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Der Seehofer - ein Blitzmerker vor dem Herren

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Will morgen seinen Masterplan vorstellen?

Familie - Volk - Heimat

. . . zum Tode von Leni Riefenstahl
Helene Bertha Amalia Riefenstahl (* 22. August 1902 in Berlin; † 8. September 2003 in Pöcking) deutsche Tänzerin, Schauspielerin, Filmregisseurin und Fotografin.

Leni Riefenstahl, die August 112 Jahre alt geworden wäre, ist weltberühmt - und findet doch in der Bundesrepublik bis heute kaum ihre Anerkennung


Sie hat waghalsige Klettertouren und Lawinenverschüttungen überlebt, schwere Erfrierungen, Malaria und einen Putsch in Afrika, diverse Hubschrauber- wie Flugzeugabstürze und üble Nachrede. Die aktive Tiefseetaucherin ist von bestürzender Vitalität und erstaunlicher Durchsetzungskraft und eine berüchtigte Nervensäge nicht ohne Charme.

Leni Riefenstahl, so könnte die Anzeige lauten, wird Montag "erst 109 Jahre jung". Ihr letzter Film "Impressionen unter Wasser" hatte pünktlich zum Fest Premiere, so wie damals "Olympia: Fest der Völker/Fest der Schönheit" zu Führers Geburtstag uraufgeführt wurde.

Riefenstahl stand an der Spitze einer neuen Kunstbewegung. Sie erfand den "heroischen Reportagefilm" und machte ihre deutsche Doku-Kunst in der westlichen Welt berühmt; ihr Olympia-Film wurde, noch ein Jahr vor Kriegsausbruch, in ganz Europa enthusiastisch gefeiert.


Die filmischen Ausdrucksmittel in Riefenstahls Reichsparteitagstrilogie und Olympia werden von vielen Filmwissenschaftlern und -regisseuren  als  ein Jahrhundertgenie  bewertet. 

Als Markenzeichen dieser Filme sehen sie die idealisierte Darstellung von Kraft, Eleganz und Macht anhand muskulöser Körper oder mobiler Menschenmassen. Hinzu komme eine für die damalige Zeit revolutionäre, sehr dynamische Schnitttechnik sowie die Verwendung ganz neuer Kameraperspektiven. Ihre Tanzerfahrungen flossen in ihre Regiearbeiten ebenso ein wie das von ihrem Bergfilm-Mentor Arnold Fanck erlernte Gefühl für Landschaften und Architektur.

Regie- und Produktionarbeiten 


  • 1932: Das blaue Licht
  • 1933: Sieg des Glaubens
  • 1934: Triumph des Willens
  • 1935: Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht
  • 1938: Olympia
    • Teil 1: Fest der Völker
    • Teil 2: Fest der Schönheit
  • 1939: Reportage der Truppenparade von Adolf Hitler in Warschau. (Sonderfilmtrupp Riefenstahl)
  • 1944 Dokumentarfilm Arno Breker – Harte Zeit, starke Kunst (Regie: Arnold Fanck, Hans Cürlis; Produktion: Riefenstahl-Film GmbH, Berlin).
  • 1944: Atlantik-Wall (Regie: Arnold Fanck; Produktion: Leni Riefenstahl; Auftraggeber: Joseph Goebbels).
  • 1954: Tiefland (Dreharbeiten im wesentlichen 1940 - 1944; Uraufführung 11. Februar 1954 nach filmportal.de )
  • 2002: Impressionen unter Wasser

 

Schauspieltätigkeiten

 

1925: Wege zu Kraft und Schönheit – Ein Film über moderne Körperkultur

  • 1926: Der heilige Berg (Fanck) – Regie Arnold Fanck
  • 1927: Der große Sprung – Regie Arnold Fanck
  • 1928: Das Schicksal derer von Habsburg – Regie Rudolf Raffé
  • 1929: Die weiße Hölle vom Piz Palü – Regie Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst
  • 1930: Stürme über dem Mont Blanc – Regie Arnold Fanck
  • 1931: Der weiße Rausch – neue Wunder des Schneeschuhs – Regie Arnold Fanck
  • 1932: Das blaue Licht - Regie Leni Riefenstahl
  • 1933: SOS Eisberg – Regie Arnold Fanck
  • 1954: Tiefland (Dreharbeiten im wesentlichen 1940 - 1944; Uraufführung 11. Februar 1954 nach filmportal.de


www.leni-riefenstahl.de      http://www.walter-riml.at/15.html       



Filmregisseur Dominik Graf: "Tatsache ist, dass ihr Stil sich als so überlebensfähig erwies, dass er im mythologischen Hollywoodkino der 90er-Jahre quasi wiedererweckt wurde."

Fotokünstler Thomas Dernand: "Man muss sehen, dass die Schweißperlen, die heute in jedem Nike-Spot zu sehen sind, zum ersten Mal bei ihr vorkamen." Größen des internationalen Lichtspielwesens von Jean Cocteau, Frankreich, bis "Star Wars"-George Lucas, USA, haben auf Leni Riefenstahl Hymnen gesungen.

Die beiden Olympia-Filme "Fest der Völker (Teil I)" und "Fest der Schönheit (Teil II)" wurde1956 von einem Gremium von Fachleuten in Hollywood unter die zehn besten Filme aller Zeiten eingereiht.


