Wieviel Menschen müssen noch sterben ? ? ?

Der Seehofer - ein Blitzmerker vor dem Herren

Der Seehofer - ein Blitzmerker vor dem Herren
Will morgen seinen Masterplan vorstellen?

Familie - Volk - Heimat

US  Präsident Barack  Obama`s
Glauben an Jesus und zum Recht auf Waffenbesitz & erlaubt den Verkauf von Killer-Spielen auch an Kindern

Meinungsfreiheit vor Jugendschutz: Der Oberste Gerichtshof der USA erlaubt den Verkauf von Baller-Spielen auch an Jugendliche. Der Bundesstaat Kalifornien erlitt mit dem Urteil eine herbe Niederlage. 
Der Supreme Court hat den Verkauf brutaler Videospiele an Minderjährige erlaubt. Computerspiele sind nach Ansicht der Richter gleichwertig mit Büchern und Filmen und fallen somit unter dem Schutz der Meinungsfreiheit.

Damit erklärten die Richter das Gesetz des Bundesstaates Kalifornien für verfassungswidrig, das den Verkauf und Verleih brutaler Videospiele an Personen unter 18 Jahren verbieten wollte.
Wie Bücher, Theaterstücke oder Filme kommunizierten auch Videospiele "Ideen und sogar gesellschaftliche Botschaften", heißt es in der Entscheidung. Damit sind sie durch den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung geschützt.

Zwar bestätigten die Richter, dass ein Staat Minderjährige vor Schaden schützen müsse - deshalb dürfe der Staat aber nicht unbegrenzt entscheiden, welchen Ideen Kinder und Jugendliche ausgesetzt werden dürfen. 

In der Urteilsbegründung schrieb Richter Anthony Scalia, es sei keine "Tradition" in den USA, speziell den Zugang von Kindern zu Gewaltdarstellungen zu begrenzen. Er verwies stattdessen auf die Märchenbücher der Gebrüder Grimm, die ebenfalls reich an Gewalt sind.

So töten Hänsel und Gretel die Hexe in einem Backofen, Schneewittchen stirbt beinahe an einer Vergiftung und den bösen Stiefschwestern von Aschenputtel werden die Augen von Tauben ausgepickt "Grimms Märchen sind in der Tat grimmig", so der Richter.

Bis zur höchsten Instanz


Das umstrittene Gesetz betraf Videospiele, in denen das "Töten, Verkrüppeln, Zerlegen" von Menschen sowie "sexuelle Angriffe" dargestellt werden. 

Ein Gericht hatte das Gesetz 2007 gekippt, diese Entscheidung wurde 2009 in höherer Instanz aber widerrufen. Der damalige kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger wandte sich daraufhin an den    Supreme Court in Washington.

Die Richter betonten außerdem, dass die Industrie freiwillig ein Bewertungs-System für Computerspiele eingeführt hat und der Jugendschutz damit ausreichend gesichert ist. Anhand der Bewertung können Verbraucher und Ladenbesitzer erkennen, welche Videospiele ein größeres Ausmaß an Gewalt enthalten.

Das Videospiel "Alien versus Predator" darf wegen seiner Brutalität in Deutschland nicht verkauft werden. In den USA dürfen es hingegen sogar Kinder kaufen.
Als sie sieben Jahre alt war, sprach man bereits von einer Jahrhundertbegabung.
. . . zum Geburtstag von Anne-Sophie Mutter dt. Violinistin geboren am 29. Juni 1963 Rheinfelden
Anne-Sophie Mutter wuchs im baden-württembergischen Wehr auf.
Bereits mit fünf Jahren wünschte sie sich Geigenunterricht. Als sie nach einem halben Jahr Unterricht schon einen Wettbewerb gewann, stand ihr Berufswunsch fest. Sie wurde von der Schulpflicht entbunden und erhielt neben Klavier- und Geigenunterricht privaten Schulunterricht. Sie gewann mehrmals den Wettbewerb Jugend musiziert. Die Fachwelt wurde auf die 13-jährige aufmerksam, als sie 1977 bei den Salzburger Pfingstkonzerten mit Mozarts G-Dur-Konzert unter Herbert von Karajan debütierte. Anschließende Konzerte und Einspielungen mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan in den 1980er Jahren begründeten ihren Weltruhm.

Anne-Sophie Mutter war von 1989 bis zu dessen Tod 1995 mit dem Rechtsanwalt Detlef Wunderlich verheiratet. 2002 bis 2006 war sie in zweiter Ehe mit dem Komponisten, Pianisten und Dirigenten André Previn verheiratet. Sie lebt in München und hat zwei Kinder.
Anne-Sophie Mutter besitzt zwei kostbare Stradivari-Violinen, die Emiliani und die Lord Dunn-Raven. Während letztere ihre aktuell bevorzugte Konzertvioline ist, ist die Emiliani vor allem auf den Aufnahmen mit Karajan zu hören.


Anne-Sophie Mutter ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse, des Großen Verdienstkreuzes (2009), des Bayerischen Verdienstordens, der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst.

