Wieviel Menschen müssen noch sterben ? ? ?

Der Seehofer - ein Blitzmerker vor dem Herren

Der Seehofer - ein Blitzmerker vor dem Herren
Will morgen seinen Masterplan vorstellen?

Familie - Volk - Heimat

bearbeitet von Julia Neveling / alptraumwelle live
 
Komasaufen, Kiffen und »Pillenschmeißen« wird immer mehr zum Trend unter Jugendlichen. Regelmäßig liest oder hört man in den Medien von Alkohol- und Drogenexzessen, die nicht selten lebensbedrohlich, und manchmal sogar tödlich enden.

Dabei wird das »Einstiegsalter« in die Welt von Alkohol und Hasch von Jahr zu Jahr geringer. So gut wie jeder Jugendliche hat schon seine Erfahrungen mit Alkohol oder vielleicht sogar mit illegalen Drogen gemacht. Und immer häufiger trifft man junge Zeitgenossen, die ihre einzige Wochenendbeschäftigung darin sehen, sich regelmäßig in die Besinnungslosigkeit zu trinken. Frei nach dem Motto: »Diese Welt kann man nur besoffen oder mit viel Humor ertragen. Aber so viel Humor gibt es gar nicht



In der Tat könnte man manchmal verzweifeln, wenn man sich den Zustand anschaut, in dem sich diese Republik mittlerweile befindet, und welcher tägliche Druck von allen Seiten gerade auf den Schultern von uns Jungen lastet. 


Immer mehr junge Menschen sehen daher die Betäubung ihrer Sinne durch Alkohol und Drogen als einzigen Ausweg aus der von sozialer Vereinsamung, Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst geprägten Realität.
Materielles Konsumdenken hat althergebrachte Werte wie Ehrlichkeit, Treue und Hilfsbereitschaft in den Hintergrund verdrängt und zu der kalten und lebensfeindlichen Gegenwart geführt, aus der es für immer mehr Menschen nur die Flucht in Drogenrausch oder virtuelle Scheinwelten gibt.


Statt sich gegenseitig Halt zu geben, hat sich in den letzten Jahren eine beispiellose Verrohung und Abstumpfung in unserer Gesellschaft breit gemacht.
Entwurzelte Jugendliche ohne Schulabschluß, dafür mit einer Unmenge an aufgestautem Frust und Haß gegen alles und jeden, sind die Produkte dieser Entwicklung. Die explosionsartig angestiegene Jugendkriminalität – vor allem, aber nicht nur ein Problem bei jungen Ausländern – spricht dabei Bände.


"Unsere Politiker" –  keinesfalls       Vorbilder


Jede Form der Gemeinschaft wird konsequent bekämpft und zerstört, da sie angeblich der »Selbstverwirklichung« des Individuums entgegensteht. Einzelne mögen hier aufgrund starker Ellbogen mittelfristig vielleicht noch vorankommen – langfristig jedoch ist eine solche Gesellschaft unwiderruflich zum Scheitern verurteilt.

Der zunehmende Alkohol- und Drogenmißbrauch unter Jugendlichen ist somit nicht nur Zeichen sozialer Zukunftsangst, sondern auch Symptom für den Mangel an Idealen und positiven Lebensvorstellungen. Wo soll man diese hierzulande auch heute noch hernehmen?
 
Korrupte und verantwortungslose Politiker haben aus diesem Land eine multikriminelle Spielwiese gemacht, in der jeder für sich und gegen die anderen versucht, noch ein Stück von dem langsam verfaulenden Kuchen des Wohlstandes noch etwas abzubekommen.

Wo sollen dort die positiven Vorbilder Platz haben, an denen sich die Jugend orientieren kann? Wer sollen diese Vorbilder sein? Randfiguren aus der Unterschicht, wie »Bushido« oder »50cent«, die als Kinder ihrer Zeit selbst Opfer einer völlig kranken und kaputten Welt sind?

Viele unserer korrupten und inkompetenten Politiker  jedenfalls taugen bestimmt nicht als Vorbilder. Sind sie es doch, die mit ihrem Tun die Verhältnisse erst geschaffen haben, unter denen die junge Generationen nun zu leiden haben. Konzepte für eine Wende zum Besseren haben sie nicht. Stattdessen kürzen sie Gelder für Vereine und Jugendeinrichtungen und erheben Forderungen nach schärferen Jugendschutzgesetzen oder dem Verbot bestimmter Getränke.
Dieses halbherzige Blabla ist nichts weiter als ein Ausdruck der Rat- und Hilflosigkeit einer Politik, die auf sämtlichen Gebieten nur Symptombekämpfung betreibt, die tatsächlichen Ursachen für die Probleme jedoch nicht erkennt oder nicht erkennen will.

Abhängigkeit ist schädlich

Damit wird klar: Wenn wir als Jugend wieder eine Perspektive haben wollen, dann müssen wir  selbst dafür sorgen.  Auf die Politik, die ihre Jugend im Stich gelassen hat, müssen wir selbst die passende Antwort geben.

Diese Antwort darf aber nicht die Flucht aus der Realität und in den Rausch sein. Abhängigkeit jeder Art ist Schwäche. Drogen vernebeln die Sinne und machen gleichgültig und manipulierbar. Doch genau diese träge Gleichgültigkeit ist es, die dieses System am Leben hält.
Deswegen liegt es an uns, unseren Altersgenossen zuzurufen: Ertränkt Eure Sorgen und Euren Frust deshalb nicht im Alkohol. 
Entladet Euren Ärger nicht in Aggressionen und roher, sinnloser Gewalt. Sondern macht Eurer Wut Luft und schreit heraus, was Euch stinkt.

Geht auf die Straße, handelt und gestaltet Eure Zukunft selbst. Eine Zukunft, die auch ohne Drogenrausch lebenswert ist. Denn Euer Leben ist  mehr wert, als das, was Euch in Werbung und Fernsehen als »moderner Lifestyle« vorgegaukelt wird.  Schreien wir es den Herrschenden in Politik und Wirtschaft gemeinsam entgegen:  
Wir wollen Zukunft!  Wir wollen Perspektiven!  
Die Allergie-Saison ist in vollem Gang: Ein gelber Film überzieht Autos und Gartenmöbel - und plagt manchen, der noch nicht unter Heuschnupfen gelitten hat. Darum ist es dieses Jahr so schlimm. 

An den vergangenen Tagen waren die Tische im Garten vielerorts gelb. Das lag nicht an den Tischdecken und auch nicht an Osterglockensträußen. Vielmehr waren Gäste eingeflogen, die so mancher lieber nicht gesehen hätte: Vor allem Birkenpollen, auf die besonders viele Menschen allergisch reagieren, sind seit einigen Wochen wieder in der Luft. 
Der gelbliche Film, der zurzeit Autodächer, Terrassen und Bänke überzieht, macht vielen Allergikern besonders stark zu schaffen - auch manchem, der zuvor noch nie Probleme mit Pollen hatte, kribbelt es in der Nase.