Leni Riefenstahl: "In dieser Zeit (1938) sah ich den Film, der alle bisher gesehenen Filme in den Schatten stellte: "Panzerkreuzer Potemkin" von Sergej M. Eisenstein. .... Die Wirkung war ungeheuer, Technik, Fotografie und Personenführung revolutionär. Zum ersten Mal wurde mir bewußt, daß Film auch Kunst sein könnte."


Leni Riefenstahl's Kurz-Biographie:
22.08.1902 Leni Riefenstahl wird in Berlin als Tochter des Kaufmanns und Installateurmeisters Alfred Riefenstahl und dessen Frau Bertha im Berliner Stadtteil Wedding geboren.
1918 Riefenstahl nimmt nach anfänglichem Widerstand des Vaters Mal- und Zeichenkurse an der Berliner Kunstakademie. Nebenbei beginnt sie eine Tanzausbildung an der "Mary-Wigman-Schule", lernt dort Ballett und modernen Tanz und tritt bald mit eigenen Choreografien auf.
1920 Sie reist als erfolgreiche Tänzerin durch Deutschland, die Tschechoslowakei und die Schweiz.
1923 In München hat sie ihren ersten Soloauftritt als Tänzerin "Diotima".
1923 - 1926 Max Reinhardt engagiert sie als Solotänzerin für das Deutsche Theater in Berlin. Danach folgen zahlreiche Auftritte an Theatern in ganz Deutschland. Eine Knieverletzung beendet ihre Tanzkarriere, stattdessen verschreibt sie sich dem Film.
1926 Von Arnold Fanck (1889-1974), dem Schöpfer des Subgenres "Bergfilm", und Luis Tenker entdeckt, gibt sie in "Der heilige Berg" mit der Rolle der Diotima ihr Leinwanddebüt. Damit beginnt eine langjährige Zusammenarbeit mit Fanck, der ihr in seinen Abenteuer- und Bergfilmen wichtige Rollen gibt.
1926 - 1933 In den Filmen "Der große Sprung", "Weiße Hölle vom Piz Palü" (1929), "Stürme über dem Mont Blanc" (1930) und "Der weiße Rausch" spielt Riefenstahl Hauptrollen und erlangt große Popularität. Für die Filmarbeiten lernt sie klettern und Ski fahren. Gefährliche Stunts lässt sie nicht "doubeln" sondern führt diese selbst aus. Daneben eignet sie sich auch in der Zusammenarbeit mit Fanck weitreichende Kenntnisse über Kamera-, Regie- und Schneidetechnik an.
1931 Riefenstahl gründet ihre eigene Produktionsfirma "Leni Riefenstahl Studio Film".
Mit dem mystisch-romantischen Bergfilm "Das blaue Licht" gibt sie 1932 ihr Debüt als Regisseurin und übernimmt darin selbst die Hauptrolle. Der Film wird auf dem Filmfestival in Venedig mit der Silbermedaille ausgezeichnet.
In Deutschland wird er ein Publikumserfolg und erregt die Aufmerksamkeit von Adolf Hitler.
Im Mai 1933 erfolgt ein erstes Treffen mit Hitler, mit dem sie eine enge Freundschaft schließt, die auf gegenseitigem Respekt beruht. Riefenstahl ist eine der wenigen unverheirateten Frauen, die häufiger mit Hitler gesehen werden, doch eine Duz-Freundin Hitlers, wie dies etwa Winifred Wagner war, ist Riefenstahl nie geworden.
1933Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten beauftragt Hitler Riefenstahl, den Film über den Reichsparteitag in Nürnberg zu drehen. Ihr Propagandafilm mit dem Titel "Sieg des Glaubens" setzt mit einer ästhetisch bestimmten Dokumentation die Selbstdarstellung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) um.






Zum Propagandaminister Joseph Goebbels steht sie trotz dessen offizieller Unterstützung ihrer Filmarbeiten in einem gespannten Verhältnis. Goebbels steht ihrer Freundschaft zu Hitler skeptisch gegenüber.
Riefenstahl nimmt gemeinsam mit dem Kunstflieger Ernst Udet an einer Grönlandexpedition teil, bei der auch der Film "SOS Eisberg" entsteht.



1934 Über den NS-Parteitag dreht Riefenstahl "Triumph des Willens". Sie setzt dafür 16 Kamerateams mit über 100 Mitarbeitern ein. Aus mehr als 60 Stunden Filmmaterial entsteht einer der bekanntesten und wirkungsvollsten Propagandafilme überhaupt. Riefenstahl hebt die Solidarität der Parteibasis zum NS-Regime durch einen vielfältigen Bilderrhythmus heraus, wofür sie die chronologische Reihenfolge der Ereignisse aufbricht. Durch spezielle Kameraeinstellungen und ungewöhnliche Schnitte werden die führenden Nationalsozialisten vor der von Albert Speer gestalteten Kulisse in eine mythische Atmosphäre gerückt.
Die Ausdruckskraft von Symbolen wie dem Hakenkreuz, Flaggen und dem Reichsadler werden durch Licht- und Musikeffekte betont. Riefenstahls Film wird mit dem Deutschen Filmpreis und mit der Goldmedaille in Venedig ausgezeichnet.
1935 Aus Anlass der Wiedereinführung der Wehrpflicht dreht Riefenstahl den Propagandafilm "Tag der Freiheit – unsere Wehrmacht"



