Wieviel Menschen müssen noch sterben ? ? ?

Der Seehofer - ein Blitzmerker vor dem Herren

Der Seehofer - ein Blitzmerker vor dem Herren
Will morgen seinen Masterplan vorstellen?

Familie - Volk - Heimat

Gefühle sind der Antrieb des Lebens. Doch wer gerührt ist, hat nicht auch schon verstanden. Maßlose Gefühllosigkeit ist darum nicht nur geschmacklos, sondern sogar gefährlich. 


Ins Visier, die den geistigen Verfall, die Demenz der eigenen Väter im Detail beschreiben. Nach Krebs in allen denkbaren Varianten wird das Elend der unaufhaltsamen geistigen Dämmerung zu einem bevorzugten Thema - mit guten Aussichten, einen Bestseller auf den Markt zu bringen. Für "authentisch" halten die einen solche Werke, von Schamlosigkeit sprechen andere.

Einen kritischen Blick auf die Autoren  an dieser Stelle durch einen auf die Leser, auf uns also, ergänzen. Denn der ist nicht weniger offenbarend.

Kritiker rühmen zumeist Bücher, Filme oder auch Theaterstücke, deren Autoren ihr Publikum, ihre Konsumenten, "ganz dicht" heranlassen. An den siechen Kopf und die Windeln einer einstigen Geistesgröße also, in einem anderen Fall vielleicht an das körperlich oder seelisch verstümmelte Opfer eines Verbrechens oder einer Naturkatastrophe. Was aber macht den Erfolg und die Attraktivität solcher "schonungslosen" Einblicke aus? Denn dazu braucht es nun mal Leser, Zuschauer, Käufer. Was also haben die davon und was versprechen sie sich, wenn sie "ganz nah" herangelassen werden?

Der Mensch, das mitleidende Wesen

Rührung und Ergriffenheit vor allem. Einen Schwall der Gefühle. Und hinter denen sind wir nun mal her wie der Teufel hinter der armen Seele. Ein unablässiges Wechselspiel von Neuronen und Hormonen produziert in Kopf und Körper all das Angenehme, manchmal auch Gruselige oder Traurige, die Freude und auch mal die Albernheit, all die Emotionen eben, die unserem Leben Farbe geben und das Blut durch die Adern jagen. Gefühle sind der Antrieb des Lebens und genau genommen auch sein letztes Ziel. Die guten natürlich vor allem. Aber auch für die brauchen wir Stimulierendes von außen. Was uns dann am Schicksal (fremder) dämmernder Greise reizt? Unsere eigene Reaktion vor allem. Denn spüren wir Bedauern und Mitleid mit einem solchen Menschen, dem wir nie begegnen werden, verbucht das unser Kopf als "warm glow", als überaus wohltuenden Beweis eigener moralischer Stärke und mitmenschlicher Wärme also. Es tut eben überaus gut, so gut zu sein.


Schon deshalb verwechseln wir zu oft Rührung und Einsicht. Dass in unserem Beispiel die Alzheimersche Krankheit oder sonst eine Demenz an einem zweifellos erschütternden Fall anschaulich wird, bedeutet noch lange nicht, dass wir sie deshalb auch besser verstünden. Ebenso wenig steigert es unser Verständnis von Gewalt und Verbrechen, wenn wir bei der Schilderung eines Kriminalfalles die Qualen eines Opfers in solchem Detail präsentiert bekommen, dass es uns den Magen zuschnürt. Aber wollen wir überhaupt verstehen?

Die Medien bedienen hauptsächlich Voyeure


Die meisten Medienmacher scheinen ein solches Bedürfnis zumindest in der Masse nicht zu entdecken und bedienen darum Voyeure. Wer heute Auflage und Quote machen will, versucht es mit "Emotion pur". Gefühligkeit in allen nur vorstellbaren Variationen durchsetzt die Verlagsprogramme nicht weniger als tagtäglich die der Fernsehsender. Da werden im Minutentakt die "emotionalsten Momente" einer Weltmeisterschaft oder eines Kirchentages präsentiert und spätestens zu Weihnachten die eines ganzen Jahres. Wem es in der Zwischenzeit von unzähligen Koch- oder Castingshows speiübel wird, kann in eines der zahlreichen Zoo-Programme wechseln und lässt sich dort vielleicht vom schielenden Blick eines niedlichen Opossums anrühren.
Selbst vermeintliche Bildungsprogramme kommen ohne einen satten Schuss Gefühligkeit nicht mehr aus. Keine Doku ohne Drama, keine Historie ohne "Reenactment", bei der ein zausbärtiger Laienschauspieler vom budgetfreundlichen Balkan Kaiser Karl oder Papst Gregor mimt. Sind wir inzwischen wirklich so verblödet, dass wir glauben, so ließe sich Geschichte begreifen? Zumindest die Produzenten solcher Machwerke scheinen davon auszugehen.

Warten auf den nächsten Schuss


Gegen Unterhaltung ist ja gar nichts einzuwenden. Wohl aber dagegen, dass die "guten Gefühle" medial vor allem direkt und quasi intravenös verabreicht werden. Eigene Kompetenz zu erfahren, sich selbst etwas zu erarbeiten und dabei in "Aha-Momenten" Einsichten zu gewinnen, ist nämlich auch ein höchst befriedigender Weg zu guten Gefühlen zu kommen. Im Gegensatz zur Verabreichung von "Emotion pur" hat diese Form allerdings bleibenden Wert. Denn die Lust an der Einsicht - und das ist eine Lust - schafft den Anreiz, immer wieder neue Einsichten zu suchen und nicht darauf zu warten, bis einem ein medialer Dealer der Gefühle den nächsten Schuss anbietet.
Warum mich das in Wallungen bringt ?  Warum  das  wichtig ist ?  

Weil wir vor Problemen stehen, für deren Lösung es das ganze Hirn braucht und nicht nur dessen Gefühlsküche. Wer dem Eisbären Knut nachtrauert, hat noch keine Ahnung vom Klimawandel. Und wer Frau Merkel oder Herrn Steinbrück sympathisch findet oder halt auch nicht, versteht deshalb noch nichts von Demokratie und den Herausforderungen, in denen sie sich unausweichlich bewähren muss. Gefühligkeit ohne Maß ist nicht nur geschmacklos. Sie ist gefährlich.

Der Wirtschaftsaufschwung dient nicht der gesamten Bevölkerung, sondern nur den Reichen: Die Gehaltskluft wird immer größer, die Geringverdiener werden immer mehr. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Demnach sind die realen Netto-Einkommen zwischen 2000 und 2010 um 2,5 Prozentpunkte gesunken. 
Die Wissenschaftler beziehen sich bei ihrer Studie auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels.



Umverteilung zulasten der unteren Einkommen?


Besonders die unteren Einkommen sollen betroffen sein: Wer, laut Studie, im Jahr 2000 real 270 Euro verdiente, ging 2010 nur noch mit 211 Euro nach Hause, also mit 59 Euro weniger. Bei einem Verdienst von 1073 Euro wäre das Realeinkommen in den vergangenen zehn Jahren um 110 Euro gesunken.
Manche werten diese Studie als ein Zeichen dafür, dass der Wettbewerb in Deutschland durch gnadenloses Lohndumping beherrscht wird. Andere wiederum erklären diese Ergebnisse damit, dass mehr Leute weniger für weniger Geld arbeiten würden.