"Ob das wirklich eine Allergie ist oder ob es sich um Reizerscheinungen handelt, muss ein Arzt abklären", sagt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). "Fest steht allerdings: Im Moment haben Allergiker zu kämpfen." Das Wetter sei sehr lange sehr schön und trocken gewesen. "Daher ist die Pollenkonzentration in der Luft sehr hoch."

So schlimm wie nie zuvor?

 

Doch nicht nur die Birkenpollen belasten zurzeit Allergiker. "In dem Blütenstaub ist alles mögliche dabei", sagt Schwalfenberg. Der Pollenflug der typischen Frühblüher wie Hasel- und Erlen ist zwar weitgehend durch. Neben Birkenpollen sind nun unter anderem vermehrt Pollen von Esche, Buche, Ahorn, Platane und Eiche unterwegs. Auch die Gräserpollen, die hauptsächlich von Mitte Mai bis Mitte August fliegen und ebenfalls vielen Allergikern zu schaffen machen, sind mancherorts schon in geringen Konzentrationen vorhanden. 
Genauso wie die Pollen von Nadelbäumen, die allerdings nicht zu Allergien führen. Im Herbst folgen Unkrautpollen wie Beifuß und Traubenkraut.



Die Allergiesaison ist dabei nicht unbedingt schlimmer als andere, sondern nur konzentrierter. "Es handelt sich lediglich um zeitliche Verschiebungen", sagt Karl-Christian Bergmann vom Allergie-Centrum der Berliner Charité und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. "Februar und März waren relativ kühl, daher geht es jetzt erst richtig los."

Immer mehr Allergien

 

                            Aggressive Mischung: Staub und Pollen   unter                                      dem     Elektronenmikroskop.

Geschätzt leiden bundesweit mehr als 20 Millionen Menschen an Allergien, etwa die Hälfte davon sind Pollenallergiker. "Tendenz steigend", sagt Schwalfenberg. Doch warum Allergien seit Jahren zunehmen, wissen auch Experten nicht genau. Sie vermuten, 
dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. So könnten unter anderem längere Blütezeiten, immer mehr und durch Schadstoffe aggressivere Pollen neben veränderten Lebensumständen und der Veranlagung dafür verantwortlich sein.
"Leider kann man noch nicht genau sagen, warum jemand eine Allergie entwickelt und jemand anderes nicht", sagt Schwalfenberg.
Und auch das Alter schützt nicht vor einer Allergie: "Aus Beobachtungen an der Berliner Charité wissen wir zum Beispiel, dass die Zahl der 70-Jährigen, die in diesem Alter noch eine Allergie entwickeln, dort seit Jahren zunimmt", sagt Bergmann. Das Problem: "Wer einmal einen Heuschnupfen bekommen hat, leidet immer darunter - je nach Saison mal mehr, mal weniger stark", sagt der Lungenfacharzt.

Allergie behandeln lassen

 

Bei einer Allergie reagiert der Körper auf eigentlich harmlose Stoffe - wie Pollen oder Hausstaub. Kommt der Körper mit diesen Allergieauslösern in Kontakt, bildet er Antikörper, um sich gegen die vermeintlichen Feinde zu wehren. Dabei ist es das Eiweiß auf der Oberfläche und in den Pollen, das die überschießende Immunantwort auslöst. "Der Körper bildet nun jedes Mal Antikörper, wenn er mit den Allergieauslösern in Berührung kommt", sagt Bergmann. Diese Antikörper sorgen wiederum dafür, dass das Hormon Histamin freigesetzt wird, das die allergischen Reaktionen auslöst: Die Nase schwillt an, die Augen tränen und jucken, viele plagen Niesattacken.
"Bei jedem dritten Heuschnupfenpatienten geht die Allergie in allergisches Asthma über", sagt Bergmann. Er rät daher dringend dazu, einen Arzt aufzusuchen, wenn der Heuschnupfen von einem trockenen Husten begleitet wird. Auch generell gelte: "Eine Allergie muss behandelt werden." Bei der spezifischen Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, konfrontiert der Arzt den Körper gezielt und dosiert mit den Allergieauslösern - um das Immunsystem daran zu gewöhnen.

Kurze Verschnaufpause in Sicht

 

Mit Medikamenten könnten Betroffene zumindest die Symptome einer Allergie lindern. Daneben helfen auch einfache Tipps, sich die Pollen möglichst vom Leib zu halten. "Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte sich zum Beispiel vor dem Zubettgehen die Haare waschen und die Kleider, die er tagsüber getragen hat, nicht mit ins Schlafzimmer nehmen", sagt Schwalfenberg.


In den kommenden Tagen kündigt sich zumindest eine Verschnaufpause für Allergiker an: Vielerorts ist Regen vorhergesagt, der die Pollen aus der Luft waschen könnte. "Die Temperaturen sinken auf unter 20 Grad, vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands gehen vereinzelt Schauer nieder", sagt Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. "Im Nordwesten ist die Chance auf Regen am geringsten." Doch was viele freut, sind für Allergiker nicht gerade gute Aussichten: Schon am Wochenende steigen die Temperaturen wieder und die Sonne kommt raus. "Für Samstag und Sonntag sind wieder Temperaturen um die 24 Grad angekündigt", sagt die Meteorologin.
Die Inflation klettert auf den höchsten Stand seit 2008. Experten erwarten, dass die Teuerungsrate im Jahresschnitt deutlich über zwei Prozent liegen wird.


Die Verbraucherpreise in Deutschland ziehen weiter kräftig an. Im April stieg die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mit. Das ist der höchste Anstieg seit Oktober 2008. „Die Inflationsrisiken in Deutschland sind mittlerweile akut“, warnte Ulrike Rondorf von der Commerzbank.
Wie in den vergangenen Monaten trieben vor allem die Energiepreise die Lebenshaltungskosten in die Höhe. Insbesondere die Preise für leichtes Heizöl und Kraftstoffe zogen im Vergleich zum Vormonat an.


Aber auch ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise kletterte die Teuerungsrate nach Berechnungen der Commerzbank deutlich in die Höhe – von ein Prozent im März auf voraussichtlich 1,5 Prozent im April.


Der Anstieg dürfte insbesondere der Europäischen Zentralbank (EZB) Sorgen bereiten. Zum vierten Mal in Folge schon liegt die Teuerungsrate in Deutschland über der Warnschwelle der EZB, die Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent gewahrt sieht. Die Währungshüter hatten Anfang des Monats das erste Mal seit Ausbruch der Finanzkrise die Zinsen von ein auf 1,25 Prozent erhöht.