2001 erhielt sie den Léonie-Sonning-Musikpreis, den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst sowie den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München. 2003 wurde ihr in Baden-Baden der Herbert-von-Karajan-Musikpreis verliehen. 2008 wurde sie mit dem Ernst von Siemens Musikpreis und dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie im Gewandhaus mit dem Leipziger Mendelssohn-Preis in der Kategorie Musik ausgezeichnet. Für die Förderung junger Streicher gründete sie zwei Organisationen: Die Rudolf-Eberle-Stiftung 1987 sowie den Freundeskreis der Anne-Sophie Mutter-Stiftung 1997. Sie ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music. 2009 erhielt sie vom französischen Staatspräsidenten für ihr Engagement für die Werke französischer Komponisten und für zeitgenössische Musik den Orden Ritter der Ehrenlegion.

2009 erhielt Mutter den Echo Klassik Preis der Deutschen Phonoakademie und im Juli desselben Jahres wurde sie von der Stadt Dillingen an der Donau mit dem Europäischen St. Ulrichs-Preis ausgezeichnet.
2010 erhält sie vom Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. (AsKI) die Maecenas-Ehrung für ihr beispielgebendes, persönliches Engagement zur Förderung hochbegabter Streicher und in der von ihr gegründeten Anne-Sophie Mutter-Stiftung zur Förderung des musikalischen Spitzennachwuchses. Zudem soll sie für ihr Lebenswerk mit dem Preis der Kulturstiftung Dortmund ausgezeichnet werden, 2011 mit dem Brahms-Preis.

2011 wird sie für ihr umfassendes soziales Werk mit dem Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet.

Die Stadt Wehr hat die Straße mit dem Wohnhaus, in dem die Künstlerin aufwuchs, in Anne-Sophie-Mutter-Weg umbenannt.

WM-Auftakt nach Maß: Die deutschen Fußball-Frauen haben ihren Gegner in Berlin mit 2:1 besiegt. 

"Die Zukunft des Fußballs ist weiblich, weil die Frauen genau die Art von Fußball spielen, die wir alle sehen möchten: elegant, technisch hochstehend, offensiv." Diese These stellt der FIFA-Präsident Sepp Blatter auf. Ob sie allerdings "schwarz-rot-Goldig" ist, wie auf den Artikeln aus dem DFB-Fanshop zu lesen ist, darüber lässt sich streiten. Denn Frauenfußball ist alles andere als niedlich.


Die deutsche Nationalmannschaft der Frauen ist inzwischen erfolgreicher als das Männerteam. 

Doch bevor dieser Erfolg öffentlich anerkannt wurde, hatten die Fußballspielerinnen einen schweren Stand. Die Geschichte des Frauenfußballs ist gespickt mit Anekdoten voller Spott, Häme, Behinderungen und Verboten. In der Gegenwart werden etliche Versuche gestartet, um das Image der weiblichen Version einer Männerdomäne aufzuarbeiten und an Akzeptanz zu gewinnen.


Die Zukunft ist weiblich


Mit dem Sportökonom Kolja Bathow risikieren wir einen Blick in die Zukunft des Frauenfußballs und greifen den Aspekt der Vermarktung auf. Anfang des Jahres gründete Kolja Bathow eine Firma, die sich auf Sportbekleidung für Fußballerinnen spezialisiert hat. Ist am Ende die Zukunft des Fußballs weiblich? Könnte der FIFA-Präsident recht behalten? Können die Bundesligaspielerinnen der Zukunft bald als Profi auch von ihrem Gehalt leben?

 Deutschlands Fußball-Frauen haben zum Auftakt der Fußball-WM im eigenen Land gegen Kanada gewonnen.

Vor über 73.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion dominierte die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid den Gegner 80 Minuten nach Belieben. Erst Kanadas Torjägerin Christine Sinclair sorgte mit ihrem direkt verwandelten Freistoß überraschend für Spanunng in der Schlussphase.

Kerstin Garefrekes (10. Minute) und Celia Okoyino da Mbabi (42.) sorgten für die Treffer des zweifachen Weltmeisters, der sich an die Tabellenspitze der Gruppe A setzte.
Im zweiten Vorrundenspiel treffen die deutschen Fußball-Frauen am Donnerstag (20.45 Uhr) in Frankfurt auf Afrika-Meister Nigeria, der zum Turnierstart in Sinsheim mit 0:1 gegen Frankreich verlor.


Eine spielerisch überzeugende Vorstellung

 
Vor einem erwartungsvollen Publikum, darunter Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel, bot das DFB-Team gegen den Weltranglisten-Sechsten und WM-Gastgeber von 2015 eine spielerisch überzeugende Vorstellung und blieb im 13. WM-Spiel in Serie ungeschlagen. "Mein Eindruck ist, dass die Mannschaft gegen einen ganz starken Gegner sehr, sehr gut spielt", sagte Merkel zur Pause in der ARD.
Pluspunkte sammelte zum Turnierstart vor allem Okoyino da Mbabi, die sich einen Tag vor ihrem 23. Geburtstag mit ihrem ersten DFB-Treffer ein vorzeitiges Geschenk bereitete. Mit ihrer Schnelligkeit in der Spitze übertraf sie Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz deutlich an Wirkung. In ihrem 23. WM-Spiel, womit sie Bettina Wiegmann als deutsche Nummer eins ablöste, wirkte die in diesem Jahr im DFB-Trikot noch torlose Frankfurterin glücklos. 