Kommt der Aufschwung bei den Menschen an?


Die Wirtschaft in Deutschland wächst. Aber kommt dieser Aufschwung auch bei den Menschen an? Finden mehr Bürger Arbeit? Steigen neben den Konzerngewinnen auch die Löhne? Haben die Haushalte dadurch mehr Geld zur Verfügung?


2010 ist die Wirtschaft so stark gewachsen wie nie seit der Wiedervereinigung: um 3,6 Prozent. Im ersten Quartal 2011 lag das Bruttoinlandsprodukt sogar 4,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Wie sich die Konjunktur weiter entwickelt, kann niemand verlässlich voraussagen. Doch alle führenden Institute prognostizieren für das Gesamtjahr 2011 einen anhaltenden Aufschwung. Die neueren Schätzungen gehen von einem Wirtschaftswachstum von mindestens 2,5 Prozent für 2011 und weiteren etwa zwei Prozent im kommenden Jahr aus. Aber kommt dieser Aufschwung auch bei der arbeitenden Bevölkerung an? Und wie lässt sich das messen?

Mehr Geld, feste Stelle oder überhaupt ein Job

Wer arbeitslos ist, wünscht sich vermutlich einen Job. Wer eine befristete Stelle hat, möchte dauerhaft übernommen werden. Wer bereits einen festen Job hat, möchte vielleicht, dass er auch sicher bleibt. Und mehr Geld wünscht sich wohl jeder. Der Wirtschaftsaufschwung besitzt das Potenzial, zumindest mittelfristig die materiellen Lebensgrundlagen der Menschen in Deutschland zu verbessern - wenn er anhält.


Betrachtet man die Zahl der Arbeitsplätze, sieht es bereits gut aus. Von Januar bis März gingen so viele Menschen einer Arbeit nach wie noch nie in einem ersten Quartal seit der Wiedervereinigung: Es gab 40,4 Millionen Erwerbstätige und damit 552.000 mehr als ein Jahr zuvor. 27,9 Millionen Menschen waren laut den aktuellsten Zahlen von Februar sozialversicherungspflichtig beschäftigt - und damit fast 700.000 mehr als vor einem Jahr. Der Aufschwung kommt auf dem Arbeitsmarkt an, das zeigen die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA). Im April sank die Zahl der Arbeitslosen auf 3,078 Millionen, das ist der niedrigste Stand für diesen Monat seit 19 Jahren. Im weiteren Jahresverlauf wird die Arbeitslosenzahl nach allen Prognosen unter drei Millionen sinken.

Zahlen zu Lohnsteigerungen sind manchmal relativ...

 Ein weiteres Indiz für die Teilhabe der Bevölkerung am Aufschwung ist die Lohnentwicklung. Die von den Arbeitgebern gezahlten Bruttolöhne und -gehälter stiegen im ersten Quartal so stark wie seit 19 Jahren nicht mehr, im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent.

Der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, relativiert die Zahl allerdings: Denn dieser Wert beziehe sich auf die gesamte Lohnsumme und habe vor allem wegen der höheren Anzahl der Beschäftigten zugenommen, weniger durch Lohnerhöhungen. Tatsächlich stiegen die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer nur um 2,8 Prozent. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben fiel das Plus bei den Nettolöhnen und -gehältern mit 1,5 Prozent im Vorjahresvergleich noch einmal deutlich niedriger aus. Zudem profitierten die Beschäftigten in den verschiedenen Branchen in sehr unterschiedlichem Maße von Lohnerhöhungen.


... und vielleicht bald von der Inflation aufgefressen

Mehr Geld im Portemonnaie bedeutet aber nicht unbedingt, dass man mehr ausgeben kann. Denn die Lohnsteigerung kann unter der Inflationsrate liegen. Diese wird für das laufende Jahr momentan auf 2,4 bis 3,0 Prozent geschätzt. Seit Jahresbeginn lag sie immer bei mindestens zwei Prozent und übertraf damit die jüngsten Anstiege bei den Nettolöhnen. Frank Hechtner, Steuerexperte der Freien Universität Berlin, kann sich vorstellen, "dass die Netto-Stundenlöhne bei vielen im XXL-Jahr real sinken könnten".
Neben der Inflation schmälern auch steigende Sozialabgaben und die Steuerprogression die Wirkung von Lohnerhöhungen. Der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, rechnet vor, dass vor allem kleinere Einkommen betroffen sind: Ein Ehepaar, das 30.000 Euro jährlich verdient, und 2,5 Prozent mehr Lohn bekommt, zahle elf Prozent mehr Steuern - ein Effekt der sogenannten kalten Progression.

Kalte Progression

Von kalter Progression spricht man, wenn eine Lohnsteigerung zwar zu einer höheren Steuerbelastung aber nicht zu einem höheren Realeinkommen führt. Das hat mit dem Zusammenspiel von Inflation - also der Geldentwertung und Preissteigerung - und dem progressiven Verlauf der Einkommenssteuertarife zu tun.

Nach deutschem Steuerrecht wird (oberhalb des Grundfreibetrags und unterhalb des Spitzensteuersatzes) jeder zusätzlich verdiente Euro mit einem höheren Satz besteuert. Wenn die Löhne steigen, die Steuersätze aber nicht verändert werden, wachsen immer mehr Arbeitnehmer in höhere Steuersätze hinein. De facto ist die kalte Progression also eine versteckte Steuererhöhung.

Damit sich Arbeitnehmer tatsächlich mehr leisten können, muss die Gehaltserhöhung deutlich über der Inflationsrate liegen. Ansonsten sorgt der Effekt der kalten Progression dafür, dass sie sich nach einer Einkommenserhöhung real - also unter Berücksichtigung der Inflation - nicht mehr oder im Extremfall sogar weniger leisten können als vorher.

Wirkung des Aufschwungs unterschiedlich

Doch nicht nur die Regierung, sondern auch gewerkschaftsnahe Forscher gehen davon aus, dass die Menschen in Deutschland grundsätzlich vom Aufschwung profitieren. IMK-Direktor Horn sagt im Gespräch, man müsse hoffen, dass der Aufschwung auch anhalte. Dann würden die Arbeitgeber auch mehr Menschen in Vollzeit und dauerhaft einstellen. Das zeigten Beobachtungen aus der Vergangenheit. Noch sei ein dauerhafter Aufschwung aber nicht sicher. Er könnte auslaufen, zum Beispiel, wenn die Eurokrise nicht gelöst werde.
"Der Aufschwung ist noch nicht in voller Blüte bei den Menschen angekommen, jedenfalls dieses Jahr nicht", sagt Horn. Noch gebe es zu viele unsichere oder zu schlecht bezahlte Beschäftigungsverhältnisse. Auch BA-Chef Weise kritisierte die Struktur der neu entstandenen Arbeitsplätze: In den vergangenen zehn Jahren seien viele befristete Jobs, Teilzeitstellen und nicht so gut bezahlte Arbeitsplätze entstanden.

Leiharbeit macht unsicher

Zu diesen befristeten und schlechter bezahlten Arbeitsformen gehört die Leiharbeit. Die Zahl der Stellen in diesem Bereich stieg binnen eines Jahres um 31,9 Prozent. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bekommen Leiharbeiter durchschnittlich 20 Prozent weniger Lohn als fest angestellte Kollegen in vergleichbaren Jobs. Und sie werden in Krisenzeiten als erste entlassen.
 