1936Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erhält Riefenstahl den Auftrag, die Olympischen Spiele in Berlin im Film propagandistisch umzusetzen. Mit großem Aufwand und mit moderner Technik werden die Dreharbeiten während der Spiele durchgeführt. Das nachträgliche Schneiden des über 400'000 Meter langen Filmmaterials nimmt 18 Monate in Anspruch, es entstehen zwei eigenständige Teile. Damit hebt sie Sportaufnahmen auf die Ebene der Kunst und zelebriert mit Bildern die Schönheit menschlicher Bewegung und Kraft; zentral ist dabei die Verherrlichung der Schönheit und Harmonie des Körpers.
1937 Auf der Pariser Weltausstellung erhält der Parteitagsfilm "Triumph des Willens" einen Internationalen Großen Preis. Es kommt daraufhin zu Protesten der französischen Arbeiterbewegung.
20.04.1934 Die beiden Olympia-Filme "Fest der Völker (Teil I)" und "Fest der Schönheit (Teil II)", zusammen vier Stunden lang, werden Hitler zu Ehren an dessen Geburtstag erstmals öffentlich vorgeführt. Riefenstahl erfährt für die technisch hervorragenden Filme große internationale Anerkennung. Bei den Filmfestspielen in Venedig erhält der Film den Ersten Preis.
1939 Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verleiht Riefenstahl nachträglich eine olympische Goldmedaille.
1941 - 1945 Durch den Zweiten Weltkrieg und durch Gesundheitsprobleme wird Riefenstahl an der Produktion weiterer Filme gehindert.
1944 Heirat mit dem Major Peter Jacob. Drei Jahre später wird sie von ihm wieder geschieden.
1948 In Anerkennung der Olympia-Filme verleiht das IOC Riefenstahl für ihre Goldmedaille zusätzlich das olympische Diplom.Sie wird vor Gericht angeklagt, bei der "Tiefland"-Produktion die Sinti und Roma nicht entlohnt und ihnen fälschlicherweise die Rettung vor der Deportation versprochen zu haben. Sie wird schließlich freigesprochen.
1949 Riefenstahl führt einen erfolgreichen Prozess gegen die Illustrierte "Bunte", welche die Vorwürfe publik gemacht hat. Es folgen mehrere Prozesse, in denen sie der Propagandatätigkeit für das NS-Regime angeklagt wird.
1954 Der Film "Tiefland" wird beendet und in die Kinos gebracht, ohne ein Erfolg zu werden.
1954 - 1971 Riefenstahl kann nur wenige ihrer geplanten oder begonnenen Projekte fertig stellen. Auch ihr Filmprojekt über die Amazonenkönigin Penthesilea bleibt unvollendet. Sie stößt in der Öffentlichkeit häufig auf Kritik wegen ihrer Arbeiten für das NS-Regime. Neben ihren Filmarbeiten wendet sie sich vor allem der Photographie zu.
1972 Bei den Olympischen Spielen in München ist Riefenstahl offiziell als Photographin akkreditiert.Auf einer Reise lernt sie tauchen und arbeitet in tropischen Meeren an Unterwasseraufnahmen.30 Jahre später wird ihr letzter Film "Impressionen unter Wasser" noch einmal im Fernsehen bei "arte" gezeigt.
1973 Auf ausgedehnten Reisen in Afrika verbringt sie lange Zeit bei dem sudanesischen Ureinwohnerstamm der Nuba. Sie erlernt deren Sprache und arbeitet an großen Photoserien. Sie veröffentlicht diese in dem Photoband "Die Nuba". Für ihre ästhetische und ausdrucksreiche Photographiekunst erhält Riefenstahl internationale Anerkennung.
1976 Sie ist Ehrengast des IOC bei den Olympischen Spielen in Montreal.Riefenstahl wird vom Art-Directors-Club Deutschland mit einer Goldmedaille für ihre künstlerisches Werk ausgezeichnet.Sie veröffentlicht den Text- und Bildband "Die Nuba von Kau".
1978 Der Photoband "Korallengärten" mit Unterwasseraufnahmen aus tropischen Gewässern erscheint.
1980 In Tokio werden ihre Photoserien über die Nuba gezeigt. Die Ausstellung wird ein großer Erfolg.
1982 In der Fernsehdokumentation "Zeit des Schweigens und der Dunkelheit" im Westdeutschen Rundfunk (WDR) werden die "Tiefland"-Vorwürfe gegen Riefenstahl erneuert und erhärtet. Sie kann diese daraufhin nicht mehr öffentlich abstreiten. In den Medien wird eine breite Diskussion über ihre Rolle im Nationalsozialismus geführt.Veröffentlichung des Bildbands "Mein Afrika".
1987 Sie veröffentlicht ihre Memoiren, in denen sie eine Komplizenschaft mit dem NS-Regime unter Hinweis auf ihre rein künstlerische Motivation bei den Propagandafilmen abstreitet. Von der Kritik wird das Buch verrissen. Das Werk wird in neun Sprachen übersetzt und im Ausland ein großer Verkaufserfolg.
1990 Der Photoband "Wunder unter Wasser" erscheint.
1992 - 1993 Riefenstahl wirkt an der Filmbiographie "Die Macht der Bilder" über ihr eigenes Leben mit. Der Film wird auch im deutschen Fernsehen gezeigt und erhält beste Kritiken. Er wird mit dem Fernseh-Oscar "Emmy" ausgezeichnet und im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt.
1996 Das Kölner Schauspielhaus bringt eine choreographierte Version ihrer Biographie auf die Bühne.
1996 - 1997 In Mailand und Rom wird eine umfassende Werkschau von Riefenstahls Arbeiten gezeigt.
1997 Die Filmvereinigung Cincecon verleiht ihr in den USA eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Die umstrittene Ehrung wird von großem Applaus, aber auch deutlicher Ablehnung im Publikum begleitet.
2002 Leni Riefenstahl, die ihre letzten Lebensjahre mit ihrem 40 Jahre jüngeren Lebensgefährten und Mitarbeiter Horst Kettner hochbetagt und hochmotiviert in ihrem Haus in Pöcking am Starnberger See verbracht hat, feiert ihren 100. Geburtstag; sie ist damit die älteste aktive Filmemacherin der Welt. Das "Time"-Magazin bezeichnet Riefenstahl "als einzige Frau, die zu den 100 einflussreichsten und beeindruckendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts" zählt. Die Hollywood-Schauspielerin Jodie Foster will demnächst ihr Leben verfilmen.
Welchen Titel würde sie einem Film über 100 Jahre Leni Riefenstahl selbst geben, wurde sie anlässlich ihres runden Geburtstags gefragt. "Geliebt, verfolgt und unvergessen", antwortete sie der Zeitschrift "Vogue". Zu den Bewunderern ihrer Filmästhetik gehören Francis Ford Coppola, George Lucas, Helmut Newton und Mick Jagger; Jean Cocteau nannte sie ein "Genie des Films".
22.08.2003 Leni Riefenstahl erreicht das biblische Alter von 101 Jahren; die betagte Künstlerin verbringt diesen Tag wegen ihrer angegriffenen Gesundheit zurückgezogen in ihrem Haus am Starnberger See. "Wir hoffen, dass es bald wieder aufwärts geht", sagte eine Mitarbeiterin der Filmemacherin; Riefenstahl erhole sich nur sehr langsam von einer Krebs-Operation. Dazu kämen noch ihre anhaltend schweren Rückenschmerzen, die sie seit vielen Jahren habe.
08.09.2003 Leni Riefenstahl verstirbt im Alter von 101 Jahren in ihrem Haus am Starnberger See; vier Tage später nehmen Freunde und Weggefährten bei einer bewegenden Trauerfeier in der Aussegnungshalle am Münchner Ostfriedhof Abschied von der Künstlerin. Zu den Trauergästen gehören unter anderem der Medienunternehmer Leo Kirch sowie die bayerische TV-Moderatorin und Ärztin Antje-Katrin Kühnemann, die die Trauerrede hält. Der Leichnam wird nach dem Willen der Gestorbenen eingeäschert; Riefenstahl hatte sich eine Grabstätte umgeben von Bäumen und Blumen gewünscht.