Nach 56 Minuten machte Prinz Platz für Jungstar Alexandra Popp. 
Torfrau Nadine Angerer hielt ihren Kasten lange sauber, musste aber am Ende dorch erstmals bei einer WM hinter sich greifen.


Überraschung in der Aufstellung

 
Mit ihrer Aufstellung hatte Trainerin Neid für eine Überraschung gesorgt. Die 47-Jährige ließ Sturmführerin Inka Grings zunächst auf der Bank und bot dafür Okoyino da Mbabi auf.
Die 22-Jährige wechselte sich mit der elf Jahre älteren Prinz in der Spitze ab. Melanie Behringer rückte in der Startelf auf die linke Seite.
Die deutsche Elf startete ohne Bammel vor der großen Kulisse und spielte von Beginn an schwungvoll nach vorne, die erste Chance bot sich aber den Gästen. In der 6. Minute lief Torjägerin Sinclair nach Simone Laudehrs Fehler allein auf das deutsche Tor zu, zielte aber zu hoch. Doch schon kurz darauf schwappte nach dem 1:0 durch Garefrekes erstmals die "La Ola"-welle durchs weite Rund. Nach Babett Peters Flanke war die Frankfurterin per Kopf zu ihrem 42. Länderspiel-Treffer erfolgreich. 


Sekunden zuvor hatte Kanadas Torfrau Erin McLeod gegen Garefrekes noch einen Rückstand verhindert können.


Deutsche Abwehr ist gefordert

Doch die offensiv eingestellten Kanadierinnen zeigten sich wenig beeindruckt und spielten weiter mutig nach vorne. Die deutsche Abwehr wurde nach mühelosen Testspiel-Siegen erstmals richtig gefordert und wirkte dabei nicht immer ganz sattelfest. In der 29. Minute verpasste Diana Matheson mit einem Distanzschuss den möglichen Ausgleich. In der Schlussphase der ersten Halbzeit zogen die die Gastgeberinnen die Zügel aber noch einmal an. Drei Minuten vor der Pause zog Okoyino da Mbabi kurz hinter der Mittellinie mit dem Ball los und vollstreckte eiskalt zum vorentscheidenden 2:0.
Nach dem Seitenwechsel stand das Geschehen ganz im Zeichen der DFB-Elf, die allerdings geradezu verschwenderisch mit ihren Torchancen umging. Allen voran Garefrekes ließ zwei klare Gelegenheiten aus. In der 57. Minute zögerte die 31-Jährige zu lange, neun Minuten später jagte sie ein Zuspiel von Popp über das leere Tor. Pech hatte Laudehr (77.) mit einem Lattenschuss.
Das Thema Pflege beschäftigt - und empört - immer mehr Deutsche , folgend genannt zb. in München. Jetzt wird die nächste Schock-Studie bekannt! Die letzten Kontrollen fallen noch viel skandalöser aus als die vorherigen.

OB Ude kürzt & streicht Beschwerdestelle , hat aber €uro Millionen für Olympia !!


In der kommenden Woche will OB Christian Ude im Rathaus die Erfolgsbilanz der Beschwerdestelle bei Pflegeproblemen vorlegen und gleichzeitig deren Verkleinerung von sechs auf vier Mitarbeiterinnen beantragen, wogegen Betroffene und Experten protestieren. Jetzt wird die nächste Schock-Studie bekannt!

In der gleichen Stadtratssitzung verkündet Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle die Bilanz der Heimaufsicht. Nach Informationen  fallen die Kontrollen der Jahre 2009 und 2010 noch skandalöser aus als die der Vorjahre.
Insgesamt rückten die Aufseher 384-mal aus, um die 112 Heime in der Stadt zu prüfen – darunter je knapp zur Hälfte Häuser für Alte und für Behinderte. Während Einrichtungen für Behinderte fast unbeanstandet blieben, stellte die Behörde bei jedem dritten Besuch in den Altenheimen Mängel fest – insgesamt 382 aus den Bereichen Betreuung, Umgang mit Medikamenten bis hin zum Festschnallen im Bett! Das sind fast doppelt so viele Missstände wie im Vorgängerbericht.

Noch katastrophaler fällt die Bilanz der Einzeluntersuchungen aus: Die Heimaufsicht prüfte die Pflege von 1120 Altenheimbewohnern und musste 355-mal die Skandal-Diagnose „gefährliche Pflege“ stellen – hier hat sich der Anteil sogar verdreifacht! In diese Kategorie fallen alle Pflege-Zustände, die eine Gefahr für die Gepflegten bedeuten, wie Wundliegen oder Vernachlässigung.
Genau 244-mal befanden die Kontrolleure auf eine „Routinepflege“ – also nach Schema F ohne persönliche Ansprache. 474-mal stellten die Prüfer eine „angemessene Pflege“ fest. Nur 47-mal vergaben die Tester den Bestwert „optimale Pflege“, aber dafür war auch eine aktive Mitgestaltung der Gepflegten nötig.
KVR-Chef Blume-Beyerle will die Bilanz nicht als Verschlechterung der Pflege verstanden wissen. Vielmehr seien schwarze Schafe mehrfach untersucht worden – ohne dass sich die skandalösen Zustände änderten. Er könne darum nicht Entwarnung geben. Einziger Lichtblick: Der Anteil der Fixierungen – also des Festschnallens am Bett – reduzierte sich von 19 Prozent im Jahr 2008 durchgängig auf heuer runde 13 bis 14 Prozent.