IAB-Direktor Joachim Möller sagt: "Die Arbeitswelt driftet auseinander". IAB-Befragungen zeigen, dass sich Leiharbeiter und befristet Beschäftigte weniger in die Gesellschaft integriert fühlen als Festangestellte. Wolfgang Völker vom Diakonischen Werk in Hamburg ergänzt: "Es ist nicht so, dass irgendeine Arbeit auf jeden Fall besser ist als gar keine. Wer schlecht bezahlt ist oder unter seiner Qualifikation eingestellt wird, fühlt sich nicht anerkannt. Und er hat nicht das Gefühl, dass er vom Aufschwung profitiert."
Führt Leiharbeit wenigstens in eine feste Beschäftigung? Tatsächlich ist sie für manche eine Chance. Forschungsergebnisse des IAB zeigen: Wer einen Job als Leiharbeiter hatte, ist hinterher seltener arbeitslos als vorher. Jeder vierte Leiharbeiter war in den zwei Jahren vor der Beschäftigung mindestens die Hälfte der Zeit arbeitslos. In den zwei Jahren danach war weniger als jeder Fünfte so lange ohne Arbeit. "Leiharbeit ist zwar keine breite Brücke, aber zumindest ein schmaler Steg in Beschäftigung", sagt IAB-Direktor Möller.


Immer mehr Hartz-IV-Aufstocker


Immer mehr Menschen profitieren vom Aufschwung, indem sie eine bezahlte Arbeit finden. Aber bei vielen reicht das Geld trotz des Jobs nicht für den Lebensunterhalt. Knapp 1,4 Millionen Beschäftigte sind auf zusätzliche Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Das sind 4,4 Prozent mehr "Aufstocker" als im Vorjahr und 13 Prozent mehr als 2007. 350.000 Beschäftigte brauchen sogar Hilfe, obwohl sie Vollzeit arbeiten. Besonders stark stieg der Anteil der Aufstocker bei Selbstständigen, Teilzeit-Angestellten und Minijobbern.
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach empört das: "Es ist ein Unding, dass Arbeitgeber Millionen Beschäftigten Hungerlöhne zahlen, die dann aus Steuermitteln aufgestockt werden". Die Bundesregierung verweist aber darauf, dass viele Langzeitarbeitslose zu "Aufstockern" werden und damit den Anschluss an den Arbeitsmarkt finden. Handlungsbedarf könne es umgekehrt geben, wenn immer mehr arbeitende Menschen in Hartz IV rutschen würden. Die Gesamtzahl der Menschen, die dauerhaft auf Hartz IV angewiesen sind, sinkt trotz des Wirtschaftsbooms nur langsam. Sie ging von Januar 2010 bis Januar 2011 um 1,4 Prozent zurück. Insgesamt sind 6,5 Millionen Menschen betroffen.

Die Arbeitnehmer haben zum Aufschwung beigetragen

Ein großer Teil der deutschen Arbeitnehmer profitiert unter dem Strich vom Wirtschaftsboom. Viele Menschen haben die Chance, ihre wirtschaftliche Situation zumindest etwas zu verbessern. Aber viele sind immer noch in unsicheren oder prekären Arbeitsverhältnissen. Entscheidend ist, dass der Aufschwung anhält.
Denn eines sollte man nicht vergessen: Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland hat mit der guten Wettbewerbsfähigkeit zu tun. Dazu haben in den vergangenen Jahren die Arbeitnehmer beigetragen - mit ihrer Lohnzurückhaltung. Im vergangenen Jahrzehnt stiegen die Tariflöhne um 24 Prozent und damit deutlich langsamer als im EU-Schnitt. Die Preise in Deutschland legten im selben Zeitraum um mehr als 28 Prozent zu. Unter dem Strich sanken die realen Bruttoverdienste der Beschäftigten damit um durchschnittlich vier Prozent.

Wachstum bringt Arbeitnehmern nichts ein !!

 

Seit der Jahrtausendwende ist die Wirtschaft ordentlich gewachsen. Die Arbeitnehmer spüren davon allerdings nichts. Vor allem Geringverdiener haben real sogar weniger in der Tasche. Wirtschaftsweise kritisieren die Untätigkeit der Bundesregierung. 


Die realen Nettolöhne von Geringverdienern sind seit der Jahrtausendwende stark gesunken. Bei Beschäftigten in den unteren Einkommensgruppen hätten die Einbußen 16 bis 22 Prozent betragen, berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Im Durchschnitt aller Beschäftigten seien die Nettogehälter zwischen 2000 und 2010 preisbereinigt um 2,5 Prozent zurückgegangen. Das geht den Angaben zufolge aus neuen Umfrageergebnissen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hervor.
"Die Wirtschaft ist seit der Jahrtausendwende ordentlich gewachsen", sagte DIW-Verteilungsforscher Markus Grabka der Zeitung. Die Gewinne und Vermögenseinkommen seien "insgesamt sogar kräftig gestiegen". Doch bei den meisten Erwerbstätigen sei vom Wirtschaftswachstum nichts angekommen.

Wirtschaftsweiser: Regierung bewusst völlig untätig !!


Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger warf der Bundesregierung Untätigkeit vor. "Es gibt Möglichkeiten, die Löhne zu stabilisieren. Doch die Politik interessiert sich nicht dafür", sagte er dem Blatt. Bofinger plädierte dafür, Arbeitnehmer bei den Sozialabgaben zu entlasten. So sollten die Arbeitgeber künftig wieder die Hälfte der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung übernehmen. "Eine solche Rückkehr zur Parität würde den Staat keinen Cent kosten", betonte der Professor an der Universität Würzburg.
Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit sprach sich für einen Mindestlohn aus. Im Niedriglohnsektor gebe es inzwischen Auswüchse, "die man beschäftigungspolitisch nicht rechtfertigen kann", erklärte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller.

Ein Leben ohne Bankkonto ist ein Leben mit Hürden: Miete, Gehalt, Einkauf werden zum täglichen Kampf. Die EU-Kommission fordert nun für jeden Bürger das Recht auf ein eigenes Konto - kann sich aber nur zu einer Empfehlung durchringen. 

Ein eigenes Bankkonto für jeden Europäer - das muss nach dem Willen der EU-Kommission künftig jedes der 27 Länder seinen Bürgern ermöglichen. "Ein Konto ist ein Werkzeug, das im Alltag völlig unerlässlich ist", sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier am Montag in Brüssel. Ob für Miete, Gehalt oder Einkäufe - der bargeldlose Zahlungsverkehr ist längst essenziell.
Ein Jahr haben die Banken nun Zeit, jedem EU-Bürger den Zugang zu einem Basiskonto zu ermöglichen. Gelingt das nicht, wolle Brüssel ein verbindliches Gesetz erlassen. Verbraucherschützer hatten darauf schon jetzt gedrängt - und reagierten enttäuscht. Die Empfehlung der EU-Kommission sei "ein völlig stumpfes Schwert", sagte Christina Buchmüller von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Noch Anfang des Jahres habe die EU-Kommission gesetzgeberische Schritte angekündigt. Ein EU-Diplomat äußerte: "Der Widerstand einiger EU-Länder und der Bankbranche war aber zu groß."
Nach Brüsseler Schätzung haben 30 Millionen Menschen in der EU kein Konto - das sind rund sieben Prozent der Verbraucher. Vor allem überschuldete Bankkunden, Arbeitslose und Arme seien betroffen. Etwa sieben Millionen von ihnen werde ein Konto regelrecht verwehrt. "Ungerecht", urteilte Barnier. In Deutschland liegt die Zahl der Kontolosen nach Schätzung von Verbraucherschützern im sechsstelligen Bereich, "sie ist seit Jahren auf hohem Niveau", klagte Buchmüller.