Deutschland und Frankreich wollen allen Euro-Staaten eine Schuldenbremse verordnen. CDU und FDP feiern den Plan als Durchbruch - doch im Mittelmeerraum ist noch großer Widerstand zu überwinden. Am Ende könnte sich die Waffe als stumpf erweisen.

 Kanzlerin Angela Merkel nennt es technisch-trocken "Schuldenbremse", Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy schwärmt von der "Goldenen Regel" des ausgeglichenen Haushalts. Die 17 Staaten der Euro-Zone sollen sich nach dem Willen des deutsch-französischen Führungsduos darauf verpflichten, bis Mitte 2012 ein verbindliches Bekenntnis zur Haushaltsdisziplin in ihren Verfassungen verankern.

Aus Brüssel kam pflichtgemäß Beifall. Die Schuldenbremse sei eine starke politische Verpflichtung auf eine langfristige Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen, erklärten EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und EU-Währungskommissar Olli Rehn.
Doch in den Mitgliedsländern fallen die Reaktionen auf den deutsch-französischen Vorstoß deutlich zurückhaltender aus. Die meisten sind nicht so übertrieben wie die britische "Daily Mail", die reflexartig vom "Vierten Reich" schwadronierte und kommentierte, Deutschland unterwerfe sich mal wieder den Kontinent - diesmal unter dem Vorwand der Schuldenkrise.
Aber es ist bereits abzusehen, dass es ein harter Kampf wird, die Schuldenbremse in allen nationalen Parlamenten auch durchzusetzen. Die sozialistische Opposition in Frankreich signalisiert Widerstand. Von einer "propagandistischen Nebelkerze" sprach Parteichefin und Präsidentschaftskandidatin Martine Aubry. Das sei "eine vage Regel, die nichts wirklich regelt." Aubrys innerparteilicher Konkurrent François Hollande warnte, die Schuldenbremse sei "vielleicht eine Falle".
Tatsächlich will Sarkozy die Sozialisten im Präsidentschaftswahlkampf vorführen. Für die Verfassungsänderung braucht er eine Zwei-Drittel-Mehrheit und damit auch die Stimmen der Opposition. "Stimmen die Sozialisten für die 'Goldene Regel', sehen wir so aus, als hängen wir am Anhänger Sarkozys", sagt Manuel Valls, ein weiterer Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur. "Stimmen wir dagegen, dann wirken wir als gefährlich unverantwortlich." Es gehe dem Präsidenten darum, "eine Linke der Verschwender einer Rechten der guten Verwalter gegenüberzustellen", erklärt der Wirtschaftsexperte Christophe Borgel im Magazin "Marianne".
Auch in Spanien ist die Umsetzung keineswegs gewiss. Für die spanische Zeitung "El Pais" ist die Schuldenbremse der "umstrittenste Vorschlag" des Treffens von Merkel und Sarkozy. Die Verabschiedung in den Parlamenten der Euro-Staaten dürfte sich hinziehen, prognostiziert das Blatt. Erschwerend kommt hinzu, dass in Spanien im Frühjahr vorgezogene Neuwahlen anstehen - und so eine Zäsur legt ein Parlament erfahrungsgemäß über Monate lahm.