Proteste: Weg mit dem Rotstift bei der Pflege!

 

Die Pflege-Beschwerdestelle unterstützt rund 2000 Betroffene pro Jahr. Trotzdem wollen Stadt und OB Christian Ude dort den Rotstift ansetzen. Jetzt gibt es lauten Protest.
Gerade hat die Pflege-Beschwerdestelle der Stadt ihre Bilanz vorgelegt: Die Expertinnen unterstützen rund 2000 Betroffene pro Jahr. Trotzdem wollen Stadt und OB Christian Ude (SPD) dort den Rotstift ansetzen.
Dagegen protestieren jetzt Experten, Senioren und die Opposition: Weg mit den Kürzungen bei der Beschwerdestelle!

Nach einer Reihe von Pflege­skandalen hat die Stadt die Beschwerdestelle 1997 freiwillig eingerichtet, 2001 mit Geld aus Berlin um zwei Stellen aufgestockt und diese Mitarbeiterinnen 2006 fest übernommen. 
Jetzt droht zwei der sechs Stellen der Rotstift: Eine Pflegefachkraft soll versetzt und eine Assistentin eingespart werden. Die Stelle würde um ein Drittel verkleinert, obwohl die Beschwerden kaum nachlassen, stellen die Experten selbst fest. Darum müsse die Arbeit an Projekten und Veranstaltungen reduziert werden. Chefin Kornelie Rahnema kann sich vor der Stadtratsdebatte nächste Woche nicht äußern.
Betroffene sind entsetzt. „Das ist eine schlechte Sache – erschreckend “, protestiert der Chef des Seniorenbeirats, Klaus Bode. Er will das Thema beim kommenden Pflegeforum ansprechen. „Es kann nicht sein, dass auf Kosten der Betroffenen gespart wird.“

Pflege-Experte Claus Fussek weist darauf hin, dass die Beschwerdestelle die einzige ihrer Art sei, an die sich Münchner bei Problemen mit der Pflege zu Hause wenden könnten. Die Heimaufsicht kümmere sich um Heime und der Medizinische Dienst komme nur nach Voranmeldung. „Bei der Pflege zu Hause gibt es einen riesigen Beratungsbedarf. Da muss man eher die Stellen ausbauen!“ Tatsächlich verzeichnen die Expertinnen der Stadt besonders hier immer mehr Anfragen. „Gerade wer zu Hause gepflegt wird, hat mehr Angst, sich zu beschweren“, sagt Fussek und wundert sich über das Signal der Stadt – wo doch der OB, der gerade im Urlaub weilt, das Thema einst zur Chefsache gemacht habe.
In der Politik gehen die Meinungen auseinander: Die FDP will zwar grundsätzlich sparen, aber an anderer Stelle. „Bei der Pflege wächst der Beratungsbedarf“, sagt Fraktionschef Michael Mattar.
„Verwundert“ ist auch die CSU. „Die Einsparung darf keinesfalls zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Stelle führen“, sagt Fraktionsvize Hans Podiuk – jedoch ohne die Rücknahme der Kürzung zu fordern.
Die SPD verteidigt ihren OB. In der Beschwerdestelle reiche das reduzierte Personal aus, findet der sozialpolitische Sprecher Christian Müller. Schließlich könnten die Expertinnen die Eingaben oft nur notieren. Manchmal seien der Stadt dann die Hände gebunden, nicht selten müssten andere Stellen konkret helfen – etwa die Bezirkssozialarbeiter. Und in den Heimen sei die Kontrolle in München so gut wie sonst nirgends im Freistaat. Auch die Heimaufsicht will in diesen Tagen ihre Bilanz vorlegen.

"Wir sind vollständig integriert"

Bund der Polen verlangt dennoch Minderheitenstatus in Deutschland - und droht mit rechtlichen Schritten
Im November 1992 erklärte

Heinrich Basilius Streithofen

in einem öffentlichen Vortrag unter dem Titel "Gesellschaft - Kapital - Moral" in Meppen: Die Juden und Polen sind die größten Ausbeuter des deutschen Steuerzahlers.

Am 17. Juni begehen Deutschland und Polen den 20. Jahrestag der Unterzeichnung des Nachbarschaftsvertrages. Darin verpflichtet sich die Bundesrepublik unter anderem, Bürgern die Entfaltung ihrer Identität zu gestatten, die "sich zur polnischen Sprache, Kultur und Tradition bekennen". Die polnische Seite wirft Deutschland vor, die Vereinbarungen des Vertrages nicht zu erfüllen. Gerhard Gnauck sprach darüber mit Marek Wójcicki, Unternehmensberater und Vorsitzender des Bundes der Polen in Deutschland.