Arbeitgeber und Vermieter wollen kein Bargeld


Jene Bürger seien von Teilen des gesellschaftlichen Lebens abgeschnitten. "Kein Arbeitgeber ist heute bereit, das Geld bar auszuzahlen." Das gelte auch für Vermieter: Kaum einer wolle ständig Bargeld entgegennehmen. Mit dem von Barnier geforderten Basiskonto sollen Bürger Geld abheben, überweisen und empfangen können. Die EU-Staaten sollen dafür sorgen, dass jeder entweder kostenlos oder zu vernünftigen Gebühren ein Konto eröffnen und nutzen kann.

Wir wollen die Banken nicht zwingen", räumte Barnier ein. Sie sollten stattdessen verpflichtet werden, Ergebnisse zu liefern. Gelingt das nicht, drohte der Kommissar mit verbindlichen Vorgaben aus Brüssel, die das Recht auf ein Basisbankkonto per Gesetz verankern würden. Noch vor Jahresende werde er die Lage neu bewerten.
Verbraucherschützer kritisierten, dass statt einer Empfehlung nicht jetzt schon eine Verordnung oder eine Richtlinie verabschiedet wurde. Ihren Frust verdeutlichten die deutschen Verbraucherschützer in einem Brief an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. In dem von vzbv-Vorstand Gerd Billen unterzeichneten Schreiben heißt es: "Die jüngste Entwicklung ist ein enormer Schritt zurück."

"Girokonto für jedermann" auf Guthabenbasis


In der Bundesrepublik gibt es seit 1995 bereits die Empfehlung der im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) vertretenen Spitzenverbände der Kreditwirtschaft an alle Banken und Sparkassen, auf Anfrage ein "Girokonto für jedermann" auf Guthabenbasis einzurichten. Eine freiwillige Selbstverpflichtung also - aber ebenfalls nicht verbindlich. Seit Jahren bleiben deshalb viele auf der Strecke.
Im vergangenen Jahr brachte ein neues Gesetz zum Pfändungsschutz etwas mehr Schutz für finanzschwache Bankkunden in Deutschland. Jeder, der bereits ein Konto besitzt, kann seitdem die Umwandlung seines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) verlangen. Dadurch können Schuldner trotz einer Kontopfändung weiter am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen, mindestens bleibt ihnen ein Guthaben von 985,15 Euro.

Früher wurde ihr Konto in solch einem Fall klassischerweise blockiert oder gekündigt. "Das passiert nun nicht mehr in so großem Stil", sagt Buchmüller. Dennoch fänden die Institute nachwievor Mittel und Wege, unliebsame Kunden loszuwerden.

Ein nahes Beispiel unser Hausmeisters , guter Kunde der Kreissparkasse Kelheim seit über 40 Jahren . Stellte einen Antrag auf Umstellung seines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto & wurde nach Wochen derart unbegründet abserviert , sprich sein Konto noch vor einer gesetzten Frist wegen 10,oo Euro Saldo von einem Azubi der Kreissparkasse Saal / Donau unterzeichnet , gekündigt.


Ein ausführlicher Bericht zeigt wie diese gängige Machart sogar bei Kranken , Alten & Sozial schwachen immer mehr angewendet wird und ihnen regelrecht das Sparkassenkonto ohne Rücksicht auf Verluste entzieht.


Jim Croce & Maury Muehleisen - I"ve Got A Name (mp3)


Jim Croce
(* 10. Januar 1943 in Philadelphia, Pennsylvania; † 20. September 1973 in Natchitoches, Louisiana; eigentlich James Joseph Croce) italienisch-amerikanischer Sänger und Songwriter.

Er veröffentlichte in den Jahren von 1960 bis 1973 sechs Studioalben und elf Singles, von denen Time in a Bottle sowie Bad Bad Leroy Brown Platz 1 der Billboard Hot 100 erreichten.

Im Alter von 30 Jahren verstarb Jim Croce mit seinem musikalischen Partner und Gitarristen Maury Muehleisen sowie fünf weiteren Passagieren bei einem Flugzeugabsturz auf dem Weg zu einem Konzert.
Immer mehr Deutsche werden Opfer von rabiaten Inkasso-Firmen wie sie von Amazon , Neckermann und unzähligen anderen beauftragt werden. Jetzt wollen Verbraucherzentralen endlich gegen die zwielichtigen Schuldeneintreiber vorgehen.

Als die Rechnung über 192 Euro mit der Post kam, wusste sie anfangs nicht mal, wofür sie überhaupt zahlen sollte. Erst später fand Jenny H. heraus, dass sich hinter der Anmeldung für eine vermeintlich harmlose Mode-Website, ein teures Zwei-Jahres-Abo verbarg, für das ihr nun die Firma IContent die Rechnung präsentierte. Auf Anraten der Verbraucherzentrale Hamburg widersprach die 29-Jährige dem Schreiben. "Ich bekam dann noch weitere Briefe mit zusätzlichen Mahnkosten und der Drohung, mich vor Gericht zu bringen." Irgendwann habe sich das Thema schließlich von selbst erledigt.




So wie der Hamburgerin geht es immer mehr Verbrauchern: Sie bekommen Post von zwielichtigen Inkasso-Unternehmen. Viele zahlen, um sich Ärger zu ersparen. Mehrere Verbraucherzentralen wollen jetzt Front machen gegen die Abzocke durch unseriöse Schuldeneintreiber: Bis zum 30. September sammeln die Beratungsstellen von acht deutschen Verbraucherzentralen systematisch Erfahrungsberichte von Betroffenen. "Uns geht es darum herauszufinden, in welchem Ausmaß überhöhte Gebühren erhoben werden und ob die Forderungen berechtigt sind", sagt Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen .


Inkassobüros treiben ihre Forderungen oft mit fragwürdigen Methoden in die Höhe, berichtet Reichertz. Einige Schuldeneintreiber setzten ihre Opfer mit Schufa-Einträgen unter Druck, die in dieser Situation eigentlich nicht zulässig seien. Andere zitierten unzutreffende Paragrafen und Urteile oder drohten mit dem Gerichtsvollzieher. "Sie drängen die Verbraucher zu einem Schuldeingeständnis, obwohl diese vielleicht gar nicht zahlen müssten", sagt Reichertz. 


Widerspricht der Kunde der Rechnung rechtzeitig, dürften beispielsweise überhaupt keine Inkasso-Gebühren erhoben werden.
Zu den unseriösen Schuldeneintreibern zählt der Verbraucherschützer beispielsweise die Firma Deutsche Zentralinkasso (DZI), die gerne "mit Drohungen gegen Kunden" vorgehe und auch windige Internet-Dienstleister vertrete. "Wir monieren vor allem das Aufbauen von Drohkulissen und die Angstmacherei", sagt Reichertz. Betroffenen rät der Verbraucherschützer dazu, auf jeden Fall die Beratungsstelle einer Verbraucherzentrale aufzusuchen, um festzustellen, ob die Forderungen berechtigt sind.