Knapp drei Wochen nach der Leitzinserhöhung kommen von den Währungshütern weiter warnende Töne. Das spanische EZB-Ratsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo deutete weitere Zinserhöhungen an. Haushalte, Unternehmen und Regierungen sollten sich darauf einstellen, dass die Zeit des billigen Geldes enden könnte.
Ob die EZB die Zinsen allerdings kräftig anziehen kann, ist fraglich. Denn die Notenbanker stecken in einer Zwickmühle. Für die kriselnden Eurostaaten wie Griechenland, Irland, Portugal oder Spanien wären Zinserhöhungen Gift. Höhere Zinsen könnten ihre Schuldenkrise noch verschlimmern.


Für Deutschland hingegen müsste der Leitzins schon heute deutlich über dem jetzigen Niveau liegen. Denn Experten rechnen nicht mehr damit, dass die Teuerungsrate in diesem Jahr merklich sinken wird. Nach Berechnungen der Unicredit erhöhte zwar allein der späte Ostertermin die Inflationsrate um 0,4 Prozentpunkte, weil Reiseveranstalter ihre Preise später senkten als im Vorjahr.
Deshalb dürfte die Inflation im Mai wieder leicht fallen. Eine grundsätzliche Kehrtwende sei allerdings nicht in Sicht. Die Bank erwartet für dieses Jahr mit einer Inflationsrate von 2,25 Prozent.
Besonders Lebensmittel dürften teurer werden. So rechnet Deutschlands größer Lebensmittelhändler Edeka mit spürbaren Preissteigerungen. Edeka spüre „eine substanzielle Inflation“ in seinem Sortiment, sagte der für den Einkauf zuständige Vorstand Gert Schambach.



„Es wird eine Teuerung geben, gar keine Frage“, sagte Schambach. Bei einer vierköpfigen Familie mit monatlichen Lebensmittelausgaben von 500 Euro würde die Preisanhebung von zwei Prozent zusätzliche Ausgaben von zehn Euro im Monat bedeuten.
Obwohl die Inflation erst seit kurzer Zeit auf einem hohen Niveau liegt, dämpfen die hohen Preise schon jetzt die Kauflaune der Verbraucher. Der GfK-Konsumklimaindex für Mai fiel gegenüber dem Vormonat von 5,9 auf 5,7 Punkte. „Höhere Preise, die Atomkatastrophe in Japan sowie sich ausweitende politische Unruhen in Nordafrika und Nahost lassen die Rahmenbedingungen für die Konsumenten im Augenblick nicht mehr ganz so rosig erscheinen“, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit.



„Die Inflation frisst natürlich was von den Einkommenserhöhungen weg. 
Es bleibt nicht mehr ganz soviel übrig wie gedacht“, sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst.


„Inwieweit sich dies zu einem Trend entwickeln kann, hängt in erster Linie vom weiteren Verlauf der geopolitischen Rahmenbedingungen ab“, so Wübbenhorst.



Die Konjunkturerwartungen der Bürger fielen ebenso wie die Einkommenserwartung. Letzteres begründete die GfK mit einem psychologischen Effekt, durch den die „gefühlte“ Inflation höher ist als die real gemessene: Vor allem Güter des täglichen Bedarfs, wie das sofort zu bezahlende Benzin an der Tankstelle, seien teurer geworden, während die monatlich vom Konto abgehenden Posten etwa für Miete überwiegend gleich blieben.


Persönliche Konsequenzen ziehen aber die wenigsten Verbraucher: Die Anschaffungsneigung blieb im April nahezu unverändert hoch. Die von dem robusten Arbeitsmarkt ausgehende Zuversicht scheint stärker zu sein als die Inflationsgefahr und die Angst um Japan und Nordafrika.
Die GfK betonte deshalb, dass das Konsumklima trotz des leichten Dämpfers immer noch auf einem sehr hohen Niveau liege. Insbesondere die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass die Verbraucher sorgenfreier einkaufen gehen können, weil sie sich keine großen Sorgen um den Verlust ihres Arbeitsplatzes machen müssen. Der Konsum bleibe „ein starkes Standbein für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland“, erklärte die GfK.


  Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ist angesichts des angesichts des hohen Niveaus des Konsumklimas zuversichtlich: „Der Aufschwung in Deutschland steht auf einer soliden Grundlage. Der private Konsum wird in diesem Jahr eine entscheidende Stütze bleiben.“
 Regierung feierte schon das deutsche Jobwunder - einem Medienbericht zufolge waren jedoch im vergangenen Jahr mehr als 7,3 Millionen Menschen lediglich als geringfügig entlohnte Beschäftigte angestellt. Damit ist jedes vierte Beschäftigungsverhältnis ein Minijob. 

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten als Minijobber. Ende September 2010 gab es mehr als 7,3 Millionen geringfügig entlohnte Beschäftigte, die bis zu 400 Euro abgabenfrei verdienen können, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, die der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) vorliegen

Das sind fast 1,6 Millionen mehr als 2003. Nach Angaben der BA ist inzwischen jedes vierte Beschäftigungsverhältnis ein geringfügiges. Knapp fünf Millionen Menschen arbeiten demnach ausschließlich als Minijobber.


Mehr als zwei Millionen Menschen haben den Angaben zufolge schon eine Stelle - und verdienen zusätzlich bis zu 400 Euro im Monat dazu. Bei diesen Nebenjobbern ist der Anstieg laut der Statistik besonders stark: Ihre Zahl hat seit 2003 um mehr als eine Million zugenommen. Aus der Statistik der Bundesagentur geht weiter hervor, dass vor allem im Groß- und Einzelhandel, in Restaurants und Hotels sowie im Gesundheits- und Sozialwesen die 400-Euro-Jobs weit verbreitet sind.

" Minijobs sind ein Irrweg"

 

"Die Minijobs haben sich als Irrweg erwiesen", sagte Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der SZ. Für viele Arbeitssuchende seien sie "eher eine Falle im Niedriglohnsektor als eine Hilfe". Vor allem für Frauen hätten sich durch die Aufteilung von Arbeitsplätzen in Minijobs die Eingliederungschancen verschlechtert.
Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) kritisierte die Regeln für die Verdienstanrechnung bei Hartz-IV-Empfängern mit Minijob. Hier gebe es "massive Fehlanreize". Weil der Staat kleine Erwerbseinkommen begünstige, "ist es attraktiv, Hartz IV nur mit einem geringen legalen Hinzuverdienst zu kombinieren, statt zügig einen Vollzeitjob zu suchen", sagte ein BDA-Sprecher.

Die Deutschen sind sich einig: 85 Prozent halten Leiharbeit für eine moderne Form der Ausbeutung, die zu Lohndumping führt. Das geht aus einer Umfrage der IG Metall hervor.  

Weil in der Tat in immer mehr Betrieben reguläre Arbeitsplätze durch die Billigjobs ersetzt werden, hat die Gewerkschaft nun die Kampagne «Gleiche Arbeit, gleiches Geld» ins Leben gerufen. Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) fungiert dabei als Schirmherr und fordert die Bundesregierung auf, die massive Ausweitung der Leiharbeit zu stoppen. Nach der Präsentation der Kampagne in Berlin machte er seinem Ärger im news.de-Gespräch noch einmal Luft:

Wenn Sie über Leiharbeit sprechen, wirken Sie irgendwie zornig. Täuscht der Eindruck? 