"Schuldenbremse ist reine Symbolik"

Das Ziel von Merkel und Sarkozy, die Schuldenbremse bis Mitte 2012 in nationale Gesetze gegossen zu haben, erscheint daher reichlich ambitioniert. Doch sei die Botschaft trotzdem wichtig, sagt Guntram Wolff, Vize-Direktor des Brüsseler Think-Tanks Bruegel. Schon die Diskussion darüber habe die Haltung zum Schuldenmachen in Ländern wie Frankreich und Italien spürbar verändert. Eine national verankerte Schuldenbremse werde in der nationalen Haushaltsdebatte eine "disziplinierende Wirkung" entfalten.


Die Regierung Berlusconi hat sich in ihrem jüngsten Sparprogramm bereits zur Verankerung einer Schuldenbremse bekannt. Doch bleibt die Frage, wie ernst der Buchstabe des Gesetzes genommen wird. Denn für das Mittelmeerland steht viel auf dem Spiel, die politische Kultur müsste sich radikal ändern. "Die vorgeschlagene Umsetzung der 'goldenen Regel' des ausgeglichenen Haushalts käme für viele chronische Defizitsünder der Eurozone einer brutalen Entgiftung gleich", kommentiert die italienische Zeitung "La Repubblica".
Merkel und Sarkozy setzen darauf, dass der Druck der Finanzmärkte die politischen Widerstände bis Mitte nächsten Jahres schon aushebeln wird. Doch selbst wenn sich die Schuldenbremse irgendwann in den nationalen Verfassungen wiederfinden sollte, dürfte sie sich schon bald als stumpfe Waffe erweisen.
Ökonomen weisen darauf hin, dass die astronomische Höhe der Staatsschulden in vielen Euro-Ländern ein Bekenntnis zur Schuldenbremse vollkommen bedeutungslos macht. "Die Schuldenbremse ist unter den aktuellen Umständen reine Symbolik", sagt Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts. "Schulden haben eine Eigendynamik. Sie sind keine Größe, die man durch politische Ansagen wegdekretieren kann".
Laut der Prognose des Internationalen Währungsfonds werden Italiens Schulden 2016 immer noch bei 110 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen - selbst wenn das Land eisern spart. Auch Spanien und Frankreich werden dann immer noch weit über der im Stabilitätspakt festgeschriebenen Obergrenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen.
Die Forderung von Merkel und Sarkozy, dass alle Euro-Länder bis Ende 2011 einen Plan vorlegen sollen, wie sie ihre Staatsschulden unter die 60-Prozent-Marke zu drücken gedenken, hält der Hamburger Ökonom daher für reine Augenwischerei. "Die Regierungen werden den Plan vorlegen, aber keiner wird sich dran halten", sagt Straubhaar. Auch der Maastricht-Vertrag habe den Euro-Ländern bereits einen ausgeglichenen Haushalt vorgeschrieben. Die ersten, die die Vorgaben nicht eingehalten hatten, waren Deutschland und Frankreich. Straubhaar: "Staaten werden sich immer auf Sondersituationen berufen, um Schulden zu machen".

Ägyptens Außenminister Amr und Schwesterwelle: Gemeinsam vereinbarte Reformmaßnahmen

Deutschland hat Ägypten Unterstützung nach dem Sturz von Machthaber Mubarak versprochen: Westerwelle kündigte intensivere Handelsbeziehungen mit Europa und einen Schuldenerlass an - die Bundesregierung will auf 240 Millionen Euro verzichten. Das Geld soll in demokratische Reformen fließen.


Berlin - Die Bundesregierung will Ägypten zur Förderung weiterer Reformen in den kommenden vier Jahren Schulden in Höhe von bis zu 240 Millionen Euro erlassen. "Die dadurch verfügbaren Mittel" sollten "in gemeinsam vereinbarte Reformmaßnahmen" investiert werden, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Freitag nach einem Gespräch mit dem ägyptischen Außenminister Mohammed Kamal Amr in Berlin.
Die Minister hielten dies in einer gemeinsamen "Berliner Erklärung" schriftlich fest. Das Geld solle vor allem in den "Aufbau demokratischer Institutionen" fließen. Zudem bekräftigte Westerwelle, dass Berlin der ägyptischen Regierung bis zum Jahr 2013 "im Rahmen seiner Transformationspartnerschaft" 150 Millionen Euro bereitstellen werde.
Westerwelle betonte, damit dem arabischen Frühling auch ein Sommer folge, müssten auch die ägyptischen Exportchancen verbessert und ein fairer Marktzugang zur Europäischen Union geschaffen werden. Welche Branchen das betreffen könnte, sagte er nicht. Das sei eine "Herkulesaufgabe", räumte der Minister ein. Seit den Massenprotesten vom Jahrebeginn und dem Sturz von Ägyptens Staatschef Husni Mubarak ist die Wirtschaft des Landes stark eingebrochen.
Amrs Besuch in Deutschland war seine erste Reise nach Europa seit seiner Ernennung Mitte Juli. Amr warb für ausländische Investitionen in Ägypten und versprach, gegen die Korruption in seinem Land vorzugehen. Zudem hoffe er, dass auch wieder mehr Urlauber nach Ägypten kommen. Vor dem Sturz von Mubarak besuchten etwa 1,2 Millionen deutsche Touristen jährlich das Land.