Viele Mahnschreiben sind völlig unberechtigt




Das Problem aus der Sicht des Juristen Reichertz sind fehlende Gesetze: "Es gibt keine gesetzliche Regelung für Inkasso-Gebühren." Einige würden Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz nehmen, andere kassierten "völlige Fantasiegebühren". Nach den Regelsätzen für Anwälte dürften Inkasso-Firmen für Beträge unter 300 Euro eine Gebühr von maximal 32,50 Euro verlangen. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist bereits das unangemessen hoch. Doch allzu oft liegen die "Gebühren" der Abzocker noch weit über dem legalen Rahmen.




Häufig sind die Mahnschreiben gänzlich unberechtigt - etwa bei Internet-Abofallen oder untergeschobenen Vertragsabschlüssen am Telefon. "Wir stellen verstärkt fest, dass immer mehr unseriöse Inkasso-Unternehmen Briefe verschicken und zwielichtige oder gar unberechtigte Forderungen eintreiben", sagt die Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Carmen Gahmig. Nicht ersichtlich sei auch häufig, wer genau die Forderung erhebe, ob die Firma ordnungsgemäß bevollmächtigt sei und ob überhaupt eine sogenannte Geldempfangsvollmacht vorliege.
Die Erkenntnisse, die von den Verbraucherzentralen gesammelt werden, sollen dazu beitragen, bessere gesetzliche Grundlagen und eine effektive Aufsicht über die Inkasso-Unternehmen herzustellen.

Denkt ihr wirklich, ihr könnt uns stoppen?"
Mit diesen Worten feiert die Streamingseite kino.to ihr Comeback und beschuldigt in einem offenen Brief Staat und Industrie, die Freiheit des Internets mit Füßen zu treten. 


Kinox.to heißt das neue Portal, das da weitermacht, wo kino.to vor knapp einem Monat aufhörte: Aktuelle Blockbuster wie "Transformers 3" oder "Bad Teacher" zieren die Startseite, darunter Links zu neuen Filmen, Serien und Dokumentationen. Seit Montagabend ist die Seite wieder online, und schon ist die Nachfrage so groß, dass die Server regelmäßig in die Knie gehen.

"Danke Anonymous"



Die Betreiber rechtfertigen ihr Comeback mit der Freiheit des Internets und beschimpfen ihre Gegner: "Wir wollen euch nicht. Das Internet will euch nicht. Keiner will euch. Alles was wir wollen, ist Freiheit und das für JEDEN!" Weder Industrie noch Regierung dürften vorschreiben, was erlaubt ist und was nicht, so die Macher der Seite. Zum Schluss bedanken sie sich bei ihren Fans und der Hacker-Gruppe Anonymous. Jetzt rätseln alle: Kooperieren die jetzt mit der Streaming-Plattform? Eine Zusammenarbeit mit den Betreibern von kinox.to würde nicht zu den politischen Motivationen der Webguerilla passen.

So attackierte Anonymous in den vergangenen Monaten beispielsweise Webseiten von rechtsextremen Organisationen oder Unternehmen, die ihr Geld mit Atomkraft verdienen. Weiterhin unterstützte die Gruppe die Proteste gegen die Regierungen in Spanien, dem Iran oder in Syrien. Zwar attackierte die Gruppe im Juni selbst die Seite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) - allerdings im Rahmen der strafrechtlichen Verfolgung gegen die ehemaligen Betreiber von kino.to. Möglicherweise bezieht sich der Dank der Nachfolger auf diese Aktion, dennoch hat die Nennung der Hacker-Gruppe einen bitteren Beigeschmack.


Geld statt Ehre



Anonymous genießt innerhalb der IT-Welt ein hohes Ansehen und Respekt. Obwohl ihre Methoden häufig illegal sind, wollen sie lediglich Sicherheitslücken und Missstände aufzeigen. Möglicherweise nutzen die Macher von kinox.to den Namen der Hacker-Gruppe nur als Deckmantel, um andere Interessen zu verschleiern. So behauptet die GVU, nicht der Wunsch nach mehr Datensicherheit, sondern nach mehr Profit steht im Mittelpunkt der Streaming-Plattformen: "Insgesamt macht das Verfahren schon jetzt deutlich, dass die Köpfe hinter dem parasitären System kino.to eindeutig wirtschaftlich motivierte Kriminelle sind", schreibt die GVU in ihrem Blog.
 
Während die kinox.to-Mitglieder Freiheit und Selbstbestimmung propagieren, wurde die Webseite der GVU Opfer einer DDos-Attacke, wie das IT-Nachrichtenportal Gulli schreibt. Bei solch einem Angriff wird der Server von Millionen Rechneranfragen überflutet und ist nicht mehr erreichbar. Seit Stunden ist die offizielle Webpräsenz der GVU offline, lediglich der Unternehmensblog kann aufgerufen werden. DDos-Angriffe sind ein Markenzeichen der Hacktivisten von Anonymous. Jedoch bedeutet das nicht, dass Anonymous an dem kinox.to-Projekt beteiligt ist. 


Kriminelle können solche Angriffe jederzeit in Untergrund-Portalen kaufen, die Zielseite wird anschließend von Botnetz-Betreibern attackiert. Die nutzen mit Schadsoftware infizierte Rechner, um genügend Rechenpower für die Angriffe zu bündeln.

Moderner Robin Hood oder klassischer Verbrecher?

 

"Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden?", fragen die kinox-Betreiber in ihrem Brief. 


Sie leugnen kriminelle Absichten und stellen sich eher als moderner Robin Hood dar, der die Nutzer vor profitsüchtigen Firmen und überwachenden Regierungen beschützen muss. Während Robin Hood die Reichen plündert, um das Geld an die Armen zu verteilen, verbreitet kinox.to illegal Filme, um den "fanatischen Geldgeier-Organisationen" ein Ende zu bereiten, wie sie die GVU in ihrem Brief nennen.
Doch wie unwichtig die ehrenwerten Ideale der Streaming-betreiber offenbar sind, zeigen die aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden im Fall kino.to. Sie werfen den ehemaligen Betreibern vor, mit der Verbreitung von illegalem Material Millionen verdient zu haben. Allein beim Hauptverdächtigen Dirk B. aus Leipzig, dem mutmaßlichen Chef von kino.to, stellten die Behörden 2,5 Millionen Euro und mehrere Luxusautos sicher. Insgesamt 13 Verdächtige wurden bei der Razzia im Juni festgenommen, einer legte bereits ein Geständnis ab.


Movie2k.to Stellungnahme: “Streaming-Seiten per Gesetz derzeit nicht illegal”


Dass das bekannte Streaming-Portal kino.to geschlossen wurde, und sich die Betreiber mittlerweile in Haft befinden, ist bekannt. Ebenso wissen die kino.to-User, dass mit der Webseite movie2k.to bereits ein neues Portal online ist, dass sogar fast noch einen größeren Fundus an Video-Links beinhaltet. Da die Staatsanwaltschaft nun jedoch auch gegen movie2k.to ermittelt, sind die Betreiber jetzt in die Offensive gegangen, und haben eine offizielle Erklärung abgegeben.
Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, kurz GVU, und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden haben bekanntlich nicht nur für die Abschaltung von kino.to gesorgt, sondern auch bereits Ermittlungen gegen den inoffiziellen Nachfolger movie2k.to aufgenommen. Doch scheinbar wollen sich die Betreiber des Streaming-Portals das nicht gefallen lassen, und haben daher jetzt in einer offiziellen Erklärung ihre Meinung zu dem Thema ausführlich kundgetan.