Blüm: Nein. Das ist eine Verrottung der Arbeitsmarktsitten. Was über Generationen aufgebaut worden ist, nämlich ein modernes Tarif- und Arbeitsrecht, wird durch die Leiharbeit unterlaufen. Die Leiharbeit ist das Vehikel einer relativ unzuverlässigen Arbeit. Kündigen, Einstellen, Kündigen – alles frei Hand. So entwickelt es sich jedenfalls, so war es aber nie gedacht. Wenn man dieser Entwicklung freien Lauf lässt, dann ist das Ziel wieder der freie Tagelöhner. Das muss gestoppt werden.

Warum?

Blüm: Die Entwicklung ist deswegen so gefährlich, weil sie ganz klammheimlich passiert. Es merkt kaum jemand, dass sich die Stammbelegschaften immer mehr auflösen. Am Schluss bleibt eine vagabundierende Arbeitnehmerschaft. Das ist weder im Interesse der Arbeitnehmer, noch im Interesse der Unternehmen.

Aber Unternehmer behaupten stets, dass dadurch die Betriebe besser durch Krisenzeiten kommen und so langfristig die Jobs gerettet werden können. 

Blüm: Wenn es in Maßen und geregelt passiert, dann bin ich nicht für eine Kolonnengesellschaft, die überhaupt keine Abweichung erlaubt. Dass Ausnahmefälle erlaubt sein müssen in ungewöhnlichen Zeiten, da bin ich kein Dogmatiker.

Das galt auch für ihre aktive Zeit als Arbeitsminister? 

Blüm: Ich habe durchaus mitgewirkt an Vorhaben zur Flexibilisierung, etwa bei der Ausweitung befristeter Arbeitsverträge. Aber doch nur als Brücke. Aber jetzt, bezogen auf die Leiharbeit, wird leider der Ausnahmefall zum Normalfall. Dafür war ich nie. Ich war dafür, dass man durch den frühzeitigen Kontakt mit dem Betrieb die Chance auf eine dauerhafte Anstellung erhöht, aber nicht, dass die Dauerarbeitsplätze zu befristeten Stellen werden. So herum nicht. Das ist die falsche Fahrtrichtung.

Wer sind die treibenden Kräfte hinter der Entwicklung?

Blüm: Es gibt mächtige Interessenverbände und Handlanger der Leiharbeit. Für sie gibt es einen einfachen Grund: Die Tarifverträge halten sie für sehr lästig und die Leiharbeit ist ein Versuch, die Tarifverträge zu unterlaufen. Das ist halt billiger. Aber dieser Entwicklung muss man eine Barrikade bauen, nach dem Motto: 
Wenn Leiharbeit, dann gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Es kann ja nicht sein, dass der Fließbandarbeiter, der den rechten Reifen montiert, mehr verdient als derjenige, der für das linke Rad zuständig ist. Das widerspricht ja jedem Leistungsgedanken.

Und damit der Politik der FDP, die ja will, dass sich Leistung wieder lohnt.

Blüm: Das stimmt. Eigentlich müsste die FDP an der Spitze der Gegenbewegung stehen, aus zwei Gründen. Erstens unterminiert die Leiharbeit das von den Liberalen so hoch geschätzte Prinzip der Leistung. Zweitens, die Hauptleidtragenden werden nicht nur die Arbeitnehmer sein. Sie werden sich den Schaden mit den Handwerkern, Mittelständlern und Großbetrieben teilen. 
Wenn wir 2011 Freizügigkeit auf dem europäischen Arbeitsmarkt haben und es dann keine verbindlichen Regelungen gibt, dann passiert folgendes: Es gewinnt der Lohndrücker. Ich kann dazu nur eines sagen: Was wir in Deutschland über all die Jahre aufgebaut haben, wurde nicht mit Lohndumping erreicht, sondern mit Qualitätsarbeit.

Warum nehmen die Unternehmen dann keinen Abstand von der Leiharbeit? 

Blüm: Weil sie kurzsichtig sind. Ihr einziger Orientierungsrahmen ist offenbar nur noch der kurzfristige Gewinn. Wohin wir damit kommen, das zeigt ja momentan die Finanzwirtschaft. Die hat überhaupt nichts anderes mehr im Hirn als ihre Börsenzahlen. Unternehmerische, langfristige Strategie ist da nicht mehr im Spiel.

Zumindest bei den Parteien scheint ein Umdenken stattzufinden. Die SPD hat eine Arbeitsgruppe gegründet, die CDU-Arbeitsministerin verspricht ebenfalls die Regulierung von Leiharbeit. Reicht das nicht?

Blüm: Ich will gar nicht deren guten Willen bezweifeln, aber der gute Wille verändert noch nichts. Diskutiert wurde das Problem genug, jetzt müssen handfeste Ergebnisse her. Aber ich sehe durchaus, dass die Einsicht wächst. Auch bei den Gewerkschaften. Es gab Zeiten, da stand das bei denen auch nicht im Mittelpunkt.

Warum haben die Gewerkschaften das Problem ignoriert?

Blüm: Früher wurde das Problem so nicht gesehen, zumindest kam die Stammmitgliedschaft nicht aus dem Leiharbeiterbereich. Leiharbeit war halt die Ausnahme. Und die Gewerkschaften orientierten sich - wie das immer bei Organisationen so ist - an ihren alten Gewohnheiten. Es ging um die Stammbelegschaften und ihre Löhne, Arbeitszeiten, Urlaubsfragen. Dass sich das Feld, auf dem diese Auseinandersetzungen ausgetragen wurden, aber immer weiter verkleinerte, ist lange Zeit nicht aufgefallen.

Haben die Gewerkschaften denn jetzt noch die Kraft, die verschlafene Entwicklung zurückzudrehen? 

Blüm: Das glaube ich schon. Aber allein können sie das nicht machen. Sie brauchen den Gesetzgeber, sie brauchen die Öffentlichkeit. Die brauchen vor allem auch die Arbeitgeberverbände. Die müssen ja auch kapieren, dass sie den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Leider gibt es da Leute, die wollen den Ast absägen und trotzdem oben bleiben. Aber ich kann nur sagen: In dem Fall fällt man runter.

Ihre Partei hätte eigentlich in den vergangenen fünf Jahren neue Spielregeln festlegen können. Sie hatte dazu alle parlamentarischen Mehrheiten. Hat die CDU eine gute Chance vertan? 