Seit Tagen herrschen in England Aufruhr und Chaos. Was deutsche „Qualitätsmedien“ peinlich verschweigen: bei den plündernden Banden handelt es sich vor allem um marodierende Multikulti-Horden, die sich mit deklassiertem inländischen Antifa-Mob die Hände reichen und England in den Bürgerkrieg stürzen.

Noch vor Wochenfrist hetzten deutschen Meinungsmacher gegen Kritiker der „multikulturellen Gesellschaft“ ab – jetzt sind sie ganz kleinlaut. Einmal mehr hat sich „Multikulti“ vor laufender Kamera als tickende Zeitbombe, als tödliche Gefahr für die Völker Europas demaskiert. Im maroden England explodierte der multiethnische Cocktail jetzt. Wann ist es bei uns so weit?

Das kann schon morgen sein – dann, wenn auch bei uns kein Geld mehr für die Durchpäppelung von Millionen ausländischer Sozialhilfeempfänger mehr da ist und nichts mehr zum Verteilen übrig ist. Dann brennen auch bei uns Innenstädte, Supermärkte, Problemviertel. Dann wird die Rechnung für den jahrzehntelangen Multikulti-Irrsinn unserer Politiker präsentiert.

Angesichts der brennenden Städte in England kann es nur ein Gebot geben: Stoppt Multikulti endlich, bevor es zu spät ist !


 




Londoner Verhältnisse verhindern!




Ob in den Pariser Vorstädten, wo zigtausende, meist arabischstämmige junge Familien abgeschottet in ihrer eigenen Welt leben, ob in Berlin-Kreuzberg, wo hunderttausende in erster Linie türkischstämmige Menschen, regelrechte Parallelgesellschaften gebildet haben oder ob in Amsterdam, wo ganze Stadtviertel zu „No-go-Areas“ für die einheimische, holländische Bevölkerung geworden sind, überall ist London!

Einstweilen brennt es zur Zeit „nur in London“, einstweilen plündern und brandschatzen, schlagen und stechen Ausländerbanden in großem Ausmaß „nur in London“ auf Polizisten und Feuerwehrleute ein! Aber die Lunte ist gelegt. Eine total verfehlte Einwanderungspolitik in den gesamten EU-Staaten hat dazu geführt, daß die Fremden zu einer „tickenden Zeitbombe“ für die einheimische Bevölkerung geworden sind. Schon seit Jahren verlassen die „Weißen“ fluchtartig Stadtviertel, in denen die Einwanderer, meist mit dunkler Hautfarbe, sich regelrecht eingenistet haben und ein friedliches Zusammenleben unmöglich machten.

Seit über 30 Jahren habe ich mich politisch für den Erhalt deutscher Kultur und Lebensart auch dadurch eingesetzt, daß ich in Schrift, Wort und Bild Aufklärungsarbeit betrieben habe und zusammen mit vielen anderen Mitstreitern aus allen volkstreuen Bereichen vor den Gefahren einer Überfremdung unseres Vaterlandes hinwies. Der Erfolg war eher mäßig. Zu fernab schienen den „Normal-BRD-Bürgern“ die aufgezeigten Gefahrenpotenziale. Jetzt ist es soweit! Die Fremden in den Ballungszentren Europas fühlen sich stark genug, mit Gewalt und Terror ihren Machtanspruch anzumelden.

Noch vor wenigen Tagen, bevor die Rassenunruhen in London begannen, gab die englische Justiz ein praktisches Beispiel unglaublichen Volksverrates am eigenen Volk. Wie „The Telegraph“ vom 06.08.2011 berichtete, ließ die englische Justiz jüngst acht ausländische Schwerverbrecher, die sich zum Zeitpunkt ihrer Straftaten, von Mord bis Vergewaltigung, illegal in Großbritanien aufhielten, nach Strafverbüßung frei, dies, obwohl das englische Gesetz bei solchen Strafdelikten zwingend die Abschiebung solcher Subjekte vorsieht! Und das ist kein Einzelfall! Hunderttausende von Asylbetrügern, Wirtschaftsflüchtlingen und mit britischem Pass versehende Fremdlinge aus den ehemaligen Kolonien haben in London unregierbare Verhältnisse geschaffen. Das Gebräu aus Armutszuwanderung, islamistischem Fundamentalismus und einer unverantwortlichen Ausländerpolitik, auch in der Bundesrepublik Deutschland, lassen Schlimmstes für die Zukunft befürchten. Es ist höchste Zeit, das „Ruder herumzureißen!“

Deutschland braucht dringend ein Ausländerrückführungsprogramm, einen Ausländereinwanderungsstopp sowie die sofortige Wiedereinführung scharfer Kontrollen an unseren Außengrenzen. Multi-Kulti ist gescheitert, auf der ganzen Linie! Das europäische Experiment geht zu Ende. Wir sind gut beraten, uns nicht nur schleunigst aus der Euro-Währung zu verabschieden, sondern auch wieder Vernunft einkehren zu lassen und die Ausländerfrage ein für alle mal im Sinne „nationalstaatlicher Vernunft“ zu regeln.