Nach der Meinung der Betreiber von movie2k.to, ist die Streaming-Seite nicht illegal. Zudem klagen sie die GVU an, die sich bei der Schließung von kino.to auf den Paragraphen 129 StGB bezog. Dieser beschreibt die Bildung einer kriminellen Vereinigung, die laut den Betreibern von movie2k.to jedoch absolut nicht haltbar sei. Es handelt sich dabei um ein “konstruiertes Hirngespinst”. Darüber hinaus sehen die Betreiber die unternommenen Schritte als “Einschüchterungsversuch, von dem man sich nicht beeinflussen lassen sollte”.
Laut der Stellungnahme werden die Betreiber derzeit sogar vom BKA telefonisch überwacht, was beweisen würden, dass “Deutschland zu einem Polizeistaat verkommen sein. Man selber sei sich keiner Schuld bewusst, da man mit movie2k.to gegen kein bestehendes Gesetz verstoße. Sollte sich die Gesetzeslage jedoch ändern, in dem Streaming-Seiten per Gesetz explizit als illegal beschrieben werden, würde man movie2k.to dementsprechend sofort vom Netz nehmen. Es bleibt also mit Spannung abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.

Die Euro- und Schuldenkrise beginnt in seine nächste – möglicherweise finale – Phase einzutreten. Angesichts von über 20 Prozent Arbeitslosigkeit, bei fast 45 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, einer geplatzten Immobilienblase und dem damit ruinierten Sparkassen-System, war anzunehmen, daß Spanien der nächste Pleitekandidat nach Griechenland, Irland und Portugal werden würde. 

Die Regierung Zapatero zieht allerdings ein rigides Sparprogramm durch und versucht dadurch, dem iberischen Land eine Galgenfrist zu verschaffen. Nun ist aber seit Freitag das mit 120 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes hoch verschuldete Italien unter Druck geraten. In den nächsten Monaten muß unser südliches Nachbarland über 177 (!) Milliarden Euro Schulden zurückzahlen und neu finanzieren – zu deutlich höheren Zinsen. 

Es ist nicht zu erwarten, daß es Italien gelingt, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Um den ganzen Irrsinn der „Euro-Rettungen“ zu verdeutlichen, sei nur erwähnt, daß die BRD, Frankreich, Spanien und Italien für die „Rettungspakete“ bürgen müssen. Im Privatleben heißt dies nichts anderes, daß jemand, der kurz vor dem Offenbarungseid steht, sozusagen für sich selber bürgt, damit ihm die Bank noch mal Kredit gibt. Schuld sollen natürlich wieder einmal andere sein. So versucht die politische Klasse, allen voran die Brüsseler Justizkommissarin Reding, die Schuld auf die Ratingagenturen abzuwälzen. Die müssten zerschlagen und „unabhängige“ europäische Ratingagenturen aufgebaut werden. Diese europäische Ratingagentur dürfte genauso „unabhängig“ sein, wie die Europäische Zentralbank oder der Europäische Gerichtshof – allesamt Knechte von Hochfinanz und Großkapital. 

Wenn ein Schrottauto vom TÜV oder der DEKRA aus dem Verkehr gezogen wird, ist der Fahrzeughalter dafür verantwortlich, der seinen Wagen nicht ausreichend gewartet hat, und nicht derjenige, der feststellt, daß Bremsen und Motor kaputt sind. Schon wird von der politischen Klasse gefordert, die Analysen der Ratingagenturen überhaupt nicht mehr zu beachten, sondern z.B. Griechenlandanleihen als ganz normale Wertpapiere anzusehen, damit sie als „Sicherheiten“ bei der EZB und den anderen Zenralbanken und öffentlichen Instituten verbleiben und somit die Möglichkeit besteht, sich weiter verschulden zu können. 
Wie schon mehrfach an dieser Stelle betont, ist die gesamte politische Klasse der BRD wild entschlossen, mit dem Euro auch eine politische Idee zu retten – und zwar buchstäblich um jeden Preis. Merkel und ihren Spießgesellen muß der Wähler bei den anstehenden Wahlen das Handwerk legen. Leider ist vom Bundesverfassungsgericht nicht zu erwarten, daß es die Deutschen vor dem Amoklauf der Systemparteien schützt, sondern es vielmehr abwartet, bis diese vollendete Tatsachen geschaffen haben und dann einmal mehr nur Placebos verschreibt. 
Sicherlich ist Italien nicht mit Agrar-Staaten, wie Portugal und Griechenland zu vergleichen. Trotzdem bewegt sich das Land auf einem ganz schmalen Grat. Stolpert Italien, stürzt Italien, ist dies das Ende des Euro.
Die Kölnerin Smilla Dankert betreibt ein Fashionblog der besonderen Art: anders anziehen. Dort zeigt sie Menschen aller Altersklassen, und lässt sie fernab von Modetrends ihre Geschichten erzählen.
Für ihr Blog anders-anziehen.blogspot.com erhielt Smilla Dankert im vergangenen Jahr sogar eine Nominierung für den Grimme-Online-Award in der Rubrik "Kultur und Unterhaltung". 


Dabei geht es ihr um mehr als pure Unterhaltung: Smilla Dankert zieht mit ihrer Kamera durch die Stadt, wenn sie jemanden trifft, der ihr ins Auge fällt, spricht sie Person an, fragt ob sie einige Fotos machen kann und verbringt ein wenig Zeit mit ihr. 

Keine Nerdbrillen und Röhrenjeans


So finden sich bei anders anziehen nicht nur - oder kaum - stylische junge Menschen im Berlin-Mitte-Stil mit riesigen Nerdbrillen, Rennrädern und engen Röhrenjeans. Smilla Dankert fotografiert Menschen mit Charakter, wie Frau E., die sagt: "So alt zu werden hat auch seine Nachteile. Alle sterben vor Ihnen, und Sie sind dann alleine." Auf den Fotos ist ein ältere Dame mit schlohweißem Haar, goldener Brille mit weißem Rand, Baskenmütze und grünem Schal zu sehen.

Der Blick der Kostümbildnerin


Smilla Dankert zeigt auf ihrem Blog individuelle Kleidungsstile: "Die Fotografien sind ungeplante Momentaufnahmen – auf der Suche nach Originalität und authentischem Eigensinn", so steht es auf der Website. Im Online-Talk spricht sie über ihr Anliegen und über die Relevanz von "Mainstream-Modeblogs" – außerdem geht es um die in Berlin stattfindende Fashion Week. Wenn sie nicht bloggt, arbeitet Smilla Dankert als Kostümbildnerin für Film- und Fernsehproduktionen.
Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, bleibt in bestimmten Fällen weiterhin erlaubt. Das ergab die Abstimmung im Bundestag mit eindeutiger Mehrheit. 