Blüm: Auch wir sind Opfer eines gewissen Zeitgeistes, der in der Flexibilisierung und Deregulierung die Rettung der Menschen sieht. Diesen Zeitgeist gab es zumindest auf dem Leipziger Parteitag, auf dem auch Steuersenkungen und Kopfpauschalen befürwortet worden sind. Wer da den Sozialstaat verteidigt hat, der galt als Dinosaurier. Ich zum Beispiel kam mir vor wie einer, dem man den Führerschein entziehen müsste wegen mangelnder Zurechnungsfähigkeit. Das hat sich inzwischen geändert. Jetzt sind Themen, die früher tabuisiert worden sind, wieder gesprächsfähig.



Dürfen im Reagenzglas gezeugte Embryonen in Zukunft auf Genfehler untersucht werden? Der Bundestag debattiert über eine Neuregelung der umstrittenenen Präimplanationsdiagnostik.

Präimplantationsdiagnostik - das ist, kurz zusammengefasst, die Untersuchung von künstlich gezeugten Embryonen auf Gendefekte. Obgleich die PID in Deutschland als verboten gilt, wird sie dennoch durchgeführt und vom Gesetzgeber nur selten geahndet. Im Juli 2010 hatte der Bundesgerichtshof die Durchführung von Präimplantationsdiagnosen als nicht strafbar eingestuft.

Freispruch für PID-Arzt

 

Zum Hintergrund: Das Landgericht Berlin hatte einen Berliner Arzt freigesprochen, der wiederholt Präimplantationsdiagnosen durchgeführt und sich daraufhin selbst angezeigt hatte (Artikel von Zeit Online mit Hintergrundinformationen). Die Revision der Berliner Staatsanwaltschaft gegen dieses Urteil wies der Bundesgerichtshof in Leipzig im Juli 2010 zurück.

Die widersprüchliche rechtliche Lage in Deutschland

 

Nun herrscht Uneinigkeit: Ist die Präimplantationsdiagnose in Deutschland derzeit erlaubt oder verboten? Wie steht das Embryonenschutzgesetz zur PID? Demnach ist es nämlich möglich, Föten, die schwere Behinderungen aufweisen bis kurz vor der Geburt abtreiben zu lassen. Die PID könnte eben jene Folge einer Schwangerschaft vermeiden: Es würde gar nicht erst zur Einpflanzung des kranken Embryonen kommen. Strafbar macht sich im Moment in Deutschland derjenige, der "es unternimmt, eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich zu befruchten als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt". (Quelle: Gesetz zum Schutz von Embryonen).
Nun will der Bundestag eine Neuregelung des Embryonenschutzgesetzes angehen.
Oliver Tolmein stellt im Gespräch klar, dass die PID in Fällen schwerer genetischer Schädigungen zwar nicht erlaubt sei, aber auch nicht bestraft wird. Der Jurist und Wissenschaftsjournalist sieht allerdings im Vorstoß der FDP, die PID gesetzlich zu regeln, die Schwierigkeit festzulegen, was eine schwere genetische Schädigung ist.

Der internationale Vergleich

 

In anderen Ländern ist PID längst gang und gäbe (PID in Frankreich, Belgien und Großbritannien - eine Studie der Friedrich Ebert-Stiftung): So wird sie in Großbritannien - unter bestimmten Auflagen - praktiziert. Ebenso verhält es sich in Frankreich, Belgien und Dänemark. In den USA geht die PID am weitesten: Hier ist es sogar möglich, dass Eltern auf diese Weise das Geschlecht ihres Kindes auswählen.

 

 

Die Bundesregierung hatte vergangene Woche den Netzsperren eine Absage erteilt. Aber nun wird das Thema wieder diskutiert. Denn im Entwurf zum neuen Glücksspiel-Staatsvertrag wird über Beschränkungen im Netz nachgedacht.


Vergangene Woche hatte der Koalitionsausschuss der Bundesregierung bekannt gegeben, das sogenannte Zensursula-Gesetz würde nicht umgesetzt. Da ging es um die Netzsperren, die eingerichtet werden sollten, um Seiten mit Kinderpornografie zu sperren. Die Kritik war laut, Netzsperren würden de facto eine Zensurmöglichkeit fürs Internet bedeuten, außerdem könne man Websites mit Kinderpornografie viel effektiver löschen als sperren.

Nun denken offenbar die Länder über die Einführung von Netzsperren nach. Diesmal geht es um illegale Glücksspielanbieter. Denn viele der Online-Anbieter von Glücksspielen auf dem deutschen Markt agieren illegal – sie haben weder eine Genehmigung, noch eine Konzession. Sie sitzen im Ausland und zahlen in Deutschland keine Steuern. 

Eine Möglichkeit, um sie zu belangen, ist eine Netzsperre. Im Entwurf des neuen Glücksspielstaatsvertrages, den die Piratenpartei veröffentlicht hat, heißt es in Paragraf 9:


"Die Glücksspielaufsicht kann Diensteanbietern im Sinne des Telemediengesetzes, insbesondere Zugangsprovidern und Registraren, nach vorheriger Bekanntgabe unerlaubter Glücksspielangebote die Mitwirkung am Zugang zu den unerlaubten Glücksspielangeboten untersagen. Das Grundrecht des Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10 des Grundgesetzes) wird insoweit eingeschränkt."
 
Die Gegner der Netzsperre, der Arbeitskreis Zensur und der Chaos Computer Club haben sich zusammengetan und einen Brief an die Landesparteien in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geschrieben, die derzeit in Koalitionsverhandlungen stecken. Darin heißt es:

"Denn egal, ob es mit dem Kampf gegen Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern, illegalem Glücksspiel oder zur Stärkung von Urheberrechten begründet wird oder ob andere Ziele verfolgt werden: Das Aufstellen von 'Stopp-Schildern', 'Legalitätsweichen' oder gar die 'Blockade' des Transports von Datenpaketen bedeutet zwangsläufig immer den Aufbau einer technischen Kontrollinfrastruktur, die ein hohes Missbrauchspotential trägt. Diese Technik lässt sich niemals hinreichend sicher auf das ursprüngliche politische Ziel begrenzen."
Hygiene-Offensive 
  Was der Restaurant-Tüv bringen soll
Verschimmelte Lebensmittel, verdreckte Töpfe, Ungeziefer: In so mancher Restaurantküche offenbart sich Abscheuliches. Und davor sollen Verbraucher künftig gewarnt werden. Deshalb haben sich die Verbraucherminister der Länder in dieser Woche mehrheitlich darauf geeinigt, ein spezielles Gütesiegel für Restaurants einzuführen.

"Die Verbraucher sollen - bildlich gesprochen - in die Küche schauen können, das ist wichtig für ein gutes Gefühl", sagt der NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel, dessen Ministerium federführend beim Restaurant-Tüv ist. Es gehe dabei um Transparenz und Offenheit für den Verbraucher, so der Grünen-Politiker. Tatsächlich bekommen die Kunden von dem Schmuddel hinter der Theke oft nichts mit.

Wie soll der Restaurant-Tüv funktionieren?