DIE WELT: Die Regierungen in Warschau und Berlin sowie Vertreter der Deutschen in Polen und der Polen in Deutschland führen Gespräche am Runden Tisch. Sie sind Präsident des Bundes der Polen in Deutschland. Was erhoffen Sie sich?


Marek Wójcicki: Unsere Gespräche sind soweit beendet, wir arbeiten an einem Schlussdokument. Für den Bund der Polen in Deutschland kann ich sagen, dass wir den Text zwar akzeptieren werden, doch das sehr unvollständige Ergebnis hinterlässt Unzufriedenheit. Alle Beteiligten haben vereinbart, dass die Gespräche weitergehen sollen, wir sehen jedoch, wie schwierig die letzten eineinhalb Jahre waren. Daher sind wir sehr zurückhaltend, was den weiteren Fortschritt anbetrifft. Ich persönlich glaube, dass die Umsetzung der Bestimmungen von 1991 in Bezug auf die Polen in Deutschland noch drei bis fünf Jahre dauern wird - bei gutem Willen der deutschen Seite. Man muss festhalten, dass noch 20 Jahre nach 1991 der Umsetzungswille der Bundesregierung kaum beziehungsweise nicht festzustellen war.


DIE WELT: Im Nachbarschaftsvertrag 1991 ist von "öffentlicher Unterstützung" für polnische Kultur- und Bildungsarbeit die Rede. Warschau verpflichtete sich, mit den Deutschen in Polen genauso zu verfahren.


Marek Wójcicki: Ich denke, dass man nach den Gesprächen einen einzigen Erfolg sehen kann: Es wurde ein Forderungskatalog der Polen in Deutschland aufgestellt. Der Rest befindet sich im Bereich der Versprechungen. Immerhin: Die Fragen des Minderheitenstatus für deutsche Staatsbürger polnischer Abstammung und der Entschädigungen für das nach 1933 geraubte Vermögen des Bundes der Polen sollen in dem Dokument als noch offene Fragen benannt werden. Das ist wenigstens etwas.


DIE WELT: Der Bundestag soll am heutigen Freitag über eine Resolution abstimmen. Im Entwurf heißt es, der Bundestag wolle die in Deutschland lebenden Polen, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden, "ehren und rehabilitieren". Fühlen sich die Polen als die letzte innerdeutsche Opfergruppe, die jetzt gewürdigt wird?


Marek Wójcicki: Das ist sicher ein wichtiger Akt. Wir haben uns sehr darum bemüht. Gleichwohl sind wir mit dem Gesamtdokument wenig zufrieden. Wir hatten erwartet, dass die Würdigung der Opfer des Nationalsozialismus in einem separaten Dokument und mit einem Festakt stattfindet. Man hat das Gefühl, dass es eine Ehrung zweiter Klasse ist.


DIE WELT: Die Bundesregierung erwägt, eine Dokumentationsstelle zur Geschichte und Kultur sowie ein Informationsbüro für die Polonia in Berlin zu bezuschussen, wie sich die polnische Diaspora mit einem lateinischen Namen auch nennt. Zudem soll muttersprachlicher Unterricht gefördert werden. Kommt das nicht inhaltlich einem Minderheitenstatus nahe, wie ihn die Sorben und Dänen haben?


Marek Wójcicki: Die Polen in Deutschland haben de facto den Status einer Minderheit. Zum einen, weil die deutsch-polnischen Verträge über den Minderheitenstatus aus dem Jahre 1937 nicht erloschen sind, zum anderen, weil der Vertrag von 1991 eine symmetrische Behandlung der deutschen Minderheit in Polen und der polnischen Minderheit in Deutschland festlegt. Nur hat die Bundesrepublik diesen Vertrag nicht erfüllt. Der formelle Status würde uns helfen, gegen die Bundesrepublik vor internationalen Instanzen zu klagen und somit unsere Rechte einzufordern. Aber auch ohne ihn werden wir den Weg zu den europäischen Instanzen nicht scheuen.


DIE WELT: In Deutschland leben etwa zwei Millionen Menschen mit "polnischem Migrationshintergrund", darunter viele Aussiedler. Nach dem Kriterium der Ausbildung sind sie unter allen Migranten Spitzenreiter. Deutsche Politiker sagen: Wer sich so integriert wie die Polen, wozu braucht der muttersprachlichen Unterricht oder Kulturarbeit? Was sagen Sie dazu?


Marek Wójcicki: Die deutsche Minderheit in Polen ist ebenfalls sehr gut integriert. Nach dem gleichen Denkmuster bräuchte die deutsche Minderheit in Polen auch keinen Minderheitenstatus, oder?


DIE WELT: Verstehen Sie die Sorgen deutscher Politiker, den Polen mit Blick auf andere Gruppen wie Türken allzu weit entgegenzukommen? Und was halten Sie von der Idee Seehofers, Migranten per Gesetz auf die Integration zu verpflichten?


Marek Wójcicki: Die Polen in Deutschland sind mit den "klassischen" Migranten nicht vergleichbar. Wir sind vollständig integriert. Damit haben wir also kein Problem. Außerdem gibt es seit 1991 die völkerrechtliche Vereinbarung, dass die Polen in Deutschland wie eine Minderheit behandelt werden.