Daß diese Forderungen von den BRD-Blockparteien niemals umgesetzt werden wird, versteht sich von selbst. Und daher ist unser Kampf gegen die Ausplünderung unseres Volkes durch Fremde ebenso energisch fortzusetzen, wie das unerschrockene Eintreten für eine geordnete Ausländerrückführung.

Zum Schluß noch ein Wort zur Berichterstattung über die Unruhen in den Ausländerquartieren Londons:


1. Die gelenkten Medien in der BRD bedienen sich einer verschleiernden Wortwahl, um die wirklichen Hintergründe der Gewalt in London zu verdunkeln. Übereinstimmend sprechen die Systemmedien, ob Rundfunk, Fernsehen oder Zeitungen, von „Jugendkrawallen“.

2. Sie tun dies, um die Menschen in Deutschland hinters Licht zu führen, um zu verhindern, daß der normale BRD-Bürger erkennt, daß das ganze Ausmaß von Brandschatzung und Plünderung in England seine Wurzeln in der kulturellen und rassischen Differenz zwischen einheimischer und fremdländischer Lebensgewohnheiten und, vorsichtig ausgedrückt, „Mentalität“ hat!

Chronologie des Grauens in England

1981 – 300 Verletzte, davon 279 Polizeibeamte, als eine Bande von Schwarzafrikanern mit Benzinbomben Geschäfte und Einrichtungen in Brixton, Südlondon, angegriffen hat. Noch im selben Jahr kam es zu Rassenunruhen in Manchester Southall und Toxteth in Liverpool, als bei Übergriffen des Mobs ein Weißer ermordet wurde.

1985 – erneute Unruhen in Ausländervierteln von Handsworth und Birmingham, über 20 Häuser brannten, 50 Autos wurden niedergebrannt und zwei Menschen getötet.

1985 – Broadwater Farm, ein weißer junger Mann wurde durch einen rassistischen Angriff Farbiger mit Macheten und Messern regelrecht zerhackt.

1995 – Einem Polizeioffizier wurde von Einwanderern der Schädel zertreten, als er in Brixton bei Rassenunruhen von weißen Einwohnern zur Hilfe gerufen wurde.

1995 – Über 3 Millionen Sachschaden, als asiatischstämmige Jugendliche in Bradford Jagd auf weiße Engländer machten.

1998 – Über 100 jugendliche Ausländer bewarfen die Polizei mit Steinen und Molotowcocktails, als sie fünf ausländische des Mordes Verdächtige der Staatsanwaltschaft zum Verhöhr übergeben wollten. Der Mob wurde beschuldigt, den weißen Teenager Stephen Lawrence ermordet zu haben.

2005 – Erneut brechen Rassenunruhen in London aus. Diesmal bekämpfen sich Schwarze und Asiaten mit unglaublicher Härte und Brutalität. Zwei Tote bleiben auf dem Straßenpflaster liegen, als die Polizei das Schlachtfeld räumt.

Dies sind nur von mir beliebig herausgegriffene Ereignisse der letzten Jahre. Was jedoch in diesen Stunden auf der britischen Insel geschieht, stellt alles bisher dargewesene in den Schatten. Die Ausländerbanden machen vor Nichts halt. Selbst Rot-Kreuz-Stationen und Krankenhäuser werden in Brand gesetzt und alles nieder gemacht, was sich ihnen in den Weg stellt.

Die jüngste Meldung, direkt mir von einem befreundeten Bekannten aus London übermittelt, lautet:

Mittlerweile bekämpfen sich auch schon rivalisierende Gangs, nachdem sie zunächst gemeinsam das King`s College Hospital angegriffen hatten und dabei in Streit gerieten. Zwei niedergestochene schwerverletzte junge Männer mußten notärztlich versorgt werden, was jedoch zunächst aufgrund der Straßenkämpfe nicht möglich war. Mittlerweile ist das Krankenhaus von Spezialpolizeikräften gesichert, so daß die Ärzte und Patienten vor Brandstiftung und Plünderung gesichert scheinen.

Aufgrund  guter privater Kontakte nach London werde ich mich bemühen, in den nächsten Tagen mehr Hintergrundinformationen, die die BRD-Medien gezielt unseren Menschen im Lande vorenthalten, weiterzugeben.



Charlotte Roche weiß, was sie ihren Fans schuldig ist: "Wer dachte, 'Feuchtgebiete' ist krass, muss sich hierbei richtig anschnallen", kündigt die Autorin in einem vorab produzierten Video, mit dem sie ihr neues Buch "Schoßgebete" bewirbt. Dass sich die Titel ähneln, ist kein Zufall: Nach dem Überraschungserfolg ihres Debüts soll der Nachfolger ein ähnlicher Verkaufsschlager werden. Damit das klappt, wird nichts dem Zufall überlassen.