 

In Gaststätten und Imbissen soll daher künftig eine Art Plakette hängen, auf der die Kunden sehen können, ob alles in Ordnung ist oder ob die Lebensmittelkontrolleure Schmuddel-Alarm schlagen. Anstelle der bereits in Berlin, Nordrhein-Westfalen und im Ausland praktizierten Smiley-Kennzeichnung soll es aber voraussichtlich ein grün-gelb-rotes Balken-Symbol geben: Dabei steht grün für "Anforderungen erfüllt", gelb für "Anforderungen teilweise erfüllt" und rot für "Anforderungen unzureichend erfüllt."
Umgesetzt werden soll das System bis Ende 2011 oder Anfang 2012. "Bisher sind 13 Länder dafür, Bayern und Schleswig-Holstein sind dagegen, Baden-Württemberg hat sich enthalten", sagt der NRW-Minister.

Wie oft fallen Restaurants bei Kontrollen durch?

 

Deutschlandweit gibt es gut eine Million Gastronomiebetriebe - dazu zählen gute Restaurants genauso wie einfache Gaststätten und Imbisse. In etwa 30 Prozent aller Läden haben Lebensmittelkontrolleure etwas zu beanstanden - am häufigsten geht es um Hygienemängel.
"Die Leute wissen oft wirklich nicht, was sie tun", sagt der Berliner Lebensmittelkontrolleur Dr. Zengerling. "Sie kennen die einfachsten Hygieneregeln nicht, sie wissen nicht, bei welchen Temperaturen Lebensmittel zu lagern sind, sie wissen nicht, wie man Desinfektionsmittellösung richtig ansetzt. Und so weiter und so fort."


Gravierende Mängel - wie kann das sein?

 

In den vergangenen Jahren ist das Gaststättengesetz entbürokratisiert worden: Seit 2004 kann jeder einen Imbiss oder ein Restaurant aufmachen - fachliche oder berufliche Qualifikationen sind dafür nicht mehr vorgeschrieben. Dass immer häufiger elementare Kenntnisse über Hygiene und Lebensmittel fehlen, wundert die Lebensmittelkontrolleure daher nicht weiter.
Um daran was zu ändern, brauche es mehr Transparanz, sagt etwa der Berliner Lebensmittelkontrolleur Zengerling. Denn: Abmahnungen hätten an der Situation oft nicht viel ändert. Und: Auch Bußgelder würden häufig nicht abschrecken, wissen Verbraucherschützer.

Gibt es bereits Systeme, die die Verbraucher vor Schmuddel-Restaurants warnen?

 

Im Berliner Bezirk Pankow setzen die Behörden seit zwei Jahren auf drastischere Maßnahmen: Der zuständige Stadtrat Jens-Holger Kirchner von den Grünen und der Lebensmittelkontrolleur Dr. Zengerling haben ein bis dahin einzigartiges Modell-Projekt für mehr Transparenz ins Leben gerufen.
Gastronomiebetriebe, die bei Kontrollen in Berlin-Pankow wiederholt durchfallen, kommen auf eine Negativliste im Internet - mit Name, Adresse und Angabe der Mängel. Zudem gibt es eine Positivliste. Wer da draufsteht, bekommt einen Smiley-Aufkleber, auf dem steht "Alles sauber. Also rein!". Auf die Positivliste kommt man allerdings nicht automatisch, dafür muss man sich bewerben.
 
Abgeschaut hat die Berliner Behörde sich das System in Dänemark. Dort werden seit 2001 Restaurants und Imbisse, aber auch Apotheken, Supermärkte oder Bäckereien mit sichtbaren Bewertungen am Eingang versehen: Ein lachender Smiley bedeutet: alles in Ordnung, den freundllchen gibt es bei kleinen Mängeln und den bösen Smiley bei gravierenden Mängeln - und dann drohen außerdem Bußgeld oder Schließung.
Auch Nordrhein-Westfalen vergibt bereits seit Mitte 2007 Smileys - allerdings nur lachende. Auf die Veröffentlichung von Hygiene-Sündern wird dort verzichtet.

Verbesserte Rechte für Verbraucher

 

Grundlage für die Negativliste, mit der Berlin-Pankow bundesweit Schlagzeilen machte, war das neue Gesetz zur Verbraucherinformation, das 2008 in Kraft getreten ist. Seitdem haben Behörden die Pflicht, Verbraucher über Gesundheitsgefahren durch Lebens- und Futtermittel, Kosmetika sowie Bedarfsmittel zu informieren. Sie dürfen auch die Namen der Firmen bekannt geben, die beispielsweise vergammeltes Fleisch oder giftige Zusatzstoffe in den Handel gebracht haben. Und umgekehrt hat jeder Verbraucher das Recht, bei Ämtern gezielt Informationen zu Lebensmittel, Spielzeug, Textilien oder Wein anzufordern.
Und dass die meisten Verbraucher sich eine optische Kennzeichnungspflicht für Gaststätten wünschen, ergab jetzt auch eine Befragung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: 70 Prozent der Befragten forderten darin mehr Transparenz über die Ergebnisse der amtlichen Hygieneprüfung. Und: Diese Informationen sollten sowohl über die positiven wie auch über die negativen Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung informieren.


Krankheit und Verbreitung


Depressionen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Nach epidemiologischen Studien erkranken etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens an einer Depression. Gemeint sind damit nicht leichte Verstimmungen, sondern Depressionen, die behandelt werden müssen.

Geschieht dies nicht, können die Folgen dramatisch sein: Depressionen zählen in Deutschland zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit und werden für die Mehrzahl der rund zehntausend jährlichen Suizide verantwortlich gemacht.



Ursachen und Formen


Die Ursachen der Depressionen sind vielfältig und bleiben bei vielen Patienten unbekannt. Auslöser kann ein Schicksalsschlag sein. Es gibt aber auch Depressionen, die von einem ungelösten, frühkindlichen Konflikt herrühren, der bis ins Erwachsenenalter hineingetragen wird. Auch Medikamente können mitunter eine Depression auslösen: Sie wird als Nebenwirkung bei zahlreichen Arzneien genannt.

Eine endogene Depression entsteht, wenn Stoffwechselvorgänge im Gehirn gestört sind. Sie tritt oft plötzlich und scheinbar ohne Ursache auf; Mediziner vermuten auch eine erbliche Komponente. Eine neurotische oder Erschöpfungsdepression kann durch langfristige Belastungen entstehen, eine reaktive Depression wird oft durch ein aktuelles Ereignis wie etwa einen Trauerfall verursacht. Seltener ist die bipolare Störung, die früher auch manisch-depressive Erkrankung genannt wurde. Hier wechseln sich extrem gehobene Stimmung und tiefe Niedergeschlagenheit ab. Die Betroffenen erleben mehr und kürzere depressive Phasen, die immer häufiger auftreten, je länger die Störung anhält. Zusätzlich gibt es noch mehrere Spezialformen der Depression.