DIE WELT: Wie viele Polen in Deutschland sind in Vereinen organisiert, und wie viele vertreten Sie? Warum sind die Polen relativ schwach organisiert?


Marek Wójcicki: Es gibt fast 900 polnische Kulturvereine in Deutschland. Die meisten haben regionalen Charakter. Die größte und älteste Organisation ist unser Bund. Ich möchte der Behauptung widersprechen, dass die Polen schwach organisiert sind. Es sind viele verschiedene und demokratische Strukturen. Wir wollen keine Einheitspartei. Dazu sind Polen wirklich ungeeignet, sie sind Individualisten.


DIE WELT: Die Frage war kein Vorwurf. Auch die Deutschen in Polen sind politisch passiv. Sie sind als Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde befreit, aber viele gehen nicht zur Wahl. Ihre Vertretung in Warschau ist auf einen Abgeordneten geschrumpft. Sind die Deutschen in Polen mit ihrer Lage derart zufrieden?


Marek Wójcicki: Sie haben am Runden Tisch auch Forderungen gestellt: nach einem deutschsprachigen Radiosender in Polen und nach mehr Geld für deutschsprachige Kindergärten. Letzteres ist Sache der Gemeinden. Aber inzwischen gibt es in Oberschlesien, wo die meisten leben, eine starke regionalistische Autonomiebewegung. Ich vermute, dass die deutsche Minderheit in Polen zugunsten der Bewegung für schlesische Autonomie schrumpfen wird. Die deutschen Freunde in Polen haben in der Vergangenheit Fehler gemacht. Auch ihre enge Bindung an den Bund der Vertriebenen hat nicht allen Mitgliedern gefallen.


DIE WELT: Was hat der 1. Mai, die Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts für alle östlichen EU-Länder, gebracht? Wird die Polonia in Deutschland wachsen?


Marek Wójcicki: Wir gehen von etwa 500 000 polnischen Zuwanderern binnen der nächsten ein bis zwei Jahre aus. Aber die meisten der qualifizierten Arbeitskräfte sind schon lange da. Die Polonia-Organisationen wachsen sehr stark. Ich denke aber nicht, dass sie zu einem sozialen Problem werden könnten.


DIE WELT: Der Polnische Unternehmerverband Nike in Berlin ist soeben als Mikrokreditinstitut registriert worden. Können die Polen wie vor dem Krieg zu einem innerdeutschen Wirtschaftsfaktor werden?


Marek Wójcicki: Kleinkredite sind ein Bereich, aus dem sich manche großen Banken in Deutschland zurückgezogen haben. Das ist also eine gute Initiative. Einen ähnlichen Versuch gab es vor zwei Jahren, aber er scheiterte. Generell werden auch Firmen aus Polen in Deutschland aktiver werden. Polens Wirtschaft hat 2010 300 Millionen Euro in Deutschland investiert. Das Schimpfwort "polnische Wirtschaft" hat ausgedient.

Ein erschreckender Befund in Küchen trägt in Zeiten von Ehec nicht zur Beruhigung bei: 
Jede zweite Geschirrspülmaschine ist mit Schimmelpilzen besiedelt. Das Problem lässt sich jedoch leicht beheben.


 In Zeiten von Ehec ist die Küche als Kriegsschauplatz von Mensch und Mikrobe wieder in den Fokus gerückt. Da liefert eine Publikation den Hygienikern gerade zur rechten Zeit neue Gründe, mahnend den Zeigefinger zu erheben: Der Mensch mache seine Geschirrspülmaschine zu einer ökologischen Nische für gesundheitsgefährdende Schimmelpilze, warnen Wissenschaftler.



Der Datenschatz scheint erdrückend: Geschirrspülmaschinen aus ganz gewöhnlichen Haushalten in 101 Ländern auf sechs Kontinenten wurden zum Habitat für so gängige Pilze wie Aspergillus und Candida, am häufigsten aber für die besonders unangenehmen schwarzen Hefen der Gattung Exophiala.


62 Prozent der untersuchten Geschirrspüler hätten Pilze beherbergt, 56 Prozent Exophiala, schreiben die Forscher. Diese Schimmelpilzarten könnten bei Menschen unangenehme Erkrankungen bis hin zum Befall von Nervenzellen verursachen.

Dass Geschirrspüler Mikroben aller Art gute Wachstumsbedingungen bieten, bestätigt auch Rainer Stamminger, Professor für Haushaltstechnik an der Universität Bonn. Das klinge zwar zunächst überraschend, weil die Maschinen ja eigentlich zum Saubermachen angeschafft werden, aber Wärme und Feuchtigkeit in den Geräten seien bei zahlreichen Mikroorganismen beliebt.
"Die Erreger kommen mit den Tellern und Brettern, auf denen die Speisen zubereitet wurden, und können sich im Milieu der Spülmaschine weiterentwickeln", sagt Stamminger. Kritisch sei dies, wenn die Spülmaschine ausschließlich bei niedrigen Temperaturen von etwa 40 Grad Celsius läuft. "Diese Temperaturen reichen nicht aus, um die aggressiven Substanzen in den Spülmitteln zu aktivieren", sagt er.


