Doppelname für Frauen

Interessanterweise sind es gerade Menschen die meinen hohen Bildungsniveau zu besitzen, dazu neigen, sich Doppelnamen zuzulegen. Sie halten sich für besonders fortschrittlich und glauben unter anderem, der Doppelname zeige, daß sie ihre Frauen als gleichberechtigt ansehen.



Manche intellektuelle Kreise legen großen Wert auf eine Abgrenzung gegenüber gewöhnlichen Sterblichen. Sie sind äußerst stolz darauf, wenn andere Menschen nicht fähig sind, ihren Namen richtig zu schreiben oder auszusprechen. Das gibt ihnen ein gewisses Überlegenheitsgefühl. Menschen, die sich in solchen Kreisen aufhalten müssen oder, aus welchen Gründen auch immer, aufhalten wollen, können schnell ins soziale Abseits geraten, wenn sie einen gewöhnlichen Namen tragen.

Kann man jetzt den Schluss ziehen, dass besonders hochnäsige Frauen/Menschen . . . ?

Die Kriterienverschärfung, dass diese nur noch mit Doppelnamen eine Chance haben, hat auch sehr schnell an Wirkung verloren. Die Liste mit traurigen Beispielen ist lang.

Der Vorname nimmt eine besondere Stellung im Leben ein. Er dominiert praktisch die gesamte Kindheit, während der Nachname erst später seine volle Bedeutung entfaltet.
Erinnern Sie sich bitte einmal zurück an Ihre Kindheit. Haben Sie zwei oder mehrere Vornamen? Ist es bei Ihnen auch so gewesen, daß ein Name Ihr Rufname war, während Sie die oder den anderen wie ein Geheimnis in sich trugen und nur Ihren besten Freunden offenbarten? 

Das ist vielfach so, doch was macht die zusätzlichen Vornamen so außergewöhnlich?
Zum einen ist es einfach komplizierter, immer mehrere Vornamen zu verwenden. Niemand verwendet gerne die Anrede Karl Egon, wenn Karl vollkommen ausreicht. Die Anrede Karl Egon dauert nicht nur länger, sie verlangt auch eine höhere Gedächtnisleistung. Stellen Sie sich nur einmal vor, alle Ihre Freunde würden Ihnen ihre Doppel–, Dreifach– oder noch mehr Namen sagen und verlangen, mit ihrem vollen Namen angesprochen zu werden. Das würden Sie sicher kaum akzeptieren. 

Zum anderen müssen kindheitspsychologische Aspekte berücksichtigt werden. Gerade Kinder besitzen noch einfache Denkstrukturen (viele Erwachsene übrigens auch) und identifizieren sich gerne mit einem einfachen Namen. Deshalb bevorzugt ein Kind mit dem Namen Frank Christian in der Praxis lieber den Namen Frank, ein Kind mit dem Namen Tanja Theresa wird Tanja wählen. 



Nun ist es aber so, daß gerade der Vorname in der Kindheit eine starke Dominanz besitzt. Die Eltern, die Verwandten und auch alle Freunde nennen ein Kind mit dem Vornamen. (Manchmal werden auch verantwortungslose Spitznamen verwendet, mehr darüber im Kapitel über Entwicklungspsychologie.) Das führt dazu, das der Rufname stark mit dem eigenen Ich assoziiert wird. Der Zusatzname gerät mehr oder weniger in Vergessenheit. Häufig löst er sogar ein gewisses Befremden aus. 

Machen Sie doch einmal folgendes Experiment: Rufen Sie einen Bekannten in gesellschaftlicher Runde mit dem wenig bekannten zusätzlichen Vornamen. Meistens wird er sich zuerst gar nicht angesprochen fühlen, anschließend wird er wahrscheinlich verwirrt reagieren. Unverarbeitete Namenskonflikte können zum Vorschein kommen. Wenn Ihnen nur wenige oder überhaupt keine Zusatznamen in Ihrem Freundeskreis bekannt sind, fragen Sie einfach die entsprechenden Freundinnen. Ehefrauen sollten Sie nicht befragen. Sie könnten dann leicht in den Verdacht geraten, mit der Frau ein Verhältnis zu haben. Schließlich gilt der zweite Vorname in unserer Gesellschaft noch immer als intime Vertrauenssache. Tatsächlich ist die Offenbarung des vollständigen Vornamens fast immer mit mehr oder weniger seltsamen Ereignissen verbunden. 

Während einer Zugfahrt kam es zu einer peinlichen Situation. Ein Freund von mir tat voller Stolz kund, daß sein voller Vorname Hermann Kraft Raffael sei, wobei er die zweite Silbe seines ersten Vornamens und seinen zweiten Vornamen unnatürlich betonte. Eine junge Mitreisende versteckte sich daraufhin schamvoll hinter ihrer Zeitung, eine andere errötete heftig und blickte hilflos zu Boden. Ein junger Pendler versuchte die Situation zu entspannen, indem er bemerkte, Hermann hätte seinen zweiten Vornamen wohl erhalten, als seine Eltern eines Tages einen Blick in den Kühlschrank warfen. 