Symptome


Der Depressive erlebt eine anhaltend gedrückte und traurige Stimmung, wobei die Symptome am Morgen oft schlimmer sind als abends. 
Die Patienten ziehen sich zurück und verlieren das Interesse an gesellschaftlichen Kontakten und an vielen anderen Dingen des Lebens. Oft kommen Angst und unbegründete Schuldgefühle hinzu sowie das Gefühl völliger Wertlosigkeit. Depressionen sind die Hauptursache für Selbstmorde in Deutschland.


Therapie

Depressionen gelten allgemein als gut behandelbar. Oft hilft eine Kombination aus modernen Psychopharmaka und Psychotherapie. In manchen Fällen ist auch gezielter Schlafentzug oder eine Lichttherapie sinnvoll. Nach Abklingen der Symptome muss die Behandlung meist sechs bis zwölf Monate fortgesetzt werden, da ein hohes Rückfallrisiko besteht.


Was können Betroffene tun?

Um aus einer Depression herauszufinden, hilft es, seinen Tagesablauf zu strukturieren, 
sagt Angelika Schlarb vom Psychologischen Institut der Universität Tübingen. "Es ist wichtig, morgens überhaupt aufzustehen und sich körperlich bzw. sportlich zu engagieren. 30 Minuten schneller Spaziergang helfen dabei so gut wie ein Antidepressivum." Zudem sollte man sich Aufgaben suchen, die zu bewältigen sind und Negatives umgehen. Angehörige sollten negative Äußerungen des Depressiven ignorieren und versuchen, auf mögliche positive Tagesereignisse zu sprechen zu kommen.

Das Kompetenznetz Depression bietet auf seiner Internetseite weitere Informationen zur Krankheit.

Um herauszufinden, ob man selbst depressiv ist, kann als erster Schritt der Selbsttest des Kompetenznetzwerks helfen.

bHoffnung für Liebhaber alter Kfz-Kennzeichen: Auf Beschluss der Verkehrsminister sollen sie wieder eingeführt werden - auch nach einer Kreisreform. Jemand aus Plauen wäre so wieder an den Buchstaben "PL" zu erkennen und müsste nicht mit einem "V" für Vogtland umherfahren. 
Wer nach einer Kreisreform schweren Herzens sein altes Auto-Kennzeichen aufgeben musste, kann wieder Hoffnung schöpfen: Die Verkehrsministerkonferenz hat am Mittwoch in Potsdam den Weg für die Wiedereinführung früherer Kfz-Schilder freigemacht. Sie stimmte einer entsprechenden Initiative der Länder Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern zu.
Damit wäre es möglich, auf Wunsch entweder das bisherige oder auch das früher verwendete Kennzeichen zu erhalten, wie Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) mitteilte. Der Bund muss allerdings noch die Fahrzeug-Zulassungsverordnung entsprechend ändern. Künftig soll danach auf Antrag der Länder auch die Zuteilung mehrerer Kennzeichen in einem Zulassungsbezirk möglich sein.

Heimatverbundenheit zeigen

 

Bürgern könne damit bald wieder die Möglichkeit gegeben werden, "ihre Heimatverbundenheit auch über das Kfz-Kennzeichen auszudrücken", die mit den Gebietsreformen abgeschafft wurden, erklärte Morlok. Durch das Zusammenlegen von Kreisen zu Großkreisen sind im Osten seit den neunziger Jahren zahlreiche alte Kennzeichen abgeschafft worden, im Westen wurden viele Kennzeichen mit den Gebietsreformen der siebziger Jahre ausgetauscht.
Über die Wiedereinführung der alten Kennzeichen wird seit längerem diskutiert. Laut einer Studie der "Initiative Kennzeichenliberalisierung" der Hochschule Heilbronn wünschen sich 73 Prozent der Bundesbürger die Rückkehr zu den alten Kennzeichen. Während in den neuen Ländern Kfz-Kennzeichen erst in den vergangenen Jahren mit den Kreisgebietsreformen ausgetauscht wurden, liegen die Gebietsreformen in den alten Ländern zum Großteil bereits mehr als 30 Jahre zurück.

Landkreise wettern gegen "nostalgische Kleinstaaterei"

 

Doch selbst wenn der Bund die nötigen rechtlichen Voraussetzungen geschaffen hat, ist die Einführung der alten Kennzeichen noch nicht sicher. Denn sie Umsetzung wird bei den Landkreisen liegen. Und die sind von der Idee alles andere als begeistert. Der Deutsche Landkreistag lehnt die Wiedereinführung alter Kennzeichen als "nostalgische Kleinstaaterei" ab. Eine Rückkehr in die Zeit vor den Gebietsreformen der vergangenen Jahrzehnte bedeute mehr Verwaltungsaufwand und Bürokratie, kritisierte Präsident Hans Jörg Duppré.
Musikdateien, die man in das Cloud-Drive lädt, können direkt aus dem Netz mit einem Webplayer abgespielt werden. Man kann also seine Musiksammlung ins Netz laden und sie von überall aus abspielen, auch auf Smartphones mit Android Betriebssystem.
Der Begriff Cloud bezeichnet einen virtuellen Raum, eine Wolke im Netz, in der ganz verschiedene Dinge passieren können. Zum Beispiel können in der Cloud Programme laufen, oder auch Daten abgelegt werden, die dann keine Kapazitäten des eigenen Rechners verbrauchen. Zum Beispiel kann man über Freemailprovider webbasierte E-Mail-Programme nutzen. Oder Google bietet die Möglichkeit mit Docs und mit Spreadsheets Office-Dateien direkt im Netz zu bearbeiteten. Auch Microsoft bietet abgespeckte Versionen von Word, Excel und Powerpoint mittlerweile im Netz an.
Da sieht man fast nicht mehr den Unterschied zwischen dem Word, was auf dem Rechner installiert werden muss. Und das ist auch das Ziel: Die Programme im Netz sollen aussehen wie ganz normale Programme und natürlich auch genau so gut funktionieren. Deshalb arbeitet Google auch schon seit einiger Zeit an einem Betriebssystem, was eigentlich nur noch ein großer Browser ist. Wenn man den Computer startet, verbindet sich der Browser mit dem Internet und stellt alle Programme zur Verfügung, die man braucht, ohne sie vorher installieren zu müssen.

 

Virtuelle Festplatte

 

Cloud Drive von Amazon funktioniert wie eine virtuelle Festplatte im Netz. Man kann Daten auf Cloud-Drive kopieren und überall, wo eine Internetverbindung zur Verfügung steht, auf die Daten zugreifen. Fünf Gigabyte werden kostenlos angeboten. Wer mehr will, muss zahlen. Das ist eigentlich nichts Neues. Solche virtuellen Festplatten im Netz gibt es mittlerweile von vielen Anbietern im Netz.
Einer der ersten Anbieter war Apple mit mobile.me. Das neue an dem Dienst von Amazon ist, dass man Musikdateien, die man in das Cloud Drive lädt, direkt aus dem Netz mit einem Webplayer abspielen kann. Man kann also seine Musiksammlung ins Netz laden und sie von überall aus abspielen, auch zum Beispiel auf Smartphones mit Android Betriebssystem.

