Sprachkultur



Die Erfahrung eines Volkes und das daraus erwachsene Bewusstsein, manifestieren sich in den Worten, die dieses Volk benutzt. Die Volkssprache ist somit lebendiger Ausdruck einer Kulturlinie, die sich in Jahrtausenden geprägt hat. Worte wie Waldeinsamkeit, Weltanschauung oder Weltschmerz lassen keine direkte Übersetzung in eine andere Sprache zu; sie sind so einzigartig wie Heimat oder Kindergarten und werden als Germanismen von anderen Ethnien übernommen.



Kultureller Austausch und Multikulturalismus sind jedoch auch hier nicht einerlei, sondern diamentral entgegengesetzte Positionen. Während der Multikulturalismus eben genau diese Einzigartigkeit der Volkssprachen verkennt und ihre Wurzeln durch Mischung untergraben will, erkennt der Völkerfreund die Bereicherung in der historischen Ausdifferenzierung und Trennung. Denn: Ohne Trennung und ohne Unterschiedlichkeit wären diese Worte nie entstanden. Wären alle Völker gleich, so wäre es für den Bewohner der sandigen Wüstenhalbinsel Arabien die Entdeckung des Wortes “Kyoikumama” genauso selbstverständlich, wie für den Japaner, der darunter eine Mutter versteht, die ihr Kind zum Einschlagen einer akademischen Laufbahn drängt. 

Warum ist genau Dänemark “hyggelig”? Und warum haben nicht die Libyer, sondern genau die Indonesier das Wort “Jayus” kreiert? Auch wir kennen das dahintersteckende Gefühl, wenn jemand einen unlustigen Witz derart schlecht erzählt, dass dieser Akt selbst eine unfreiwillige Komik entwickelt. Aber warum haben wir kein eigenes Wort dafür? Weil Volk ein Geflecht aus Geschichte, Rasse und Boden darstellt, dass im wechselhaften Zusammenspiel dieser Eigenschaften eine eigene Kultur entwickelt hat, die sich – erneut – in der jeweiligen Sprache manifestiert.

Sprache ist kulturelle Macht, wenn sie als Welteinheitssprache (Englisch) nicht (nur) den kulturellen Austausch fördert, sondern maßgeblich die sprachlichen Eigenheiten eines Volkes untergräbt. Ein Großteil der Anglizismen, die heute von unseren Volksgenossen verwendet werden, sind nämlich nicht kulturspezifische Ausdrücke, sondern deckungsgleiche Worte, die einfach nur “cooler” klingen. Klapprechner und Laptop, Flatscreen und Flachbildschirm, Racing Car und Rennwagen. 


Hier geht es nicht um kulturspezifische Worte, die wir – in Ermanglung eigener Begrifflichkeiten – verwenden, sondern um Zeugnisse einer sprachlichen Expansionspolitik. Nicht nur, dass diesen Worten oft eigene, deutsche Worte gegenüberstehen würden, es sind oft zusätzlich genau diese Worte, die das Bewusstsein einer jungen Generation prägen sollen, um sie von ihren Wurzeln zu lösen. “Babo, Swag und Yolo” sind nicht Ausdruck unserer oder irgendeiner gewachsenen Gemeinschaft, sondern in Buchstaben gepresster Zeitgeist.

“Der deutsche Junge redet wie ein Ausländer, kleidet sich wie ein Ausländer, verhält sich wie ein Ausländer. Die einen wären lieber Neger, tragen die Hosen in den Kniekehlen und hören lauten Gangsta Rap. Die anderen ziehen in engen Röhrenjeans um die Häuser und immitieren den androgynen “Look” aus den “United States”. Ist es denn nicht die Sprache, die das politischen Wesen einer Zeit widerspiegelt? Wir verbinden Dampfmaschine und Eisenbahn mit der industriellen Revolution, den “Platz an der Sonne” verorten wir ins Deutsche Kaiserreich und “die neue Welt” ins Jahr 1492. 


Die Sprache der Jugend ist dabei stets ein Richtwert für die herrschenden Vorstellungen, Wünsche und Interessen. Hinter ihr stecken Institutionen, Gruppen und Strömungen, die ihre Ideen und Worte gezielt in Münder legen wollen, um selbst an Macht zu gewinnen. Und um diese Macht geht es, wenn den jugendlichen Deutschen englische und türkische Worte maßgeblich prägen. Wenn nicht Worte wie “Sturm und Drang” oder “Freiheit”, nicht “Natur” oder “Liebe” im Zentrum des eigenen Denkens stehen, sondern “Yalla” und “Fail”.“ Jugendwort des Jahres

Wer seine Sprache völlig preisgibt und nicht mehr vor der Zersetzung abschirmt, gibt auch sein Innerstes preis, das in Jahrtausenden heran gereift ist und dabei unzählige Perioden von Kälte, Hunger, Not, Mut, Stärke, Hoffnung und Sieg durchlaufen hat. Imitiert nicht den Zungenschlag der Völkerfeinde, sondern wagt es und sprecht Klartext.


Quelle: Etschlichter

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