er könnte sich aber vorstellen, dass eine Überwachungsmaßnahme „ein bisschen etwas bringt“. Maier erwähnte in diesem Zusammenhang auch „anderweitigen Ärger“. Durch Fußballspieler und Skater fühlten sich Passanten, gerade ältere Leute, bedroht.

Videoüberwachung thematisieren

Auf MZ-Anfrage sagte amtierender Bürgermeister Christian Prasch: „Man sollte sich die Thematik Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen und Anlagen mal vornehmen. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass es immer wieder Vandalismus in Städten und auch in Kelheim gibt.“ Dieser nehme „kontinuierlich zu“. Wegen der Zerstörung habe Stadtbaumeister Schmid am Samstag den Dekan auch gleich aufgesucht. 

Zur Absicherung habe der Stadtbauhof einen Bauzaun aufgestellt. Prasch zufolge hat er sich selbst ein Bild von dem Schaden gemacht und telefonisch Kontakt zu Dekan Maier aufgenommen, um mit ihm über die weitere Vorgehensweise zu sprechen. Christian Prasch: „Die Friedhofslaterne ist eine Erinnerung an die Grabstellen um die Kirche, ein Stück auch von Kelheim.“ Er plädierte dafür, dass „das Denkmal wieder zum Denkmal wird.“


Quelle: MZ Kelheim