 
Es ist eigentlich bedauerlich, daß der zusätzliche Vorname im allgemeinen verdrängt wird. Obwohl diese Taktik während der Kindheit fast immer nützlich ist, so kann ein mehrfacher Vorname im Erwachsenenalter ein nicht zu unterschätzendes Erfolgspotential darstellen. Wir haben gesehen, welchen immensen Einfluß der richtige Name auf Liebesbeziehungen hat. Menschen mit mehrfachen Namen besitzen hier einen eindeutigen Vorteil, wenn sie es verstehen, ihren Vornamen richtig zu nutzen. Modeströmungen können elegant ausgenutzt werden, indem immer der gerade aktuelle Vorname verwendet wird. Voraussetzung dazu ist natürlich, daß die Vornamen nicht alle ähnlich sind. Eltern sollten besondere Sorgfalt darauf verwenden, daß sie ihrem Kind einen Namen mit großen Erfolgsmöglichkeiten geben. Sie können zum Beispiel einen einfachen, einen komplizierten, einen edlen und einen verruchten Namen wählen. Anja Christine Tamara Lola wäre ein solcher Name mit erweiterter Nutzungsmöglichkeit. Dabei sollte aber beachtet werden, daß das Kind rechtzeitig in die Geheimnisse seines Namens eingeweiht wird. Allzu leicht könnte es sonst in eine solche Situation kommen: 

„Wie heiß du eigentlich?“
„Anja Christine Tamara Lola.“
„Unmöglich, wollten dich deine Eltern mit diesem Namen bestrafen?“ 

Namen mit erweiterter Nutzungsmöglichkeit können im Extremfall eine ernstzunehmende Gefahr für die seelische Entwicklung eines Kindes darstellen. Eltern sollten sich deshalb genau überlegen, was sie tun. Manchmal ist es sinnvoll dem Kind erst dann seinen vollen Vornamen mitzuteilen, wenn es dafür reif genug ist. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß ein Kind immer frühzeitig seinen Namen erfährt, sei es durch geschwätzige Verwandte oder unachtsame Bekannte. Sicherer ist es, einen gewöhnlichen Namen zu verwenden und das Kind später mit anderen Namenstaktiken vertraut zu machen. Vergessen Sie bitte nicht, daß allzu gewöhnliche Namen die Gefahr der Mittelmäßigkeit mit sich bringen. 


Sie mögen vielleicht denken, daß Vornamen nur in Liebesbeziehungen und im sonstigen Privatleben eine Rolle spielen. Das ist falsch. In vielen Firmen ist es bereits üblich, insbesondere beim Umgang mit Kunden, Namensschilder mit vollem Namen zu tragen. Menschen, die sich unter mehreren Vornamen den richtigen auswählen können, sind hier eindeutig im Vorteil. 

Berta Hohenberge war Einkäuferin für ein großes Modehaus. Sie besaß einen erlesenen Geschmack und wählte ihre Einkäufe überdurchschnittlich gut aus. Sie litt darunter, daß ihre Arbeit von den Kollegen nicht anerkannt wurde. Nur selten erhielt sie ein Lob. Im Betrieb hieß es meisten nur „Das sind die Sachen von der Berta.“ „Guck dir mal die Klamotten an, die Berta wieder ausgesucht hat.“ Der Name Berta wurde dabei stets seltsam betont. 

Als Berta eines Abends von einem mutigen Freund auf die Wirkung ihres Namens aufmerksam gemacht wurde, war sie zuerst wütend und verwirrt. Später entsann sie sich jedoch auf ihren zweiten Vornamen Caroline. Sie beschloß, ein Experiment zu wagen und trug von nun an bei ihrer Arbeit ein Namensschild mit dem Vornamen Caroline. Außerdem bat sie ihre Freunde, sie von nun an mit Caroline anzureden und auch in ihrer Abwesenheit diesen Namen zu benutzen. 

Nach anfänglichem Unverständnis setzte sich dieser Name schnell durch, da er eigentlich auch viel besser zu ihr paßte. Caroline Hohenberge konnte sich schon bald an einem neuen positiven Image und einer Gehaltserhöhung erfreuen. 

Eine andere Gruppe von Menschen, bei denen der Vorname eine bedeutende Rolle spielt, sind Personen des öffentlichen Lebens. Schauspieler, Sänger, Schriftsteller und Politiker sind fast immer auch unter ihrem Vornamen bekannt. Diese Menschen sind sich der Wirkung ihres Namens in vielen Fällen wohl bewußt. Schauspieler, Sänger und Schriftsteller benutzen deshalb Pseudonyme oder Künstlernamen. Seltsamerweise ist mir kein einziger Fall bekannt, in dem ein Politiker ein Pseudonym benutzt hat. 

Das ist insofern bemerkenswert, als daß es diese Personengruppe im allgemeinen mit der Wahrheit nicht allzu genau nimmt. Ich wurde einmal darauf hingewiesen, daß ein falscher Name bei einem Politiker das öffentliche Vertrauen zerstören würde. Ich konnte dieses Argument entkräften, indem ich darauf verwies, daß viele Schauspieler Vertrauen erwecken würden. In den USA ist sogar schon einmal ein Schauspieler Präsident geworden. Außerdem bezweifele ich generell, daß es so etwas wie ein öffentliches Vertrauen in Politiker gibt. Ich werde später zeigen, daß gerade in der Politik der richtige Name eine große Rolle spielt.


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