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) bleibt in Deutschland zugelassen. Der Bundestag beschloss am Donnerstag mit Mehrheit, die Gentests an Embryonen in bestimmten Fällen zu erlauben. Bereits heute dürfen Ärzte die PID nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs durchführen.
Auf den Gesetzentwurf pro PID der FDP-Abgeordneten Ulrike Flach und anderer entfielen 326 Stimmen. Der Entwurf für ein Verbot erhielt 260 Stimmen. Acht Abgeordnete enthielten sich. Ein Kompromissentwurf war mit 58 Stimmen in zweiter Lesung gescheitert.
Paare dürfen die Methode laut dem erfolgreichen Entwurf künftig nutzen, wenn auf Grund ihrer genetischen Veranlagung eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende Erbkrankheit beim Kind oder für eine Tot- oder Fehlgeburt besteht.


In vielen europäischen Ländern ist ein Verfahren seit Jahren erlaubt, über das in Deutschland heiß diskutiert wird: die Präimplantationsdiagnostik, kurz PID. Nach monatelangen Debatten quer durch alle Fraktionen stimmt der Bundestag an diesem Donnerstag darüber ab, ob sie zugelassen wird oder nicht. Was ist eine PID  und wie die Argumente der Gegner und Befürworter ?
Warum wird jetzt über die PID gestritten ?

Ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) im Juli 2010 hat die Debatte ausgelöst. Darin entschieden die obersten Richter, dass die PID nicht gegen Sinn und Wortlaut des Embryonenschutzgesetzes verstoße. 

Dem Urteil war die Selbstanzeige eines Berliner Mediziners vorausgegangen, der damit eine richterliche Entscheidung erzwingen wollte.

Die PID wurde erstmals 1990 in Großbritannien angewendet, kurz vor der Verabschiedung des Embryonenschutzgesetzes in Deutschland. In diesem ist das Verfahren noch nicht erwähnt. Vor allem für Kritiker ist nach dem Urteil des BGH eine Neuregelung zwingend.


 Wie sehen die Gesetzentwürfe zur PID aus ?

Zur Abstimmung standen im Bundestag drei verschiedene, fraktionsübergreifende Gesetzesentwürfe. 



Entwurf 1: Die PID-Gegner um den Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) und die Grünenpolitikern Birgitt Bender sprechen sich in ihrem Antrag für ein striktes Verbot des Verfahrens aus. Sie befürchten eine "Selektion menschlichen Lebens" allein aufgrund einer schweren Erkrankung oder Behinderung und eine schleichende Ausweitung der Gentests. 192 Abgeordnete haben den Antrag bis jetzt unterzeichnet.




Entwurf 2: Eine begrenzte Zulassung der PID sieht der Gesetzesentwurf Gesetzesentwurf einer Gruppe um Peter Hintze (CDU), Ulrike Flach (FDP) und Carola Reimann (SPD) vor. So soll eine Anwendung erlaubt sein, wenn die Eltern eine Veranlagung zu einer schwerwiegenden Erbkrankheit haben und eine Tot- oder Fehlgeburt droht. Auch wenn eine Krankheit erst später im Leben auftreten kann, wäre die PID damit an zugelassenen Zentren erlaubt. Über die einzelnen Fälle soll eine Ethikkommission entscheiden. Mit 215 Abgeordneten findet dieser Antrag bislang die meisten Unterzeichner.




Entwurf 3: Ein grundsätzliches Verbot mit begrenzten Ausnahmen streben die Parlamentarier um Priska Hinz (Grüne), René Röspel (SPD) und Patrick Meinhardt (FDP) an. Sie setzten die Grenzen deutlich enger als der Entwurf, der eine begrenzte Zulassung vorsieht: Das Verfahren soll nur erlaubt sein, wenn die erbliche Belastung der Eltern mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen würde. Später im Leben auftretende Krankheiten rechtfertigen demnach keine PID. Zudem wurde die Formulierung aus dem Antrag gestrichen, wonach die Untersuchung erlaubt sein soll, wenn der Tod des Kindes im ersten Lebensjahr wahrscheinlich ist. Den Antrag haben bis jetzt allerdings nur 36 Abgeordnete unterzeichnet.



Was passiert bei der PID ?

Die PID ist eine Art Gen-Check in der Petrischale, künstliche Befruchtung und Gendiagnostik werden miteinander verbunden. Zuerst wird die Frau mit Hormonen behandelt, damit mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen.


In einem Reagenzglas werden diese künstlich befruchtet. Danach werden den so entstandenen Embryos Zellen entnommen, die DNA isoliert und auf Erbkrankheiten untersucht. Mutationen und Anomalien können so festgestellt werden.

Dies kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten geschehen: Im sogenannten Blastomerenstadium werden dem Embryo am dritten Tag nach der Befruchtung ein oder zwei Zellen entnommen. Die sechs bis acht Zellen, aus denen er zu diesem Zeitpunkt besteht, gelten noch als totipotent: Aus jeder einzelnen könnte sich ein vollständiger Organismus entwickeln und damit auch aus den Zellen, die für die Untersuchung "verbraucht" werden. 


Laut dem Embryonenschutzgesetz sind totipotente Zellen allerdings ebenso zu schützen wie ein menschlicher Embryo.

Am fünften bis sechsten Tag nach der Befruchtung besteht der Embryo bereits aus bis zu 200 Zellen. In diesem sogenannten Blastozystenstadium kann eine PID ebenfalls noch erfolgen. Im Unterschied zum früheren Zeitpunkt gelten die Zellen nun als pluripotent: Sie können sich nur noch zu verschiedenen Geweben entwickeln. Der Berliner Arzt, der das Urteil des BGH durch Selbstanzeige erzwungen hat, hat die PID in diesem Stadium durchgeführt.

Mit der PID lassen sich unter anderem Erbkrankheiten wie Mukoviszidose - eine Krankheit, bei der sich zäher Schleim etwa in der Lunge bildet - oder das Nervenleiden Chorea Huntington diagnostizieren. Danach werden nur die Embryonen, die genetisch unauffällig sind, in die Gebärmutter eingepflanzt. Die restlichen werden nicht übertragen und sterben ab.


Für welche Paare kommt die PID infrage ?

In seinem Urteil vom Juli 2010 erlaubt der BGH diese Diagnostik bei Paaren mit einer Veranlagung zu schweren, nicht therapierbaren Erbschäden. So sollen Fehlgeburten, Schwangerschaftsabbrüche oder die Geburt eines schwer kranken Kindes verhindert werden. Um die 200 bis 300 Paare im Jahr dürften in Deutschland betroffen sein, schätzen Mediziner.

Was sind die Argumente der Befürworter ?


Befürworter der Methode bemängeln vor allem, dass es logisch nicht schlüssig ist, die pränatale Diagnostik zu erlauben, die PID aber zu verbieten. Werden bei der Untersuchung des Kindes im Mutterleib schwere Erbkrankheiten festgestellt, ist eine Abtreibung unter bestimmten Voraussetzungen noch erlaubt. Für Frauen sei diese Gewissensentscheidung weitaus belastender, als einen Embryo in der Petrischale auszusortieren, meinen Befürworter der PID. Was medizinisch möglich ist, sollte daher auch genutzt werden.


Was sind die Argumente der Gegner ?