Mindestens einmal im Monat sollten Spülmaschinen deshalb bei 65 Grad Celsius laufen. Stamminger empfiehlt zudem, darauf zu achten, dass die verwendeten Spülmittel Percarbonate enthalten: "Biologischen Reinigern ohne diese Bleichmittel fehlt die keimtötende Wirkung"
Mit Hagel, Sturm und heftigem Regen ist am Mittwochabend eine Gewitterfront über weite Teile Deutschlands gezogen. Binnen weniger Minuten wurden Bäume umgerissen, Dächer abgedeckt, Felder verwüstet. Es gab mehrere Verletzte. 

Vor allem im Süden und Osten Deutschlands haben Unwetter am Mittwoch schwere Schäden angerichtet. In Oberbayern erlitt ein Mann schwere Verletzungen, als ein Baum auf sein Gartenhäuschen fiel. 
In Baden-Württemberg wurde eine Frau von einem Silo getroffen, das sich im Sturm gelöst hatte, und schwer verletzt. Eine Frau in Emmendingen, auf deren Auto ein Baum stürzte, musste aus dem Wagen befreit werden. Sie blieb unverletzt.
In Bayern und Thüringen wurden etliche Dächer abgedeckt, Bäume stürzten auf Straßen, Gleise und Häuser. 

Mehrfach wurden Passanten von herumfliegenden Trümmern oder herabstürzenden Ästen getroffen. Bahnstrecken und Straßen mussten zeitweise gesperrt werden, weil sie von Bäumen blockiert wurden.


ICE-Trasse war gesperrt



Aus Oberbayern berichtete die Polizei am Abend, Keller seien vollgelaufen, in Obing habe nach einem Blitzschlag ein Bauernhof gebrannt. In der Region um Rosenheim rauschten große Hagelkörner vom Himmel. In Thüringen wurde die A4 zwischen Magdala und Schorba gesperrt. 
Der Energieversorger E.on meldete Stromausfälle. Leitungen seien gerissen, Masten abgeknickt.
Vom Hauptbahnhof in Erfurt wurden massive Verspätungen gemeldet, vor allem in Richtung Südthüringen und Oberfranken. Der Streckenabschnitt Apolda-Großheringen auf der ICE-Trasse Leipzig-Erfurt-Frankfurt/Main musste gesperrt werden.


Berliner Feuerwehr fuhr 130 Einsätze in einer Stunde



Auch aus Sachsen, Berlin und Brandenburg wurden Schäden gemeldet. Auf der Bahnstrecke Berlin-Dresden wurde nach Angaben eines Sprechers die Oberleitung beschädigt. In Berlin rückte die Feuerwehr binnen einer guten Stunde zu mehr als 130 Einsätzen aus, in den meisten Fällen waren Bäume umgeknickt oder Keller vollgelaufen. Wie auch in anderen Regionen Deutschlands war das Unwetter sehr heftig, zog aber rasch wieder ab.
Im nordhessischen Frankenau fegte ein Wirbelsturm mehrere Dächer und Bäume hinweg, mindestens 37 Gebäude wurden schwer beschädigt. Am Frankfurter Flughafen sorgte ein kräftiges Gewitter für Verzögerungen im Flugverkehr.
Arbeitgeberpräsident Hundt hat Leiharbeit als „unverzichtbare Chance“ für Beschäftigte verteidigt und gefordert, die Möglichkeiten für ihren Einsatz sogar noch auszubauen.

Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, konterte, man lasse sich von Hundt „keinen Bären aufbinden". Insbesondere junge Beschäftigte bräuchten sichere Arbeitsverhältnisse.


Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, geht erneut auf Konfrontationskurs mit den Gewerkschaften.
Mit den bösen, gefräßigen Heuschrecken hat Herr Hundt, der untadelige Unternehmer,natürlich nichts zu schaffen.


  Trotz anhaltend guter Wirtschaftsdaten forderte Hundt, die Möglichkeiten Leiharbeit einzusetzen weiter auszubauen. So könnten Unternehmen weiterhin schnell auf Auftragsspitzen reagieren.


Wer diese flexiblen Beschäftigungsformen verdammt, ignoriert die Fakten“, so der Arbeitgeberpräsident in einer Grundsatzrede auf der BDA-Geschäftsführerkonferenz in Frankfurt. Insbesondere für Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte stelle Leiharbeit eine „unverzichtbare Chance“ dar.

Wir lassen uns von Herrn Hundt keinen Bären aufbinden“, kontert Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Wer heute Leiharbeit fördert, erzeugt den Fachkräftemangel von morgen“, so Wetzel.





Jedes Leiharbeitsverhältnis ist ein fester Arbeitsplatz zu wenig

Offizielle Zahlen belegen, dass Leiharbeitsfirmen selbst in verleihfreien Zeiten ihrer Beschäftigten kaum in deren Weiterbildung investieren. Arbeitsmarktexperten kritisieren daher, dass sich eine langjährige Leiharbeit negativ auf das Qualifikationsniveau von Beschäftigten ausübt.