Während der Erstling bei Dumont erschienen ist, kommt das neue Buch bei Piper heraus. Die Autorin ist ihrem Verleger Marcel Hartges gefolgt. Piper flankiert die Veröffentlichung mit einer gründlich geplanten Pressestrategie. Der Verlag wollte sich nicht zu Details äußern. Und auch der Verleger stand für kein Gespräch zur Verfügung. Doch eines ist klar: Die Strategie beruht auf größtmöglicher Geheimhaltung. 

Erst zwei Tage vor dem offiziellen Erscheinungstermin am 12. August werden Rezensionsexemplare an Journalisten herausgeschickt. Niemand soll schon vorher Details ausplaudern.
Für die Vorabberichterstattung wurden Medien gezielt ausgewählt: Der "Spiegel" bekommt ein Exklusiv-Interview, der "Brigitte" stellte sich Roche für ein großes Porträt zur Verfügung. Ansonsten kommt offenbar dem Internet eine bedeutende Rolle zu: Unter anderem werden Youtube und Facebook als Kanäle einbezogen. Im September geht Charlotte Roche dann auf große Tournee: In 13 Großstädten wird sie aus "Schoßgebete" lesen. Dabei steigt sie nur in großen Hallen ab, etwa das Schmidt Theater in Hamburg oder der Schlachthof in Bremen.

Startauflage: 500.000


Roche muss in gigantischen Kategorien denken, denn die Startauflage wird mit einer halben Million angekündigt. Eine gewaltige Zahl - vor allem, wenn es um eine deutsche Autorin geht. Das heißt nicht unbedingt, dass tatsächlich so viele Exemplare gedruckt werden. "Mit solche Zahlen signalisieren Verlage dem Buchhandel, wie wichtig die Veröffentlichung ist", sagt ein Brancheninsider.


Im Fall von "Schoßgebete" können es aber tatsächlich so viele Bücher werden. Denn eine Faustregel der Buchbranche besagt: Der Nachfolger eines Bestsellers schafft mindestens ein Drittel der Verkäufe. Angesichts von 1,7 Millionen verkauften "Feuchtgebieten" sollte das also möglich sein.
Der Handel ist jedenfalls für den Ansturm gerüstet: Man erwarte, dass "Schoßgebiete" einer der stärksten Titel des Herbstes wird, sagt ein Sprecher der Buchhandelskette Hugendubel auf Anfrage. Und auch Thalia verspricht, das Buch "in ausreichenden Mengen und gut auffindbar" bereit zu halten.
Doch die beste Werbekampagne nützt nichts, wenn das Buch selbst nicht kickt. Und so bemüht sich der Verlag schon mal vorab, mächtig Wind zu machen: "Schoßgebete" widme sich einem unserer letzten Tabus heißt es auf der Homepage von Piper. Wie schon in "Feuchtgebiete" - das die Autorin einmal als "Fik-tion mit Betonung auf der ersten Silbe" bezeichnet hat -, geht wieder es auch hier um Sex. Doch wer bei dem Wort Tabu an etwas Abartiges wie Pädophilie oder Geschlechtsverkehr mit einem Esel denkt, liegt komplett daneben. Es geht um: ehelichen Sex.

Deutliche Parallelen zur Autorin


Darauf muss man erst mal kommen, dass es sich bei diesem Thema um ein Tabu handelt. Wenn man allerdings die Verlagsankündigung genau liest, dann wird klar, worin der Aufreger liegen könnte: Elizabeth, die Protagonistin des Buches, weist deutliche Parallelen zur Autorin auf: Sie ist Mutter einer Tochter, lebt aber mit einem anderen Mann zusammen. Und es ist die Rede von einem schrecklichen Unfall.
Das alles trifft auch auf Charlotte Roche zu: Von dem Musikjournalisten Eric Pfeil, dem Vater ihrer achtjährigen Tochter Polly, ist sie getrennt und seit 2007 mit dem Brainpool-Mitbegründer Martin Keß verheiratet. Und ihre drei Brüder kamen 2001 auf dem Weg zu ihrer Hochzeit nach London bei einem Autounfall ums Leben, bei dem ihre Mutter zudem schwer verletzt wurde. Der Kitzel könnte also darin liegen, dass Roche immer wieder die Grenze zwischen Fiktion und Realität überschreitet und der Leser intime Einblicke in Charlotte Roches Leben erhält - oder zumindest glaubt, sie zu erhalten.

Wie viel Intimes darf eine Autorin verraten?


Es könnte eine Debatte ins Haus stehen, wie viel Autoren über ihr Privat- und Intimleben preisgeben dürfen. Sollte das so kommen, dürfte Charlotte Roche die Feuilletons ähnlich beherrschen wie damals, als die deutsche Presse als Reaktion auf "Feuchtgebiete" über Geschmacksgrenzen und Hygienewahn disktutierte. In jedem Fall scheint Charlotte Roche vergessen zu haben, was sie 2009 angekündigt hatte: "Ich war eine verbale Sau, aber ich bin es nicht mehr. Das ist vorbei", sagte sie damals dem "Spiegel".

Der Leser darf sich also auf einiges einstellen: "Es ist eine richtige Achterbahn der Gefühle. Ich schwöre", sagt Roche zum Ende ihrer Videobotschaft. Der Piper-Verlag hat jedenfalls gründlich daran gearbeitet, dass die Veröffentlichung für ihn keine Achterbahnfahrt wird.

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