Die aufgrund eines genetischen Defektes aussortierten Embryos sterben ab. Menschliches Leben zu töten, sei nach dem Grundgesetz aber verboten, argumentieren Gegner der PID. Für Gegner ist die Selektion der Embryos ethisch ebenfalls bedenklich. Zudem befürchten sie, dass sich der Anwendungsbereich schleichend ausweitet und "Designerbabys" oder "Menschen nach Maß" entstehen. Denn mit der PID ist es auch möglich, das Geschlecht eines Embryos zu bestimmen oder sogenannte Retterbabys zu zeugen, die als Organ- oder Gewebespender für ein erkranktes Geschwisterkind infrage kommen.

In den USA wird mittlerweile die PID bei der Wahl des Geschlechtes als weitgehend legitim anerkannt. Dass es zu einer Ausweitung des Anwendungsbereiches kommen kann, zeigt auch das Beispiel Großbritannien. Die zuständige Behörde mit dem sperrigen Namen Human Fertility and Embryology Authority (HFEA) listet in einem Katalog mittlerweile über 100 Indikationen für die PID auf, ihre Zahl ist ständig gewachsen. Mittlerweile werden in Ländern, in denen die PID erlaubt ist, auch Krankheiten diagnostiziert, die erst in späteren Lebensphasen ausbrechen. Im Januar 2009 kam in Großbritannien das erste genetisch "ausgewählte" Baby ohne Brustkrebsgen zur Welt.


Droht PID zur Routine-Untersuchung zu werden ? 

Die künstliche Befruchtung, die der PID vorausgeht, ist meist ein langwieriger und für die Frauen oft auch belastender Prozess. Nach Angaben der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) wurden seit 1999 weltweit rund 4000 Kinder nach einer PID geboren, wobei es sich in bis zu 25 Prozent der Fälle um Mehrlingsschwangerschaften handelte. Eine PID betrifft demnach nur ganz wenige Menschen. Zudem ist die Geburtenrate nach einer solchen Untersuchung relativ gering. Auch lassen sich mit der PID nur wenige Krankheiten ermitteln, weil vielen Erkrankungen verschiedene Gene und Umwelteinflüsse zugrunde liegen.

In welchen Ländern wird die PID bereits eingesetzt ?

Im Ausland wird die Diagnostik mitunter schon seit mehr als zehn Jahren angewendet - unter anderem in den USA, Belgien, Großbritannien und Dänemark. In Frankreich ist die PID zum Beispiel zugelassen, wenn eine schwere Krankheit ausgeschlossen werden soll und wenn ein Partner ein Gen für eine Anomalie aufweist.
Arm & rechtlos trotz Arbeitsvertrag im neuen Euro Deutschland

Ein zum Beispiel bei BMW  in der Produktion eingesetzter qualifizierter Leiharbeiter wird als Helfer eingestuft. Er bekommt zwischen 700 und 800 Euro netto  und muss ca. 200 Euro monatlich für die Fahrten zur Arbeit aufwenden . Ein Festangestellter erhält für die gleiche Arbeit zwischen 1.100 und 1.200 Euro netto.

 
Die Differenz von ca. einem Drittel schöpft der Verleiher ab – doppelte Ausbeutung, ein lukratives Geschäft, das arbeitende Arme zu Hunderttausenden schafft.



Jeder zweite Leiharbeiter verdient so wenig, dass er zusätzlich zu seinem Arbeitsentgelt auf ALG II angewiesen ist. 94 Prozent der zusätzlich ALG II beziehenden LeiharbeiterInnen sind Vollzeitbeschäftigte.

Leiharbeiter als Hilfsarbeiter , aber für Höherwertiges eingesetzt


Acht Prozent z.b der rheinland-pfälzischen Leiharbeitskräfte gelinge  nach zwei Jahren der Sprung in ein reguläres Arbeitsverhältnis.Von Leiharbeit als Brücke in den Arbeitsmarkt kann also keine Rede sein


Desweiteren sind etwa 80 Prozent der Beschäftigten in Leiharbeit als Hilfsarbeiter ohne genaue Tätigkeitsangaben beschäftigt . Es ist die Tatsache , dass sie  höherwertige Arbeiten ausführen, ohne entsprechend entlohnt zu werden.


Die Verleiher profitieren nicht nur von der Notlage vieler Erwerbsloser, sondern auch von einer ständigen Lockerung gesetzlicher Bestimmungen. War ursprünglich Leiharbeit nur für kurzfristige Personalengpässe in Unternehmen vorgesehen und pro LeiharbeiterIn auf maximal drei Monate begrenzt, wurde nach und nach die Höchstüberlassungsdauer ausgeweitet, bis sie vollständig entfallen ist. 


Kein Wunder, dass immer mehr Unternehmen einen immer größeren Anteil von Arbeitsplätzen ständig mit LeiharbeiterInnen besetzen, und die Stammbelegschaften zügig „abgeschmolzen" werden.

Gewerkschaften haben das Thema lange sträflich vernachlässigt. Über Jahrzehnte wurde Leiharbeit auf Gewerkschaftstagen politisch korrekt abgelehnt und in den Betrieben gebilligt. Tarifverträge gab es in der Branche über Jahrzehnte nicht. 

Das beginnt sich jetzt zu ändern, aber die ersten Abschlüsse bieten mit Löhnen unterhalb von 6 Euro wenig Anlass zur Freude für die Beschäftigten. Hinzu kommt, dass die Regelungen den Verleihern großzügige Möglichkeiten gewähren, die Beschäftigten für Zeiten zwischen zwei Betriebseinsätzen selbst vorsorgen zu lassen. So sehen Tarifverträge die Führung einer 35-Stunden-Woche vor und die Beschäftigten bekommen nur für maximal 151,67 Stunden pro Monat Lohn ausgezahlt. 


Gleichzeitig sind die LeiharbeiterInnen verpflichtet, die Arbeitszeitregelung des Betriebs, an den sie ausgeliehen werden, einzuhalten. Wird dort also 40 Stunden gearbeitet, so hat der Beschäftigte auch 40 Stunden zu arbeiten, erhält aber nur für 35 Stunden Lohn. Die über 35 Stunden hinausgehende Arbeitszeit, fließt auf ein Arbeitszeitkonto bei der Leiharbeitsfirma. Kann ein Arbeitnehmer vorübergehend nicht beschäftigt werden, wird das Arbeitszeitkonto in Anspruch genommen.

Das unternehmerische 
Risiko der Nichtbeschäftigung wird so für den Verleiher minimiert.

In den Betrieben nimmt derweil die Erpressbarkeit der Belegschaften und der Betriebsräte zu. Wo Erwerbslosigkeit mit der Aussicht, sich entweder mit ALG II oder mit Hungerlöhnen begnügen zu müssen, droht, schlucken die Stammbelegschaften auch Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich oder andere Verschlechterungen. Gleichzeitig macht sich bemerkbar, dass in einem Betrieb, in dem die Produktion zur Not auch nur über Leiharbeiter oder sonstige bei Dritten Beschäftigte aufrechterhalten werden kann, schlecht kämpfen ist. Letztendlich schließt sich der Kreislauf von Lohndumping, Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und faktischer Aushöhlung der Mitbestimmung. Die Zeche bezahlen zuallererst die LeiharbeiterInnen, schließlich aber alle Beschäftigten und alle auf Lohnarbeit angewiesenen Menschen.


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