Auch der Darstellung von Leiharbeit als Einstiegschance widerspricht der Gewerkschafter. „Besonders junge Menschen brauchen sichere und faire Arbeit“. Jedes Leiharbeitsverhältnis, so Wetzel, sei ein fester Arbeitsplatz zu wenig. Wenn derzeit neue Stellen entstünden, sei dies dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung zu verdanken und nicht der Leiharbeitsbranche.
Auch die gewerkschaftliche Forderung nach einem kräftigen Lohnplus kritisierte Hundt und bezeichnete sie als „illusorisch“. Tariferhöhungen von 5,5 bis 6,5 Prozent, wie sie derzeit in einigen Branchen verhandelt werden, würden den Aufschwung und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gefährden.
In keinem anderen Land Europas sind die Lohnerhöhungen in den letzten Jahren so gering ausgefallen wie in Deutschland. Aus Rücksicht auf das wirtschaftliche Wohl ihrer Unternehmen und um ihnen durch die Krise zu helfen hatten die Beschäftigten in vielen Branchen zuletzt zum Teil erhebliche Lohneinbußen hingenommen. Die IG Metall und andere Gewerkschaften fordern daher, dass nun auch die Beschäftigten vom Aufsschwung profitieren müssen.

Die Euro-Staaten ringen heute um neue Griechenlandhilfen - und bekommen scharfe Kritik : Führende Wirtschaftsexperten werfen den Politikern in der Euro-Krise "völlig unnötiges Versagen" vor. 
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Führende Wirtschaftsexperten haben die europäischen Regierungen für ihren Umgang mit der Euro-Krise scharf kritisiert. "Die Euro-Krise zeigt immer mehr das Versagen der Politik", sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger der "Welt am Sonntag". Er beklagte sich vor allem über den öffentlichen Streit zwischen den Beteiligten sowie über die Warnungen der Europäischen Zentralbank (EZB) vor einer Gläubigerbeteiligung. 

"Wenn alle Kämpfe öffentlich ausgetragen werden und die EZB mit Untergangsszenarien droht, braucht sich niemand zu wundern, wenn die Märkte aufgescheucht sind", sagte Bofinger.

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, warnte, die griechische Krise habe erhebliche Bedeutung für die europäische Konjunktur. "Sie ist ein unnötiges Problem, und weil die Politiker es nicht lösen, entstehen in Europa große Risiken und Unsicherheiten, das gilt besonders für die Finanzmärkte." Snower beklagte ein "völlig unnötiges Politikversagen".
Wim Kösters, Europa-Experte beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), übte ebenfalls scharfe Kritik: "Der Europäische Rat führt gegenwärtig nicht, er reagiert nur auf die Märkte und verschärft dadurch die Probleme, anstatt sie zu lösen." Von der viel diskutierten Beteiligung privater Gläubiger verspricht sich Kösters kaum Entlastung. 

"Wen wird es treffen? Banken in staatlicher Hand oder mit hoher staatlicher Beteiligung", sagte er. Unter anderem nannte er die Hypo Real Estate und die Landesbanken. "So wird es letztlich wieder den Steuerzahler treffen und nicht die privaten Banken."

Euro-Länder sprechen über weitere Hilfsmaßnahmen


Die Euro-Finanzminister beraten heute in Luxemburg über weitere Hilfen für Schuldensünder Griechenland. Neben einem zusätzlichen Notpaket von bis zu 120 Milliarden Euro geht es auch um die Freigabe einer für Mitte Juli geplanten 12-Milliarden-Kredittranche der Europäer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem "alten" Hilfsprogramm. Sollte das Geld nicht fließen, wäre Griechenland pleite. Zu der Ministerrunde wird auch der neue griechische Ressortchef Evangelos Venizelos erwartet.
Die EU-Kommission hatte sich für die Freigabe der 12 Milliarden Euro ausgesprochen, um Druck von der Regierung in Athen zu nehmen. Ursprünglich sollte die Auszahlung an weitere Sparanstrengungen geknüpft werden, die der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou angesichts der Massenproteste gegen seinen Sparkurs und des Widerstands auch in der eigenen sozialistischen Pasok-Partei derzeit aber nicht durchsetzen kann.

Schäuble will EZB offenbar Kompromiss anbieten


Im Streit um die Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenland-Sanierung will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) der Europäischen Zentralbank offenbar mit einem Kompromissvorschlag entgegenkommen. Nach den Plänen seines Ministeriums solle Athen im Rahmen eines zweiten Rettungspakets neben Hilfszahlungen auch Anleihen des europäischen Rettungsschirms EFSF erhalten, berichtete der "Spiegel". Diese solle die Regierung an heimische Banken weiterreichen, die die Papiere als Sicherheiten für ihre Geldausstattung bei der EZB hinterlegen können. So wolle Schäuble einen Einwand der EZB ausräumen, an dem bislang ein Forderungsverzicht privater Gläubiger gescheitert ist, heißt es in dem Bericht.


Die Frankfurter Notenbank hatte stets erklärt, sie dürfe griechische Staatsanleihen dann nicht mehr als Sicherheit akzeptieren, weil diese auf die niedrigste Bewertungsstufe herabgesetzt werden, wenn Griechenland nicht in vollem Umfang seine Zahlungsverpflichtungen erfüllt.

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