 

Angst vor Raubkopien

 

Die Plattenfirmen haben jedoch zwei Probleme mit Cloud Drive. Einmal haben sie Angst davor, dass durch das Cloud Drive, einfacher Raubkopien verbreitet werden. Amazon hat natürlich in den AGBs, denen man zustimmen muss, wenn man Cloud Drive verwenden will, festgehalten, dass man nur Songs hoch laden darf, die man auch wirklich besitzt, wie mashable.com berichtet.
Überprüfen kann und will das aber niemand, vor allem nicht ohne in die Privatsphäre der User einzudringen.

 

Neue Nutzungsart

 

Allerdings bietet Amazon seinen Kunden auch an, einen Song, den sie bei Amazon gekauft haben, direkt auf das Cloud Drive des Users zu laden. Das ist das zweite Problem der Plattenfirmen. Sie sind überzeugt, dass der Download und das anschließende Abspielen mit dem Webplayer eine neue Nutzungsart ihrer Songs ist, die nicht durch die bestehenden Verträge zwischen der Musikindustrie und Amazon gedeckt ist. Die Musikindustrie bewertet den Musikplayer im Cloud Drive als Streaming-Dienst, für den Amazon eine neue Lizenz braucht. Die ist natürlich nicht kostenlos.
Amazon ist nicht der Meinung, dass es sich bei dem neuen Dienst um eine Form des Streamings handelt: "Wir brauchen keine Lizenz zum Speichern von Musik. Das ist dieselbe Funktion wie bei einer externen Festplatte", erklärte Amazons Musik-Direktor Craig Pape in der Onlineausgabe der New York Times.
Ganz interessant ist in dem Zusammenhang allerdings, dass, wie auf dem Blog cnet.com zu lesen ist, Amazon kurz vor dem Start ihres neuen Dienstes der Musikindustrie erklärt hat, was sie vorhaben. Dabei soll Amazon eine schnelle einvernehmliche Lösung des Lizenzproblems angestrebt haben, aber gleichzeitig klargemacht haben, dass man den Dienst auch ohne Lizenzvereinbarung starten würde. Diese könne auch noch später geschlossen werden.
Reine Streamingplattformen wie Spotify, Simfy oder Napster haben eine Lizenzvereinbarung mit der Musikindustrie. Allerdings eine andere als Amazon.

 

Lizenz für Streamingplattform

 

Bei den Streamingplattformen kann man nur Musik abspielen und nicht herunterladen. Bei Amazon konnte man bisher nur Musik herunterladen und nicht streamen. Im Gegensatz zu den reinen Streamingportalen spielt man bei Amazon aber nur im Netz Musik ab, die der Nutzer gekauft hat.
Dass das trotzdem ein Problem für die Musikindustrie ist, wird auch Amazon vorher gewusst haben. Das Unternehmen war nicht das erste, das die Idee hatte, mit einem Webplayer eigene Musik zu spielen. Schon Ende 2009 hat Apple zum Beispiel die Streamingplattform "Lala" gekauft und das scheinbar auch, um ihren Cloud-Dienst mobile.me mit einem Webplayer zu kombinieren, wie das Technik-Blog Techcrunch berichtet hat.
Auch Google arbeitet an einem Streaming-Player für die eigene Musik, kann man auf dem Blog netzwertig.com nachlesen.
Cnet.com berichtet weiter, das beide Firmen auch schon länger mit der Musikbranche verhandeln und dass das die Veröffentlichung ihrer eigenen Player verzögert. Amazon wollte also scheinbar mit ihrer "Augen-zu-und-durch"-Politik einfach schneller auf dem Markt sein als die Konkurrenz.
Sony hat eine Klage nicht ausgeschlossen, wie man auf der Webseite der Nachrichtenagentur Reuters nachlesen kann.
Ein ungenannter Musik-Manager kritisiert weiter in dem Artikel von Reuters die Vorgehensweise von Amazon: "Ich habe noch kein Unternehmen von dieser Größe gesehen, das zur selben Zeit einen Service ankündigt, veröffentlicht und erklärt, man sei gerade erst dabei, die passenden Lizenzen zu erlangen."

 

Einigung oder Klage

 

Zumindest in der Musikindustrie hat sich Amazon mit dem Vorgehen keine Freunde gemacht. Ob es Klagen geben wird, hängt jetzt davon ab, ob und wie schnell Amazon auf die Musikindustrie zugeht. Ob die Musikindustrie mit einer Klage auch erfolgreich sein würde, ist allerdings nicht klar.
Zwischen 2007 und 2008 gab es einen Rechtsstreit um das Internet-Portal MP3Tunes, das einen ganz ähnlichen Dienst angeboten hat wie Amazon es jetzt tut. Die Plattenfirma EMI hat gegen MP3Tunes geklagt, wie man auf wired.com nachlesen kann. Auch wenn MP3-Tunes keine Rolle mehr im Netz spielt, hat die Firma 2008 das Verfahren gegen EMI gewonnen.

 

Kein Verständnis bei den Nutzern

 

Im Netz wird überwiegend die Reaktion der Musikindustrie auf das Vorgehen Amazons kritisiert. Der Journalist Jörg Schieb schreibt auf seinem Blog: "Wie groß muss eigentlich die Verzweiflung der Musikindustrie sein? Da geht ein großer Vertriebspartner wie Amazon her und denkt sich etwas durchaus Schickes aus, einen neuen Service, der mehr Spaß an Musik bringen kann - und die Musikindustrie legt dem Onlineshop Steine in den Weg."
Der User Weipah kommentiert im Blog basicthinking.de: "Ich verstehe glaube ich Sonys Problem nicht so ganz. Ich streame meine eigene Musik, die ich selbst käuflich erworben habe?! Ist ja nicht so, als könnte ich die Lieder anderer Cloud-Teilnehmer auf mein Device streamen."
Der User Bergi 2002 weist im Forum des Online-Computermagazins nickles.de darauf hin, dass auch beim Kauf eines USB-Sticks oder einer Festplatte Gebühren an die Gema abgeführt werden. Er kann deshalb zumindest nachvollziehen, dass die Plattenfirma in dem Fall ein neues Lizenzmodell anstrebt.
Noch gibt ex den Cloud Player übrigens nur in Amerika. Es soll aber nicht lange dauern, bis er auch in anderen Ländern verfügbar ist, wenn Amazon nicht vorher gestoppt wird.



Empfohlener Beitrag

Richterabhängigkeit

In der BRD setzen Politiker nach Absprache zwischen den Blockparteien die Richter ein; die Gerichte, an denen diese amtieren sollen, ha...